Neue App

Kampf gegen Coronavirus: Innovative Lösung bald auch in BaWü

Luca-App gegen Coronavirus
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Die neue Corona-Warn-App ist auf einem iPhone geöffnet.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Wie können wir dem Dauer-Lockdown endlich ein Ende setzen? Diese Frage stellt sich auch die Politik und setzt im Kampf gegen das Coronavirus nun auf eine neue App.

Die Hoffnung, dass die Zahlen wieder sinken, währte nur kurz. Denn kurz nach Ostern steigt die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg wieder leicht an - wenn auch nicht überall. Dass auch die Politik einen weg aus dem Lockdown sucht, zeigte sich jüngst in der Forderung von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet.

Allerdings sorgte dessen Vorschlag eines Brücken-Lockdowns weder in Berlin noch in Baden-Württemberg für Luftsprünge. Stattdessen plant Gesundheitsminister Manfred Lucha laut dem SWR nun, es zahlreichen Bundesländern gleichzutun und künftig im Kampf gegen das Coronavirus auf die Luca-App von Fanta-4-Mitglied Smudo zusetzen.

Kampf gegen Coronavirus: Luca-App kommt auch in Baden-Württemberg

Aber gibt es nicht schon eine offizielle Corona-Warn-App der Bundesregierung? Was also ist das Besondere an der Luca-App, das immer mehr Bundesländer - wie nun auch Baden-Württemberg - auf die neue Applikation setzen, um Kontakte während der Corona-Pandemie besser nachverfolgen zu können?

Die Antwort auf diese Frage ist relativ simple: Mit der Luca-App ist es möglich, sich überall dort „einzuchecken“, wo die QR-Codes der Anwendung zur Verfügung stehen. Diese könnten beispielsweise in Restaurants, Museen, im Einzelhandel oder bei Veranstaltungen zum Einsatz kommen.

Kampf gegen Coronavirus: Baden-Württemberg finanziert Luca-App

Anders als im vergangenen Jahr müssten Gäste dann keine Zettel mehr ausfüllen, um ihre Kontaktdaten zu hinterlegen, denn mit der Anmeldung wird die Handynummer verschlüsselt in der Luca-App gespeichert. Sobald eine Person positiv auf das Coronavirus getestet wird, kann diese dem zuständigen Gesundheitsamt den Zugriff auf die „Historie“ freigeben.

Die Luca-App zeigt dann, mit wem die Person wo Kontakt hatte und vor allem für wie lange. Lucha zeigt sich überzeugt von der neuen Corona-App und will diese im ersten Jahr mit 3,7 Millionen Euro finanzieren. „Das System ermöglicht schnell und einfach die Kontaktnachverfolgung der Gesundheitsämter nach dem Auftreten einer Corona-Infektion und wird dabei helfen, die aufwändige Zettelwirtschaft abzulösen“, betont Baden-Württembergs Gesundheitsminister laut dem SWR.

Kampf gegen Coronavirus: Böhmermann trickst Luca-App aus - Kritik aus Baden-Württemberg

Ganz fehlerfrei ist aber auch die Luca-App nicht, wie der Satiriker Jan Böhmermann vor einigen Tagen bewies. Auf Twitter schrieb der ZDF-Moderator: „Ich habe mich soeben von Potsdam-Babelsberg aus im Modehaus Brörmann in Bohmte (Niedersachsen) mit diesem QR-Code in der LucaApp eingecheckt. Ich stöbere jetzt ein wenig bei den Blusen und Jeans. Die App funktioniert tadellos und ist ihr Geld absolut wert!“

Mit der App Luca können Nutzer per QR-Code ihre Kontaktdaten übermitteln und auf diese Weise eine Besuchs- und Kontakthistorie erstellen.

Böhmermann gelang es also mit nur wenigen Klicks die Luca-App auszutricksen und somit ad absurdum zuführen. Zudem animierte er seine Follower, es ihm gleichzutun. Wie der SWR berichtet, erntete der ZDF-Moderator dafür bereits Kritik vom Datenschutzbeauftragten des Landes Baden-Württemberg, Stefan Brink.

Kampf gegen Coronavirus: Luca-App sinnvolle Ergänzung zur Corona-Warn-App

„Natürlich kann man mit der Luca-App Unfug treiben, das ist aber nicht Sinn der Sache. Die Luca-App ist eine gute, sinnvolle, datenschutzkonforme Ergänzung zur Corona-Warn-App“, erklärte Brink. Und genau darin liegt auch der Grund, warum die Luca-App so leicht ausgetrickst werden kann.

Um die App besser gegen Missbrauch zu schützten, könnte das Berliner Start-up hinter der Luca-App seine Nutzer beispielsweise dazu auffordern, ihre Identität zu bestätigen, indem sie ihren Personalausweis einscannen. Aus Gründen des Datenschutzes hält Brink das jedoch nicht für besonders sinnvoll.

Kampf gegen Coronavirus: Zahlreiche Bundesländer setzen auf Luca-App - auch Baden-Württemberg

Trotz der Schwächen ist die Landesregierung in Baden-Württemberg von der Luca-App überzeugt und hat diese bereits in den Pilotregionen am Bodensee, im Breisgau-Hochschwarzwald und in Freiburg getestet. Nun soll die App im ganzen Bundesland zum Einsatz kommen.

Schon jetzt sind laut dem Sozialministerium 26 der 38 Gesundheitsämter in Baden-Württemberg an die Luca-App angeschlossen. Bislang wurde die Luca-App in zehn der 16 Bundesländern eingeführt Gut möglich das weitere folgen, denn immer mehr Landräte fordern eine einheitliche App für die Kontaktverfolgung in ganz Deutschland.

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