Schulen in der Corona-Pandemie

Coronavirus: Minister mit Hammer-Prognose – Schulen bis Ostern zu! Wie realistisch ist das?

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Wie geht es weiter mit den Schulen in der Corona-Pandemie? Thüringens Bildungsminister schockiert jetzt mit einer Prognose. Er ist sich sicher: Bis Ostern bleiben Schulen dicht!

Sie sind DAS große Streit-Thema bei den Corona-Gipfeln von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder: die Schulen. Bei den jüngsten Bund-Länder-Verhandlungen* einigte man sich schließlich darauf, dass Kitas und Schulen in Deutschland bis zum 14. Februar geschlossen bleiben beziehungsweise die Präsenzpflicht ausgesetzt bleibt. Die Maßnahmen, die Mitte Dezember verhängt wurden, wurden damit verlängert – dazu kam der dringende Appell, die Umsetzung möge nun „restriktiver“ erfolgen, wie echo24.de* berichtet.

Jedes Bundesland darf aber auch beim Thema Schulen seinen Kurs fahren. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, hatte schon früh eine Ausnahme verkündet. Demnach sollen Grundschulen und Kitas in Baden-Württemberg* voraussichtlich schon vom 1. Februar an Schritt für Schritt und vorsichtig geöffnet. Allerdings ist die Öffnung abhängig vom Infektionsgeschehen, teilte der Landeschef mit. In der kommenden Woche will die Landesregierung das prüfen.

Schulen in der Corona-Pandemie bis Ostern dicht? Hammer-Ansage aus Thüringen

Jetzt schockiert aber Thüringens Bildungsminister Helmut Holter mit einem hammerharten Statement zu den Schulschließungen. Er glaube nicht an eine baldige Öffnung der Bildungseinrichtungen, sagte er dem MDR. Doch nicht nur den Glauben an eine Besserung ab dem 15. Februar nimmt er den Menschen. „Ich gehe davon aus, dass wir zumindest noch bis Ostern in dieser Situation verharren, dass wir mindestens bis Ostern mit diesem System der geschlossenen Schulen arbeiten müssen“, sagte Holter.

Als erster Schul-Minister bringt Helmut Holter damit eine heftige Prognose für Eltern, die schon jetzt an der Belastungsgrenze sind. „Das heißt, das häusliche Lernen, das Distanzlernen wird anhalten“, erklärte Holter. Ostermontag ist in diesem Jahr am 5. April, die Osterferien in Baden-Württemberg sind vom 6. April bis zum 10. April angesetzt. Für Eltern würde das also eine Herausforderung für weitere Wochen bedeuten. Ausnahmen gebe es für die Schüler der Abschlussklassen und für diejenigen, „die besonderen Förderbedarf haben“, konkretisierte Holter.

Schulen bis Ostern geschlossen? Baden-Württemberg prüft in Kürze Öffnungen

Diese Aussage lässt viele Eltern fassungslos zurück. Aber wie realistisch ist das? Fest steht: Fix ist in dieser Hinsicht noch gar nichts. Im Gegenteil: Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in der vergangenen Woche bei der Bundespressekonferenz angekündigt, bei Lockerungen hätten Schulen und Kitas oberste Priorität. In Thüringen ist die aktuelle Situation zudem deutlich angespannter. Dort liegt die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz über dem Warnwert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg liegt der Wert bei 90,3* (Stand 23. Januar). Als Ziel für Lockerungen nennen Politiker immer wieder eine Inzidenz unter 50.

Auch Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann setzt sich seit Wochen für eine schnellere Öffnung von Schulen im Südwesten ein. Auch auf ihr Drängen hin plant Baden-Württemberg eine schrittweise Öffnung von Grundschulen und Kitas schon ab dem 1. Februar, sofern die Infektionszahlen das zulassen. Eisenmann musste aber auch scharfe Kritik für ihren Vorstoß einstecken, viele werfen ihr dabei Wahlkampf-Taktik vor.

Susanne Eisenmann setzt sich für die Öffnung von Grundschulen und Kitas ein – und stellt sich damit auch gegen Kanzlerin Angela Merkel.

Schulen in Baden-Württemberg: Wie geht es im Februar weiter?

Bei einer von der SPD initiierten virtuellen Bildungskonferenz mit Gewerkschafts- und Verbandsvertretern hatten die Teilnehmer am Freitagabend nach Angaben von SPD-Landesparteichef Andreas Stoch dafür plädiert, die Schulen nach den Faschingsferien ab dem 22. Februar nach und nach wieder zu öffnen – am besten mit Wechselunterricht. Das berichtet die dpa.

Bund und Länder hatten sich zuletzt darauf verständigt, den Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis zum 14. Februar zu verlängern, in der Zwischenzeit gibt es an Schulen und auch an Kitas teils nur Notbetreuungsangebote. Vor dem 14. Februar werden sich Bund und Länder erneut treffen, um die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen zu besprechen. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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