CureVac aus Tübingen

Wann kommt der Corona-Impfstoff? CureVac-Chef erklärt, wovon es abhängt!

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Die ganze Welt wartet auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Auch das Tübinger Unternehmen CureVac forscht an einem Impfstoff. Wann ist es so weit?

Wann kommt der Corona-Impfstoff? CureVac-Chef: Von diesem Punkt hängt es ab!

Update vom 23. Oktober: Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigen in Baden-Württemberg dramatisch an. Eine Region nach der anderen überschreitet den Grenzwert und wird zum Risikogebiet. Die Politiker vor Ort reagieren und verschärfen teilweise die Maßnahmen. Umso mehr hoffen die Menschen auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus – unter anderem das Tübinger Biopharmaunternehmens CureVac ist dabei im Rennen.

Chef Franz-Werner Haas rechnet aber nicht damit, dass der CureVac-Impfstoff noch 2020 auf den Markt kommt. Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, gehe es vielleicht schneller, aber er wolle keine Versprechungen machen. Stattdessen geht er davon aus, dass es im ersten Halbjahr 2021 so weit sein wird. Laut Haas haben in der ersten Phase der Prüfung 250 Probanden den Corona-Impfstoff von CureVac gut vertragen. Derzeit läuft die zweite Studie in Peru und Panama mit 690 Teilnehmern. Im Anschluss ist eine globale klinische Studie mit bis zu 30.000 Teilnehmern geplant. Wann der Impfstoff auf den Markt kommt, hänge auch von der Rekrutierung dieser Probanden ab.

NameCureVac AG
SitzTübingen
LeitungFranz-Werner Haas
Mitarbeiterzahl470
BrancheBiopharmazie, Biotechnologie[

Corona-Gegenmittel schon in wenigen Monaten? CureVac äußert sich zum Impfstoffstart

Erstmeldung vom 16. Oktober 2020: Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Baden-Württemberg nimmt weiter zu. Die ersten Regionen im Südwesten mussten bereits diverse Warnstufen wegen zu vieler Neuinfektionen ausrufen. echo24.de berichtet aktuell darüber. Ein Impfstoff gegen das Coronavirus könnte dieser Entwicklung Einhalt gebieten. Daher laufen die Forschungen weltweit auf Hochtouren. Vielversprechend ist für viele Experten der Ansatz des Biopharmaunternehmens CureVac aus Tübingen.

Coronavirus-Impfstoff von CureVac: Unternehmen prognostiziert Impfstoffstart

Denn der Coronavirus-Impfstoff von CureVac basiert auf der sogenannten Messenger-RNA und ist in dieser Form einzigartig. Erste Studien hat der Impfstoff aus Tübingen bereits durchlaufen. Einige Experten prognostizierten bereits einen Impfstoff-Start in Deutschland für Ende des Jahres. Aber sind solche Prognosen überhaupt realistisch? Zumal noch nicht alle Studien abgeschlossen sind. echo24.de hat bei CureVac nachgefragt und wollte wissen, ob ein Impfstoff-Start in 2020 denkbar wäre.

Das Prinzip der Messenger-RNA

Der menschliche Körper soll über bestimmte Botenstoffe lernen, sich selbst gegen einen Erreger (zum Beispiel Covid-19) zu impfen. Solche Botenstoffe könnten dem Menschen per Impfung zugeführt werden. Forscher erhoffen sich, mit dieser neuen Methode schnell einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln.

In einer Mitteilung an echo24.de heißt es, dass CureVac noch auf die Ergebnisse der klinischen Studie Phase eins warte. Diese endgültigen Ergebnisse sollen laut CureVac-Sprecherin Bettina Jödicke-Braas noch im vierten Quartal 2020 vorliegen. „Sollten die Ergebnisse der Phase-eins-Studie positiv ausfallen, wollen wir in eine groß angelegte und umfassende klinische Phase 2b/3 Studie übergehen“, sagt Jödicke-Braas. Danach sei noch die Genehmigung durch das zuständige Paul-Ehrlich-Institut nötig.

Coronavirus-Impfstoff von CureVac: Konzern widerspricht Prognosen für 2020

Voraussichtlich im dritten Quartal (1. Juli bis 30. September 2021) des nächsten Jahres könne CureVac aus Tübingen seinen Impfstoff in Deutschland einführen, heißt es in der Mitteilung des Konzerns an echo24.de weiter. Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus sei ein Rennen gegen die Zeit, sagt Jödicke-Braas. Ziel sei es, so schnell wie möglich einen verträglichen, sicheren und wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus mit einer langanhaltenden Immunisierung zu entwickeln.

Wir können unseren Corona-Impfstoff voraussichtlich im dritten Quartal des nächsten Jahres einführen.

Bettina Jödicke-Braas, Sprecherin von CureVac

Daher sei es wichtig, die unterschiedlichen Studienphasen wirklich genau auszuwerten. Jödicke-Braas: „Daraus beziehen wir wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung und Verbesserung des Impfstoffs.“ Laut CureVac gibt die Auswertung der Studiendaten Auskunft über die Immunantwort der Probanden. Aber auch Erkenntnisse über Dosis, Verträglichkeit und Wirksamkeit des Coronavirus-Impfstoffs können die Experten von CureVac anhand der Studienergebnisse bestimmen.

Coronavirus-Impfstoff von CureVac: Faktoren der Impfstoffzulassung

Der letzte Schritt in der Impfstoffentwicklung ist die Zulassung des Impfstoffs durch das Paul-Ehrlich-Institut in Bonn. Grundlage dafür sind aussagekräftige Studien, Testphasen und Überprüfungen. „Ein Impfstoff erhält nur dann eine Zulassung, wenn alle Bedingungen hinsichtlich Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit erfüllt sind“, erklärt Jödicke-Braas. Am Ende muss nachweisbar sein, dass der individuelle und allgemeine Nutzen gegenüber allen Risiken überwiegt.  

Hinsichtlich der Produktionskapazitäten kann CureVac aus Tübingen noch keine Auskunft geben. Der Grund: Aktuell laufen die Studien für die Dosierungsfindung noch. Jödicke-Braas: „Mit unserer derzeitigen Anlage haben wir aber grundsätzlich die Kapazität, bis zu mehrere hundert Millionen Dosen RNA-Material pro Jahr herzustellen.“ Gleichzeitig werde CureVac die Kapazitäten für die Herstellung des Coronavirus-Impfstoffs in den kommenden Monaten weiter ausbauen. Jödicke-Braas: „Zudem wollen wir eine weitere Produktionsanlage im Jahr 2022 in Betrieb nehmen.“

Rubriklistenbild: © Cathrin Müller/dpa

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