Große Sorgen wegen Corona-Mutanten

Ausbreitung der Virusmutanten in BaWü: Kretschmann in Sorge - kommen Grenzschließung?

  • Julia Cuprakowa
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Das Coronavirus bereitet sich in Baden-Württemberg weiter aus. Aus Sorge vor Corona-Mutationen-Ausbreitung müssen Reisende sich auf mögliche und Grenzkontrollen oder sogar Schließung gefasst machen.

Das Coronavirus breitet sich in Baden-Württemberg immer weiter aus, auch wenn die Zahlen in den vergangenen Tagen sinken. Doch nicht nur der ursprüngliche Virus bereitet der Landesregierung weiterhin große Sorgen, sondern vor allem dessen Mutationen. Die Besorgnis über eine großflächige Ausbreitung der Coronavirus-Mutanten geht sogar so weit, dass Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) erneute Grenzkontrollen nicht mehr ausschließt.

Coronavirus-VariantenMutmaßliche Eigenschaften
Britische Variante B.1.1.7.Erhöhte Übertragbarkeit
Südafrikanische Variante B.1.351Reduzierte Wirksamkeit der Immunantwort nach Infektion/Impfung
Manaus Variante B.1.1.28 P.1Hinweis auf mögliche Wiederansteckung

Beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 waren nationale Grenzkontrollen eingeführt worden, um das Einschleppen des Virus aus dem Ausland so weit wie möglich zu verhindern. Damals hatte es herbe Kritik an dieser Maßnahme gegeben, weil Pendler, Familien und Unternehmen darunter litten.

Baden-Württemberg: Kretschmann für Grenzkontrollen - Thomas Strobl (CDU) dagegen

Wenn sich die Virusvarianten in den Nachbarländern immer stärker ausbreiteten, „kann das natürlich im Extremfall auch zu Grenzschließungen führen“, sagte Kretschmann im Landtag in Stuttgart. „Wir wollen sie natürlich vermeiden“, beteuerte der Grünen-Politiker. Das bleibe die Linie, doch könne sich das insbesondere wegen der Verbreitung der südafrikanischen Virusvariante auch ändern. Er sagte zu, sich mit den Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und des Saarlands, Malu Dreyer (SPD) und Tobias Hans (CDU) wegen der Grenze zu Frankreich absprechen zu wollen. Ob die Gespräche noch Zustande kommen, ist nun fraglich. Denn: Winfried Kretschmann wendete sich heute mit einer emotionalen Botschaft an die Bürger. Er hat eine Schock-Nachricht erhalten, die sich auch auf seine Arbeit auswirkt.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) trat dagegen auf die Bremse. Noch seien die Voraussetzungen für einen solchen Schritt längst nicht erfüllt. Hintergrund ist, dass Frankreich vom Auswärtigen Amt als Corona-Risikogebiet eingestuft wird. Allerdings könnte es demnächst in ein Hochinzidenz-Gebiet hochgestuft werden. Die höchste Stufe ist „Virusvarianten-Gebiet“.

Grenzkontrollen zu Virusvarianten-Gebieten: Tirol und Tschechien betroffen

Die Bundesregierung stufte am Donnerstag, 11. Februar, Tschechien und Tirol als sogenannte Virusmutations-Gebiete ein. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe entschieden, ab Sonntag neben den seit der Flüchtlingskrise bestehenden Binnengrenzkontrollen zu Österreich auch an den Grenzen zu Tschechien vorübergehende Grenzkontrollen einzuführen, teilte ein Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mit.

Tschechien war bereits als Hochrisikogebiet eingestuft. Es solle nun - wie etwa Großbritannien - zum Virusvarianten-Gebiet erklärt werden, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Reisende aus Tschechien müssen schon jetzt bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen. Die Ausweisung als Virusvarianten-Gebiet würde die Reisemöglichkeiten noch weiter einengen.

Tschechien soll zum Virusvarianten-Gebiet hochgestuft werden - so Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Widerstand gegen Grenzkontrollen zu Frankreich: „Schmerzhafte Erinnerung“ für die Bewohner der Region

In der Grenzregion zwischen dem Südwesten und Frankreich regte sich Widerstand gegen mögliche strikte Grenzkontrollen. Die geschlossenen Grenzen im vergangenen Jahr hätten massive Auswirkungen auf den Alltag der Bürgerinnen und Bürger gehabt - sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich, erklärte Christian von Wartburg, Präsident des Oberrheinrats. Das Gremium versammelt Politiker aus dem Elsass, aus Baden, der Südpfalz und der Nordwestschweiz, die sich für die Belange der Region einsetzen.

Jetzt müssten pragmatische Regeln gefunden werden, forderte von Wartburg. Die Pandemie müsse mit grenzübergreifenden Maßnahmen bekämpft werden, statt mit schärferen Kontrollen und nationalen Reflexen. Josha Frey, Mitglied des Landtags Baden-Württemberg und Vize-Präsident des Oberrheinrats, schlug darüber hinaus mobile Teststationen an den Grenzen vor, sollte eine Testpflicht eingeführt werden.

Auch die Bürgermeisterin der Elsass-Metropole Straßburg, Jeanne Barseghian, warnte ihrerseits vor Grenzschließungen. „Wir müssen alles dafür tun, um zu verhindern, dass wir wieder eine Situation wie im Frühjahr erleben“, erklärte Barseghian. Die Grenzschließungen von damals sei eine „schmerzhafte Erinnerung“ für die Bewohner der Region. Sie seien darauf angewiesen, sich frei über die Grenze bewegen zu können.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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