Belegte Intensivbetten in Baden-Württemberg

Corona in Baden-Württemberg: Das ist der aktuelle Stand auf den Intensivstationen

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Die Inzidenzen in Baden-Württemberg sind aktuell relativ konstant niedrig, doch wie sieht die aktuelle Situation auf den Intensivstationen aus?

Die Zahl der Neuinfektionen in Baden-Württemberg steigt aktuell zwar wieder leicht, dennoch steht die aktuelle Inzidenz im Südwesten in keinem Verhältnis zu den Zahlen vor noch wenigen Monaten. Momentan liegt die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg bei 9,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Bis auf ein paar wenige Ausnahmen bewegen sich momentan die meisten Land- und Stadtkreise unter der 10er-Marke. Doch wie sieht es aktuell auf den Intensivstationen aus?

Die Corona-Situation auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg entspannt sich nach Einschätzung des Ludwigsburger Chefarztes Götz Geldner. „Die Neuaufnahmen von Covid-Patienten sind extrem niedrig“, erzählt der Präsident des Bundesverbandes der Anästhesisten gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Vergangene Woche seien drei Prozent der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt gewesen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

„Rund 14 bis 15 Prozent der Intensivbetten sind frei, wie in normalen Zeiten vor der Pandemie“, sagte Geldner. Und die Covid-Patienten auf den Intensivstationen sind ihm zufolge derzeit Post-Covid-Patienten, „meist jüngere Patienten mit langen Liegezeiten“.

Corona in Baden-Württemberg: Kleinere Corona-Wellen im Winter erwartet

„Wenn wir steigende Impfraten haben, nährt das meine Hoffnung, dass Covid bald eine saisonale Erkrankung wird wie die Grippe“, sagte er. „Ich erwarte bis zum Winter noch kleine Wellen mit Corona, aber keinen Orkan mehr.“ Selbst bei einer Impfquote von 85 Prozent sei aber nicht alles gut. „Wir werden lernen müssen, mit Covid zu leben. Das kann noch bis nächsten Sommer dauern oder bis zum übernächsten.“ Andere Experten warnen hingegen bereits vor einer vierten Welle, welche noch mal etwas heftiger ausfallen soll.

Impffortschritt (Stand: 19. Juli)

Inzwischen sind 46,4 Prozent der Deutschen gegen das Coronavirus vollständig geimpft. Mindestens eine Impfdosis haben bereits 59,9 Prozent erhalten. Im Südwesten sind 58,3 Prozent der Baden-Württemberger bereits geimpft, 46,3 Prozent vollständig. Baden-Württemberg liegt somit nur minimal unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Ein Problem ist nach Angaben des Professors aber die Personallage in den Krankenhäusern, wie auch echo24.de in der Vergangenheit bereits berichtet hat: „Nach anderthalb Jahren mit Corona ist das Personal auf den Intensivstationen ausgebrannt. Es gab viele Reduktionen.“ Der Gesamtbestand an Pflegekräften habe abgenommen, Mitarbeiter hätten Intensivstationen verlassen oder ihre Arbeitszeit reduziert. „Würden wir Personalpuffer schaffen, würden uns Pflegekräfte für den Normalbetrieb fehlen.“ Das Problem habe aber auch schon vorher bestanden und sei nicht covid-spezifisch.

Zusammen mit dem Sozialministerium arbeiteten die Ludwigsburger auch mit Epidemiologen aus Ulm und Freiburg zudem an Prognosetools, um frühzeitige Entwicklungen zu erkennen und Überlastungen zu vermeiden, sagte Geldner. „Da spielen die Intensivbetten, Fallzahlen und Impfquoten eine Rolle“. Was die Politik angeht, soll allerdings auch in Zukunft die 7-Tage-Inzidenz bei der Entscheidung, ob es weitere Lockerungen oder Maßnahmen geben soll, eine tragende Rolle spielen.

Rubriklistenbild: © Ole Spata/dpa

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