Neue Maßnahmen wegen Coronavirus

Baden-Württemberg: Maskenpflicht für Schüler im Unterricht ab Montag

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Im Zuge steigender Coronavirus-Neuinfektionen in Baden-Württemberg wird ab Montag eine Maskenpflicht für Schüler und Lehrer im Unterricht eingeführt.

In Baden-Württemberg steigt die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen weiter an. Erste Regionen haben bereits eine Warnstufe ausgerufen und strengere Corona-Regeln erlassen. Mittlerweile ist auch die Landeshauptstadt Stuttgart ein Corona-Hotspot mit derzeit 3.713 SARS-CoV-2-Fällen (Stand: 15. Oktober 2020). Daher muss Stuttgart die Maskenpflicht für Schüler im Unterricht anordnen. Der Grund: In Baden-Württemberg gilt ab Montag für alle Schüler ab Klasse fünf eine Maskenpflicht im Unterricht, sobald die Sieben-Tage-Inzidenz 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erreicht.

Coronavirus Baden-Württemberg: Maskenpflicht für Schüler im Unterricht

In Stuttgart beträgt die 7-Tage-Inzidenz schon 82,9 (Stand 15. Oktober). Daher müssen alle Schüler ab Klasse fünf ab Montag einen Mund-Nasen-Schutz im Unterricht tragen. Bisher herrschte in Schulen nur auf „Begegnungsflächen“ wie Schulfluren, Aula und Toiletten eine Maskenpflicht für Schüler und Lehrer. „Wir werden heute die Schulen darüber informieren, dass die neue Regelung ab kommenden Montag zu beachten ist“, erklärt ein Sprecher des Kultusministeriums.

Die Lage spitzt sich zu. Derzeit sind allein in Stuttgart 58 Klassen von Infektionsfällen betroffen. Das teilt die Stadt Stuttgart auf echo24.de-Anfrage mit. „Die Coronavirus-Infektionen in Schulklassen haben wiederum zu Quarantäne-Maßnahmen geführt“, sagt Pressesprecher Sven Matis ergänzend dazu. Der Stadt Stuttgart sei der Präsenzunterricht an Schulen sehr wichtig. Daher müsse man die Maskenpflicht im Unterricht ausrufen.

Coronavirus Baden-Württemberg: Kultusministerin kündigt strikte Maßnahmen an

Zudem gibt es laut Matis zahlreiche Studien, die zeigen, dass ab einem gewissen Alter Masken zu tragen sind. „Zusammen mit der Eigenverantwortung der Menschen soll es uns gelingen, die Coronavirus-Pandemie in den Griff zu bekommen“, sagt Matis. Ähnlich äußert sich auch Kultusministerin Susanne Eisenmann zur aktuellen Situation. „Wenn die Zahlen so steigen wie jetzt in ganz Baden-Württemberg, müssen wir striktere Maßnahmen ergreifen.“

Wenn die Zahlen so steigen wie jetzt in ganz Baden-Württemberg, müssen wir striktere Maßnahmen ergreifen.

Susanne Eisenmann, Kultusministerin von Baden-Württemberg

Sie sei zuversichtlich, dass das die Schulen in Baden-Württemberg hinbekommen, erklärt Eisenmann. Gleichzeitig erinnert die Kultusministerin an die gut 600 von 67.500 Schulklassen in Quarantäne. Die verschärfte Maskenpflicht an Schulen begrüßt auch die Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). DENN: Die Lüfterei in den Klassenzimmern funktioniere nicht wirklich, sagt die Landesvorsitzende Doro Moritz der dpa. Jede weitere Maßnahme müsse im Kampf gegen das Coronavirus genutzt werden, erklärt Moritz.  Am wichtigsten sei aber der Abstand.

Coronavirus Baden-Württemberg: Bildungsgewerkschaft fordert weitere Maßnahme

Daher spricht sich die Landesvorsitzende der GEW für einen Schichtbetrieb an Baden-Württembergs Schulen aus. Ähnlich wie im letzten Schuljahr könnte ein Teil der Klasse zum Präsenzunterricht in die Schule kommen. Die anderen Schüler könnten den Unterricht digital von Zuhause aus verfolgen. Laut Moritz werden die Schulen in Baden-Württemberg nicht um eine erneute Einschränkung des Präsenzunterrichts herumkommen.

Bereits im letzten Schuljahr wurde der Unterricht an vielen Schulen in Baden-Württemberg digital durchgeführt. Das Problem: Vielen Einrichtungen mangelte es an der nötigen Technik. Vor einer Weile hatte echo24.de über die ausbezahlten Fördergelder für Schüler-Laptops berichtet. Damals war bekannt geworden, dass Fördergelder zwar ausbezahlt, die Geräte aber nicht geliefert wurden. Danach hatte die Stadt Stuttgart aber versichert, dass die Geräte auf jeden Fall noch kommen werden.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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