„Süßes oder Saures?“

Halloween zu Corona-Zeiten in BaWü: Gesundheitsminister und Verbände mit klarer Meinung zu Klingeltouren

  • Julia Cuprakowa
    vonJulia Cuprakowa
    schließen

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen steigt in Baden-Württemberg immer weiter an. Wie passen also Halloween- und Laternenumzüge dazu? Gesundheitsminister Lucha mit klarer Meinung.

Baden-Württemberg - Bald ist es wieder so weit - Halloween! Hexen, Zombies und andere Monster ziehen durch die Straßen und verlangen nach Süßem. Oder zieht dieses Jahr nur eine Schreckensgestalt durch Baden-Württemberg - das Coronavirus? Wenn man die aktuellen und immer weiter steigenden Infektionszahlen in Baden-Württemberg betrachtet, dann ist dieses Schreckensgespenst namens „Coronavirus“ bereits fleißig von Tür zur Tür gegangen, wie echo24.de* berichtet. Dabei ließ das Virus den Menschen jedoch keine Wahl - wie es an Halloween üblich wäre.

Aus diesem Grund rät der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) von Umzügen am Halloween-Fest, 31. Oktober, ab. Angesichts der deutlich steigenden Corona-Zahlen stellten die beliebten Klingeltouren von Haustür zu Haustür ein zu hohes Infektionsrisiko dar, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Manne Lucha warnt vor Halloween-Klingeltouren

Am Vorabend von Allerheiligen ziehen alljährlich verkleidete Kinder und Jugendliche in Gruppen auf der Jagd nach Süßigkeiten durch die Straßen. „Natürlich wird niemand kontrollieren, ob ein paar Nachbarskinder bei Ihnen klingeln und Gummibärchen erpressen - aber es ist ganz sicher nicht die Zeit, zu zehnt um die Häuser zu ziehen oder gar richtige Umzüge zu veranstalten“, sagte Lucha. Dabei wendet sich der Gesundheitsminister auch an die Eltern und rief sie dazu auf, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. „Sie sollten nicht vergessen: Es besteht immer die Gefahr, bei Menschen zu klingeln, die krank sind oder die sich gerade in Quarantäne befinden.“

Mit Blick auf das bevorstehende Halloween-Fest am 31. Oktober rät der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) von Umzügen ab

Die Menschen in Baden-Württemberg sollten nur noch das machen, was zwingend notwendig sei, damit eine flächendeckende Schließung von Kitas, Schulen und Wirtschaftsbereichen verhindert werden könne. „Da stellt sich natürlich die Frage, ob Umzüge zu Halloween zu den wirklich notwendigen Aktivitäten zählen“, ergänzte Lucha.

Halloween-Fest in Baden-Württemberg: Wegen Corona - auch Kirchen und Verbände gegen Umzüge

Und auch Kirchen und Verbände stellen angesichts des sich rasch ausbreitenden Coronavirus die Frage, ob Halloween- und Laternenumzüge tatsächlich sein müssten. Wie StZ.de berichtet, verweist auch der paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg auf die geltende Corona-Verordnung. Als Träger von Eltern-Kind-Gruppen und Kitas äußert sich der Verband nicht offiziell zu Halloween - da es sich um ein privates Fest handle. Anders sieht es bei den Laternenfesten rund um Sankt Martin aus.

Die Laternenumzüge werden von Einrichtungen organisiert und dazu nimmer der Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg eine klare Stellung ein: „Im Hinblick auf St. Martin empfehlen wir unseren Kitaträgern, dieses Laternenfest nur in der Kindergruppe und unter Ausschluss der Eltern zu feiern.“ Andrea Gerth, Fachberaterin für die Kitas, erklärt: „Es ist momentan nicht denkbar, zum Laternenumzug die Eltern einzuladen.“ Laut Stuttgarter Zeitung planten viele Einrichtungen stattdessen mit den Kindern im kleinen Kreis zu feiern.

Auch für Halloween hat die Fachberaterin einen Vorschlag: Warum mit den Kindern nicht bei drei besten Freunden klingeln und es dabei bewenden lassen? Denn ein Komplettverbot sei für die Kinder nur schwer nachzuvollziehen. Gerade für sie sei die aktuelle Situation emotional besonders belastend, so Gerth. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa/Bernd Weissbrod

Das könnte Sie auch interessieren