Diese Regeln gelten jetzt

Spezielle Ausnahmen für Schüler: Quarantäne-Regeln in Baden-Württemberg wieder geändert!

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Das Land Baden-Württemberg hat innerhalb kurzer Zeit zwei Mal die Quarantäne-Regeln in der Corona-Pandemie geändert – auch für Schüler. Diese Regeln gelten jetzt.

Update vom 2. Dezember: Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat die Quarantäne-Regeln in der „Corona-Verordnung Absonderung“ angepasst. Damit gelten ab dem 2. Dezember neue Vorschriften. Die häusliche Quarantäne wird von nun an auf grundsätzlich 10 (statt bislang 14) Tage festgelegt. Bund und Länder hatten sich beim Corona-Gipfel* auf diesen einheitlichen Zeitrahmen verständigt, wie echo24.de* berichtet. Für diejenigen, die sich allerdings bereits in Quarantäne befinden, wird diese durch die neuen Regeln noch nicht verkürzt.

Baden-Württemberg: Quarantäne-Regeln für Schüler ändern sich – in diesem Fall

Außerdem gelten in Baden-Württemberg ab dem 2. Dezember neue Regelungen zur Quarantäne in Schulen. Dabei geht es um Schüler, die Kontakt mit einem anderen Schüler aus der Klasse hatten, der positiv auf Corona getestet wurde. Die zuständige Behörde kann den Betroffenen als „Kontaktperson der Kategorie Cluster-Schüler“ einstufen. Das bedeutet, dass diese Kinder oder Jugendliche ausschließlich im Schulkontext Kontakt zu dem positiv Getesteten hatten.

In diesem Fall ist es ab jetzt in Baden-Württemberg möglich, die Quarantäne nach dem fünften Tag zu beenden – nach einem negativen Corona-Test. Hatte ein Schüler außerhalb der Schule Kontakt mit einem später positiv Getesteten, greift diese Regel nicht. Ausschlaggebend sei, ob der letzte Kontakt bis zu zwei Tage vor Symptombeginn des später positiv Getesteten war oder nicht, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Baden-Württemberg: Neue Quarantäne-Regeln bei Corona-Verdacht

Bereits ab dem 28. November hatte das Land Baden-Württemberg die Quarantäne-Regeln angepasst. Demnach müssen sich Menschen mit Corona-typischen Symptomen wie Fieber, trockenem Husten oder Verlust der Geruchs- und Geschmackssinns direkt in Quarantäne begeben. Gleiches gilt für positiv Getestete, die Angehörigen ihres Haushalts und enge Kontaktpersonen. Auch wenn ein Arzt bei Corona-Verdacht einen Test anordnet, beginnt die Quarantäne-Pflicht. Fällt der Test negativ aus, endet die Quarantäne.

Verstöße gegen die Quarantäne werten die Behörden als Ordnungswidrigkeit. Dafür können laut dem Infektionsschutzgesetz Bußgelder in Höhe von mehreren Hundert bis einigen Tausend Euro verhängt werden. Wer wiederholt gegen die Quarantäne-Pflicht verstößt, dem drohen sogar sogar bis zu 25.000 Euro.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Wer muss in Quarantäne – und wie lange? Das gilt jetzt!

Erstmeldung vom 17. November: Über Monate schon bestimmt das Coronavirus das Leben der Menschen auf der ganzen Welt. Seit dem 2. November gelten aufgrund der drastischen Entwicklung deutschlandweit verschärfte Corona-Regeln*. Dieser Teil-Lockdown führt derzeit zwar dazu, dass die Zahl der Neuinfektionen in Baden-Württemberg* nicht mehr derart exponentiell ansteigen, dennoch blieb die erhoffte deutliche Besserung der Corona-Lage bislang aus. Am Montag, 16. November, kommt es erneut zum Corona-Gipfel von Bund und Ländern* – allerdings ist hier eher von einer weiteren Verschärfung der Regeln die Rede als von Lockerungen. Das berichtet echo24.de*.

Während viele Menschen bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr noch kaum Personen in ihrem Bekanntenkreis kannten, die an Covid-19 erkrankten, sieht das aktuell anders aus. Immer häufiger ist die Anzeige in der Corona-App rot* oder Menschen aus der Umgebung müssen wegen eines Verdachts getestet werden. Aber was passiert eigentlich, wenn ein Kollege oder sogar ein Mitglied aus dem eigenen Haushalt getestet werden muss? Muss man dann automatisch in Quarantäne? Ein Überblick.

Quarantäne und Isolierung wegen Corona – das ist der Unterschied

QuarantäneIsolierung
Wann? Wenn nicht sicher ist, ob sich eine Person angesteckt hatWann? Wenn das Coronavirus nachgewiesen wurde (positiver Test)
z.B. bei Kontakt mit einem Infizierten oder nach Rückkehr aus einem RisikogebietVerläuft die Erkrankung leicht, können Patienten häuslich isoliert werden. Bei schwerem Verlauf erfolgt die Isolierung im Krankenhaus.
Wie lange? Inkubationszeit (zwischen Infektion und erstem positiven Test oder ersten Krankheitszeichen) kann etwa 10 Tage betragen. Deshalb wird normalerweise eine 14-tägige Quarantäne für Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko (Kontaktperson Kategorie 1) angeordnet.Wie lange? Ende erst möglich, wenn keine Ansteckungsgefahr anderer mehr besteht – frühestens nach 10 Tagen mit zwei Tagen ohne Krankheitszeichen.

Prinzipiell gilt aber: Wann man die Quarantäne oder häusliche Isolierung beenden darf, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt. Bei infizierten Personen geschieht das in Abstimmung mit dem zuständige Arzt. Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, darf die Quarantäne beenden, wenn ein negativer Corona-Test vorliegt (siehe unten).

Coronavirus in Baden-Württemberg: Wer muss in Quarantäne?

In Quarantäne muss, wer ein hohes Risiko hat, sich mit Sars-CoV-2 angesteckt zu haben. Dazu zählen:

  • Menschen, die innerhalb der letzten 14 Tage engen Kontakt zu einer nachweislich mit Corona infizierten Person hatten. Ein enger Kontakt bedeutet, dass man mindestens 15 Minuten mit der oder dem Erkrankten gesprochen hat oder beispielsweise durch Anhusten oder Anniesen in Kontakt mit dieser Person kam, als sie ansteckend war.
  • Rückkehrer aus ausländischen Corona-Risikogebieten müssen für zehn Tage in Quarantäne. Einreisende müssen sich vor ihrer Ankunft in Deutschland auf www.einreiseanmeldung.de anmelden und den Nachweis darüber bei Einreise mit sich führen. Wer die Selbstisolation vorzeitig beenden möchte, kann frühestens am fünften Tag nach der Rückkehr einen Corona-Test machen lassen. Ist das Ergebnis negativ, endet die Quarantäne-Pflicht. Eine Ausnahme gibt es beispielsweise für Pendler (siehe unten).

Diese Personen müssen NICHT in Quarantäne:

  • Wer nur im gleichen Raum mit einem Covid-19-Erkrankten war und keinen engen Kontakt hatte, ist nicht zur Selbstisolation verpflichtet.
  • Wer auf sein Test-Ergebnis wartet, ist nicht verpflichtet, sich in Quarantäne zu begeben. Dennoch sollten Kontakte reduziert werden und es gilt: möglichst zuhause bleiben.
  • Hatte man Kontakt zu einer Person, die wiederum Kontakt zu einem Covid-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss ebenfalls nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson und hat kein erhöhtes Risiko. Wer mit Menschen mit Vorerkrankungen arbeitet, beispielsweise im Krankenhaus oder in der Altenpflege, sollte aber dennoch seinen Arbeitgeber informieren. 
  • Wer in einer Grenzregion seinen Wohnsitz hat und für weniger als 24 Stunden nach Baden-Württemberg einreist, muss nicht in Isolation. Das gilt auch für diejenigen, die in Baden-Württemberg wohnen und sich für weniger als 24 Stunden in ein Risikogebiet begeben.
  • Reisende, die sich in einem Risikogebiet maximal 72 Stunden aufhalten, um etwa nahe Verwandte zu besuchen oder sich einer dringenden medizinischen Behandlung zu unterziehen, gelten ebenfalls als Ausnahme für die Rückkehrer-Regel (siehe oben).

Coronavirus in Baden-Württemberg: Was tun, wenn man sich krank fühlt?

Wer sich krank fühlt, sollte immer erst einmal anrufen – egal ob Hausarzt, ärztlichen Bereitschaftsdienst (Nummer 116 117), das zuständige Gesundheitsamt oder im schlimmsten Fall (bei akuter Atemnot) den Notarzt (Nummer 112). Dann wird entschieden, ob aufgrund der Situation und des Zustands ein Corona-Test durchgeführt wird. Bis das Ergebnis des Tests vorliegt, ist man nicht verpflichtet, sich in Quarantäne zu begeben. Ebenso müssen auch Menschen aus dem eigenen Haushalt oder Kollegen, mit denen man Kontakt hatte, zu diesem Zeitpunkt noch nicht verpflichtend in Selbstisolation.

Mögliche SymptomeHusten, erhöhte Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs-/Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeine Schwäche

Ausnahme ist, wenn es das Gesundheitsamt so anordnet. Dennoch empfehlen Bund und Länder den Betroffenen und ihren Kontaktpersonen, bis zum Vorliegen des Tests die Kontakte zu reduzieren und möglichst zuhause zu bleiben. Außerdem gelten die wichtigen Grundregeln: Mindestens 1,5 Meter Abstand halten, Maske tragen, regelmäßig Hände waschen sowie Husten- und Niesregeln beachten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Was tun, wenn der Corona-Test positiv ausfällt?

Kommt es bei dem Betroffenen nicht zu einem derart schweren Verlauf, dass er ins Krankenhaus muss, wird eine häusliche Isolierung angeordnet. Im Haushalt gilt es dann, den Kontakt zueinander auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, um eine mögliche Übertragung des Coronavirus zu vermeiden – beispielsweise durch räumliche Trennung. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, wann immer möglich allein in einem gut belüftbaren Einzelzimmer zu bleiben. Gemeinschaftlich genutzte Räume sollten so wenig wie möglich aufgesucht werden, Mahlzeiten nimmt man möglichst getrennt voneinander ein.

Ist ein Aufeinandertreffen unvermeidbar, gilt: Abstand halten und Maske tragen. Außerdem: Hände regelmäßig waschen, husten und niesen in ein Einmal-Taschentuch oder die Armbeuge. Man sollte kein Geschirr, keine Handtücher, Bettwäsche oder ähnliches mit dem Corona-Infizierten teilen. Es sollten Oberflächen täglich gereinigt, Wäsche bei mindestens 60 Grad gewaschen und häufig gelüftet werden.

Übrigens gilt auch für diejenigen, die wegen Corona bereits in häuslicher Quarantäne sind und gesundheitliche Probleme bekommen und diejenigen, die als Kontaktpersonen in Quarantäne sind – Hausarzt, Bereitschaftsdienst oder Gesundheitsamt immer zuerst anrufen, nicht einfach hingehen! Außerdem sollten Betroffene ihr positives Test-Ergebnis in der Corona-Warn-App eintragen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Was tun, wenn im Umfeld Corona-Verdacht besteht?

Sollte bei einem Familienmitglied, einem Freund oder einem Kollegen Verdacht auf eine Corona-Infektion bestehen, muss man zunächst – außer das Gesundheitsamt ordnet es an – nicht in Quarantäne. Dennoch sollte man bis das Test-Ergebnis vorliegt, die Kontakte reduzieren. Fällt der Corona-Test positiv aus, werden enge Kontaktpersonen vom Gesundheitsamt aufgefordert, sich in Quarantäne zu begeben.

Alternativ kann man sich auch selbst unabhängig von Symptomen an das zuständige Gesundheitsamt wenden, wenn man zu Kontakt zu einer Person hatte, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde. In der Quarantäne-Zeit werden die Betroffenen aufgefordert, ein Tagebuch zu führen, in dem Symptome, Körpertemperatur und Kontakte zu anderen Personen festgehalten werden.

Sollte man sich in Quarantäne begeben, wenn beispielsweise bei einem Kollegen Corona-Verdacht besteht?

Coronavirus in Baden-Württemberg: Wie lange muss man in Quarantäne?

  • Bei Personen, die wegen einer Covid-19-Erkrankung in häuslicher Isolierung sind, wird frühestens 10 Tage nach Krankheitsbeginn die Isolierung aufgehoben, wenn sie seit mindestens 48 Stunden keine Krankheitsanzeichen mehr haben.  
  • Auch bei Personen, bei denen zwar der Erreger nachgewiesen wurde, die aber keine Krankheitszeichen entwickeln (asymptomatische Infektion), ist eine Entlassung frühestens nach zehn Tagen möglich. 
  • Bei Personen, die wegen des Verdachts auf eine Ansteckung in Quarantäne sind, wird diese normalerweise nach 10 Tagen wieder aufgehoben, wenn sie keine Krankheitsanzeichen zeigen.
  • Menschen, für die ein höheres Infektionsrisiko bestand (Kontaktperson der Kategorie 1), und wegen eines Verdachts auf eine Ansteckung in Quarantäne sind, wird diese in der Regel nach 14 Tagen wieder aufgehoben, wenn sie keine Krankheitsanzeichen zeigen.

Grundsätzlich helfen bei allgemeinen Fragen zum Coronavirus das Robert-Koch-Institut, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie das Bundesministerium für Gesundheit weiter. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

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