Mehr Impfstoff

Corona-Impfstoff: Neuer Partner - CureVac weitet Produktion aus

Das Logo des biopharmazeutischen Unternehmens CureVac ist am Eingang des Firmensitzes in Tübingen zu sehen.
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CureVac-Zentrale in Tübingen: Das Biotech-Unternehmen peilt für das zweite Quartal eine vorläufige Zulassung seines Corona-Impfstoff-Kandidaten an.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Die Zulassung des Impfstoffs von CureVac rückt immer näher. Für die Produktion konnte das Tübinger Unternehmen nun einen weiteren Partner gewinnen.

Update, 5. März: Im Kampf gegen das Coronavirus werden immer mehr Impfstoffe zugelassen. Auch der Wirkstoff des Tübinger Unternehmens CureVac steht kurz vor der Zulassung, ein entsprechendes Prüfverfahren hatte das Europäische Arzneimittel-Behörde EMA Mitte Februar begonnen.

CureVac selbst rechnet mit einer Zulassung Ende Mai oder Anfang Juni* und lässt den Impfstoff bereits auf Vorrat produzieren. Dazu hatte das Tübinger Unternehmen seit Herbst des vergangenen Jahres Kooperationen mit mehreren Pharmaunternehmen geschlossen, darunter auch Bayer.

Corona-Impfstoff: CureVac schließt Partnerschaft mit Novartis

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, kommt jetzt ein weiterer Partner hinzu. Der Impfstoffkandidat von CureVac CVnCOV soll künftig auch von dem Schweizer Pharmakonzern Novartis produziert werden. „Gemeinsam mit unserem neuen Partner können wir unsere Produktionskapazitäten deutlich erhöhen und unser Fertigungsnetzwerk auf eine noch breitere Basis stelle“, sagte CureVac-Vorstand Florian von der Mülbe.

Bis Ende des Jahres will Novartis bis zu 50 Millionen Dosen des Impfstoffs gegen das Coronavirus herstellen, 2022 sollen es bis zu 200 Millionen Dosen werden. Laut der dpa haben die Vorbereitungen für den Produktionsstart sowie den Technologietransfer und die Testläufe bereits begonnen. Die ersten Dosen sollen bereits im Sommer ausgeliefert werden.

Corona-Impfstoff: CureVac will Produktion anheizen - mit Mega-Deal

Erstmeldung, 1. Februar: Seit rund einem Jahr hält das Coronavirus die Welt nun im Atem. Seit dem Beginn der Pandemie haben mehrere Unternehmen unter Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus gearbeitet. Mit Erfolg! Als erster Impfstoff wurde im Dezember der Wirkstoff von Biontech* in der Europäischen Union zugelassen.

Mit Moderna und AstraZeneca* folgten zwei weitere Impfstoffe auf dem Fuße. Dennoch steht die Impfstrategie in Deutschland aktuell massiv in der Kritik, weswegen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel laut echo24.de* am Montagnachmittag mit den Ministerpräsidenten per Videoschalte zu einem „Impf-Gipfel“* trifft.

Coronavirus-Impfstoff: CureVac Zulassung im Sommer - Zusammenarbeit mit Bayer

Doch es gibt Hoffnung, dass ab Sommer deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung steht als bislang. Dann soll nämlich auch der Corona-Impfstoff von CureVac auf den Markt kommen. Aktuell arbeitet das Tübinger Unternehmen zusammen mit dem Pharmakonzern Bayer an der Zulassung*.

Anders als bislang geplant wird Bayer nun doch in die Corona-Impfstoff-Produktion einstiegen und CureVac bei der Produktion unterstützen, das gaben beide Unternehmen laut der Deutschen Presse-Agentur am Montag, 1. Februar, bekannt. Die entsprechende Kooperation wurde bereits Anfang Januar vereinbart.

Coronavirus-Impfstoff: Bayer produziert CureVac-Wirkstoff

Der Pharmakonzern hatte laut Vorstand Stefan Oelrich nach einer eingehenden Prüfung der eigenen Möglichkeiten festgestellt, „dass wir über die erforderlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten verfügen, den mRNA-basierten Impfstoff von CureVac herstellen zu können“.

Bis Bayer die Produktion des Corona-Impfstoffs aufnimmt, dauert es allerdings noch etwas. Erst 2022 sollen die ersten Dosen des CureVac-Impfstoffs hergestellt werden. Im ersten Jahr will Bayer 160 Millionen Impfstoffdosen produzieren, im zweiten dann deutlich mehr. Der Pharmakonzern betonte aber, dass es auch möglich ist, dass die Produktion noch Ende 2021 beginnt.

Coronavirus-Impfstoff: CureVac schließt weitere Zusammenarbeit

Bayer bleibt aber nicht der einzige Kooperationspartner von CureVac. Auch Rentschler Biopharma aus Laupheim im Kreis Biberach gab am Montag bekannt, mit CureVac zusammenarbeiten zu wollen. Das Familienunternehmen will jährlich 100 Millionen Dosen des CureVac-Impfstoffs herstellen. Das Familienunternehmen übernimmt dabei alle Arbeitsschritte - mit Ausnahme der Abfüllung.

Die beiden Unternehmen Curevac und Bayer wollen bei der Produktion des Corona-Impfstoffs schneller vorankommen.

Aktuell werden in Laupheim die Prozesse getestet und optimiert, „um eine maximale mRNA-Ausbeute zu erzielen“. Für die Herstellung des Impfstoffs von CureVac sollen bis zu 80 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Derzeit beschäftigt Rentschler Biopharma 1.000 Mitarbeiter an den Standorten in Laupheim und Milford (USA).

Coronavirus-Impfstoff: Bayer produziert CureVac-Wirkstoff weltweit

Ab wann Rentschler Biopharma in die Impfstoffproduktion einstiegt, ist noch unklar. Sicher ist nur die ersten Dosen des Impfstoffs von CureVac die ab Sommer geimpft werden sollen, werden nicht von Bayer stammen. Für den Pharmakonzern aus Leverkusen wird es ohnehin eine Premiere, denn bislang produziert Bayer keine Impfstoffe.

Der Großteil der Produktion soll demnach im Werk in Wuppertal stattfinden. „Wir werden, um Geschwindigkeit hinzubekommen, unser gesamtes globales Netzwerk aktivieren“, erklärte Oelrich. „In Gesprächen mit der Bundesregierung ist deutlich geworden, dass die Verfügbarkeit von Impfstoffen weiter erhöht werden muss.“ Das gelte vor allem auch für mögliche Mutationen des Coronavirus.

Coronavirus-Impfstoff: Politik begrüßt Zusammenarbeit von CureVac und Bayer

Auch bei CureVac zeigt man sich ob der beiden Kooperationspartner optimistisch, was die Impfstoffproduktion angeht. „Zum Ende des Jahres werden wir mehrere hundert Millionen Dosen zur Verfügung haben“, betont CureVac-Chef Franz-Werner Haas. 2022 wollte man zunächst 600 Millionen Dosen herstellen, durch die Ausweitung des Produktionsnetzwerks sind nun aber min eine Milliarde Dosen geplant.

CureVac
Gründung2000
CEOFranz-Werner Haas
Hauptsitz Tübingen

Mit der Kooperation entsprechen die Unternehmen auch dem Wunsch der Bundesregierung, Deutschland als Impfstoff-Standort zu stärken. Daher begrüßten NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Zusammenarbeit von Bayer und CureVac. „Es ist etwas Besonderes, was wir heute als Zusage bekommen“, betonte Laschet. Und Spahn betonte: „Wir werden Impfstoffe brauchen über den Sommer hinaus.“ Denn noch ist unklar, ob eine Auffrischimpfung notwendig ist. „Zum Zweiten kann es möglich werden, durch Mutationen, dass ein Impfstoff auch angepasst werden muss.“ *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netwerks.

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