Tragischer Vorfall in Kreisklinik in Lörrach

Rätselhafter Krankenhaus-Vorfall: Patientin stirbt nach Corona-Ansteckung durch Zimmernachbarin

Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Gang einer Station.
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Nachdem der Corona-Test positiv ausgefallen war, wurden auf der gesamten Station in Lörrach Abstriche durchgeführt.
  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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In der Kreisklinik in Lörrach ist eine Patientin durch ihre Zimmernachbarin mit Corona angesteckt worden und gestorben. Der Übertragungsweg sei ein Rätsel, sagen die Verantwortlichen.

Eine Patientin ist in einer Klinik in Lörrach nach eine Corona-Ansteckung durch ihre Zimmernachbarin gestorben. Der medizinische Geschäftsführer der Kreisklinik, Bernhard Hoch, sprach am Freitag von einem „tragischen Fall“ und einem „seltenen Phänomen, das mir zumindest aus Baden-Württemberg nicht bekannt ist“.

Lörrach: Patientin nach Corona-Ansteckung durch Zimmernachbarin gestorben

Mehreren Medienberichten zufolge handelte es sich bei der Verstorbenen um eine 79 Jahre alte Frau, die bereits länger Patientin in der Kreisklinik Lörrach war. Wie der SWR berichtete, bekam die 79-Jährige für eine Nacht eine Zimmernachbarin, eine ebenfalls über 70 Jahre alte Patientin. Zu dem Zeitpunkt wiesen beide keinerlei Symptome auf. Erst nach ihrer Entlassung entwickelte die Zimmernachbarin Symptome. Ihr Hausarzt führt einen Corona-Test durch – Ergebnis: positiv!

Die Frau informierte das Krankenhaus. Anschließend wurde die gesamte Station, auf der sie wegen eines geplanten Eingriffs gelegen hatte, getestet. Laut der Deutschen Presse-Agentur fiel der Test bei einer Mitarbeiterin und der mittlerweile schwer an Covid-19 erkrankten 79-Jährigen positiv aus. Sie wurde umgehend isoliert, lehnte laut Bernhard Hoch aber in vollem Bewusstsein eine Intensivbehandlung ab. In der Nacht zum Donnerstag verstarb die Frau im Krankenhaus.

Nach Todesfall in Lörrach: Kreisklinik rätselt – und plant verschärfte Corona-Regeln

Für Bernhard Hoch von der Kreisklinik Lörrach sei der Übertragungsweg ein Rätsel. Aufgrund der Corona-Regeln gebe es nur noch Zweibettzimmer, es herrsche Maskenpflicht und alle Patienten müssen vor der Aufnahme einen Fragebogen ausfüllen. Darin wird nach Symptomen, möglichen Kontakten zu Infizierten und Auslandsaufenthalten gefragt. Problematisch sei der Fakt, dass Menschen das Virus in sich tragen könnten ohne Symptome zu zeigen und es dennoch übertragen könnten. Auch die 70-Jährige habe bei ihrer Aufnahme im Krankenhaus den Fragebogen ausgefüllt und wahrheitsgemäß keine Symptome angegeben.

Nach dem Vorfall wollen die Kreiskliniken in Lörrach ihre Schutzmaßnahmen verschärfen. Gegenüber dem SWR teilte man mit, man plane, sich von Patienten ohne dringend notwendigen Eingriff einen negativen Corona-Test vom Hausarzt vorlegen zu lassen. Der tragische Fall zeige erneut, wie wichtig es sei, Abstand zu halten, sich regelmäßig die Hände zu waschen und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, erklärte Bernhard Hoch. Ein minimales Restrisiko bleibe aber immer.

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