Corona-Pandemie

Rettungsplan für den Tourismus: So will es Baden-Württemberg schaffen

Hotelschlüssel hängen an der Wand
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Auch die Tourismusbranche leidet unter dem Coronavirus.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Viele Geschäfte leiden unter dem Lockdown. Doch auch der Tourismus in Baden-Württemberg wird vom Coronavirus vor eine Bewährungsprobe gestellt. Ein Masterplan soll beim Neustart helfen!

Bis zum 14. Februar gilt er noch der Lockdown. Doch wie geht es danach weiter? Die Fragen stellen sich derzeit viele Menschen in Baden-Württemberg aufgrund der sinkenden Zahlen. Eine Antwort dürfte wohl erst das nächste Treffen von Bund und Länder geben. Doch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl machte am Sonntag klar: Mit Lockerungen dürften vorerst nicht zu rechnen sein.

Viele Geschäfte in Baden-Württemberg bleiben vorerst zu und auch für den Tourismus ist ein längerer Lockdown ein harter Schlag. Die Landesregierung arbeitet deshalb bereits an einem Plan, um den Tourismus im Laden durch die Corona-Pandemie zu bringen und auf den Neustart vorzubereiten.

Coronavirus: Minister Wolf mit Tourismus-Masterplan - Fokus setzen

Der für den Tourismus in Baden-Württemberg zuständige Justizminister Guido Wolf möchte entsprechend die Schwerpunkte bei der Unterstützung der Reisebranche neu justieren. Dazu hat sein Ministerium einen „Masterplan“ erarbeitet, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.

In dem Papier - das den Titel „Neustart Tourismus - zukunftsorientiert und nachhaltig“ trägt - werden die Schwerpunkte aufgelistet, die aus Wolfs Sicht nun kurz- und mittelfristig gesetzt werden sollten. „Mit einer nachhaltigen Erholung mit Annäherung an das Vorkrisen-Niveau ist nicht vor Mitte des Jahres 2022 zu rechnen“, heißt es in dem „Masterplan“, der auf die Tourismuskonzeption des Landes von 2019 zugrunde legt. „Darum muss der Fokus zunächst auf Stabilisierung und Unterstützung gerichtet werden.“

Coronavirus: Wolf will Tourismus unterstützen - Mehrwertsteuer soll dauerhaft gesenkt werden

Besonders wichtig ist Wolf dabei die Stärkung des Gastgewerbes, deshalb plädiert der CDU-Politiker für eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie. Zudem soll die Ende 2020 ausgelaufene Stabilisierungshilfe des Landes fortgeführt werden. Wie die dpa berichtet, sind von den 330 Millionen Euro noch 200 Millionen Euro übrig. Der baden-württembergischen Justizminister möchte verhindern, dass diese Gelder wieder in den allgemeinen Haushalt zurückfließen.

Justizminister Guido Wolf will dem Tourismus in Baden-Württemberg helfen.

Darüber hinaus umfasst der „Masterplan“ von Wolff Investitionsförderprogramme, wie das am Montag anlaufende „Tourismusfinanzierungsprogramm plus“ in Höhe von 12 Millionen Euro. Hinzu kommen eine „Ausbildungsoffensive“ und eine intensivere Begleitung der Betriebe in Baden-Württemberg bei den Themen Digitalisierung und Strukturwandel - beispielsweise wenn sich Geschäftsreisehotels stärker auf Freizeitreisende ausrichten wollen.

Coronavirus: Kein Kostenüberblick - Ideen zur Tourismus-Unterstützung nicht neu

Zudem sieht das Papier einen Ausbau des Tourismus-Marketings vor, dazu ist unter anderem eine „Restart“-Kampagne 2021 geplant. Auch der Imagewandel der Heilbäder und Kurorte in Baden-Württemberg hin zum Gesundheits- und Wellness-Tourismus soll weiter vorangetrieben werden. Verbesserungsbedarf sieht Wolf laut der dpa auch in der Infrastruktur. Deshalb sieht das Papier auch Erleichterungen im Baurecht, dem Ausbau von Grenzjahresangeboten - besonders in Wintersportregionen - und Nahverkehrsverbindungen vor.

Was genau Wolfs Masterplan kosten soll, geht aus dem Papier jedoch nicht hervor. Zudem sind viele Punkte nicht neu, sondern stammen aus Konzepten aus der Zeit vor dem Coronavirus. Jetzt gehe es aber darum, die Schwerpunkte so zusetzten, damit der Tourismusbranche ein erfolgreicher Neustart ermöglicht werden kann. Unterstützung erfährt der Justizminister von der baden-württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann. Die CDU-Spitzenkandidatin sieht in dem Plan „wichtige Impulse, damit der Tourismus nach der Corona-Krise wieder durchstarten kann“.

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