Keine Tests für Geimpfte

Sie können Corona übertragen – warum werden Geimpfte nicht mehr getestet?

  • Anna-Maureen Bremer
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Bekanntermaßen schützt die Corona-Impfung nicht sicher vor einer Erkrankung. Außerdem können Geimpfte Überträger der Krankheit sein. Viele fragen sich daher, warum Geimpfte nicht mehr getestet werden müssen.

Das öffentliche Leben geht trotz Coronavirus zunehmend seinen gewohnten Gang. Es finden wieder Kulturveranstaltungen statt, Menschen dürfen sich treffen. Die Inzidenzen im Land steigen, dies soll aber nicht mehr einziger Richtwert für Maßnahmen sein. Seit 16. August gilt die neue Corona-Verordnung und jetzt auch für viele Angelegenheiten die 3G-Regel: In den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens ist nun ein Nachweis über eine Impfung, Genesung oder einen negativen Test erforderlich.

Dabei drängt sich vielen eine Frage auf: Warum müssen geimpfte Personen keinen negativen Test vorlegen, obwohl mittlerweile bekannt ist, dass auch die Impfung nicht davor schützt, noch als Überträger der Krankheit zu fungieren. Auch ist eine Erkrankung trotz verabreichtem Vakzin nicht ausgeschlossen: Geimpfte können sich sehr wohl noch mit dem Coronavirus anstecken. Woher also diese „Freiheit“ keinen Test vorlegen zu müssen?

Coronavirus: Viele Freiheiten mit 3G-Regel – Geimpfte brauchen keinen Tests

Auch die Stuttgarter Nachrichten haben sich diese Frage gestellt und schreiben: In dem Bund-Länder-Beschluss vom 10. August, auf dem die 3G-Regel fußt, heißt es zu den Testungen bei Geimpften und Genesenen: „Wer über einen vollständigen Impfschutz verfügt, schützt damit sich und andere vor der Ansteckung durch das SARS-CoV2-Virus und damit die Gesellschaft vor einer erneuten Ausbreitungswelle des Virus. Über eine vergleichbare Immunität verfügt, wer von einer COVID19-Erkrankung genesen ist. Geimpfte und Genesene werden deshalb von bundes- oder landesrechtlichen Regelungen, die Testauflagen vorsehen, ausgenommen.“

Mit einem Teststäbchen in der Nase zu bohren, ist für viele unangenehm - gerade für kleine Kinder. Nach den Sommerferien könnten deshalb Lolli-Tests in Schulen vermehrt zum Einsatz kommen.

Mit Corona-Impfung kaum noch relevantes Risiko – keine Testpflicht für Geimpfte

Maßgebend für diese Entscheidung, dass sich Geimpfte nicht mehr testen lassen müssen, waren wissenschaftliche Erkenntnisse des RKI. Ja, Geimpfte können sich noch infizieren. Allerdings verhindert die Corona-Impfung demnach symptomatische und asymptomatische Infektionen in einem so hohen Maße, dass Geimpfte keine wesentliche Rolle mehr bei der Ausbreitung der Erkrankung spielen. 

Und auch wer bereits am Coronavirus erkrankt war, hat den aktuellen Erkenntnissen zufolge zunächst einen sehr hohen Schutz davor, erneut zu erkranken - zumindest für sechs Monate. Das Robert-Koch-Institut bestätigt aber, dass weder durch die Erkrankung noch eine Impfung ein hundertprozentiger Schutz besteht - daher rät das RKI weiterhin dazu, die AHA-Regel zu beachten.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte

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