Lockdown in Baden-Württemberg

Scharfe Corona-Regeln im Lockdown: Das gilt jetzt in Baden-Württemberg

  • Julia Thielen
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  • Anna-Maureen Bremer
    Anna-Maureen Bremer
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Der Lockdown bleibt auch in Baden-Württemberg. Damit einher gehen weitere strenge Maßnahmen. Doch es gibt auch eine krasse Ausnahme im Südwesten.

Update, 8. Januar: Einmal mehr gilt ab dem 11. Januar eine neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg. Nach dem Beschluss beim Corona-Gipfel* am Dienstag, 5. Januar, den Lockdown zu verlängern folgen nun auch nochmal strengere Regeln. Eine besonders krasse Maßnahme wird im Südwesten allerdings bewusst nicht umgesetzt, berichtet echo24.de*.

Corona in Baden-Württemberg: Härtere Regeln im Lockdown - aber eine Maßnahme gilt nicht

Baden-Württemberg wird die 15-Kilometer-Regelung nicht umsetzen. Die Landesregierung ist der Auffassung, dass die Regelung nicht den gewünschten Effekt erreicht“ heißt es in den Änderungen der Corona-Verordnung des Landes. Um größere Ansammlungen im öffentlichen Raum zu vermeiden, habe man stattdessen die Landkreise gebeten, Vorkehrungen zu treffen. Zuletzt hatte es unter anderem am Stocksberg* im Kreis Heilbronn und im Schwarzwald* chaotische Verhältnisse wegen Ausflüglern gegeben.

Dennoch gelten neben den bereits bestehenden Beschränkungen vom 11. bis vorerst zum 31. Januar nochmals verschärfte Corona-Regeln in Baden-Württemberg. „Bei all dem ist weiterhin von entscheidender Bedeutung, dass sich alle an den Geist unserer Vereinbarungen halten und nicht die Lücke suchen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu den neuerlichen Maßnahmen.

Corona-Regeln Baden-Württemberg: Lockdown-Verlängerung und verschärfte Maßnahmen

Während darauf gehofft wird, dass die Corona-Impfungen nach den ersten Anlauf-Schwierigkeiten* langfristig das Ende der Pandemie bringen, muss vorerst die Verlängerung des Lockdowns für eine Verbesserung der Corona-Lage in Baden-Württemberg* sorgen.

Parallel sollen auch die neuen Maßnahmen die immer noch hohe 7-Tages-Inzidenz in Baden-Württemberg drücken. Noch liegt diese tagtäglich deutlich über 100. Ziel ist es, den Wert wieder unter 50 zu senken. Dabei sollen folgende weitere strenge Corona-Regeln zusätzlich zu den bereits bestehenden helfen:

  • Private Treffen: Statt bislang zwei Haushalten dürfen sich im öffentlichen und privaten Raum nur noch ein Haushalt und eine weitere Person treffen. Ausnahme: Kinder unter 14 werden nicht mitgezählt.
  • Kitas: Kindergärten bleiben auch über die Weihnachtsferien hinaus geschlossen. Wenn die Infektionszahlen „signifikant sinken“ sei eine Öffnung ab dem 18. Januar denkbar.
  • Grundschulen: Auch die Grundschulen dürfen frühestens ab dem 18. Januar wieder öffnen. Deutlich niedrigere Infektionszahlen vorausgesetzt. Bis dahin sollen Grundschüler mit Lernmaterial versorgt werden.
  • weiterführende Schulen: Auch hier gibt es vorerst keinen Präsenz-, sondern Fernunterricht. Ausnahme: Für Abschlussklassen können individuelle Sonderregelungen vereinbart werden.
  • Reisen: Die Landesregierung appelliert: „Verzichten Sie auf private Reisen sowie Ausflüge zu touristischen Zwecken.“ Untersagt sind unterdessen touristische Busreisen und Übernachtungsangebote - darunter auch Camping.
  • Restaurants: Die Regelungen bleiben bestehen, allerdings werden nun auch Kantinen geschlossen, sofern es die Arbeitsabläufe zulassen. Auch hier ist die Mitnahme von Speisen weiterhin gestattet.
  • Einkaufen: Das zuvor verbotenen Abholangebote (Click&Collect) im Einzelhandel sind wieder erlaubt.

Corona in Baden-Württemberg: Lockdown-Hammer! Noch schärfere Regeln

Erstmeldung, 6. Januar: Paukenschlag bei der Regierung: Der Corona-Gipfel am gestrigen Dienstag brachte keine Lockerungen - und das ist es auch nicht, was viele schockiert. Aber, dass die Regeln noch härter und die Einschränkungen noch massiver werden, das hatten nicht alle kommen sehen. echo24.de* berichtet über die Neuerungen.

Was klar war: Der Lockdown bleibt. Offiziell wurde er nun bis zum 31. Januar verlängert. Knallhart: Ab Montag, 11. Januar, darf zu den im eigenen Haushalt lebenden Personen nur noch eine weitere dazukommen. Schulen und Kitas bleiben vorerst geschlossen - es soll hier aber Regelungen für digitalen oder Wechselunterricht geben. Für Kitas und Grundschulen wird eine Öffnung ab dem 18. Januar angestrebt, wenn es die Corona-Situation zulässt.

Coronavirus Baden-Württemberg: Neue Regeln - Lockdown wird verschärft

Für viele ebenfalls erdrückend: Sollte die 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis wieder über 200 steigen, soll der Bewegungsradius der dort lebenden Menschen auf 15 Kilometer eingeschränkt werden - zumindest in einigen Bundesländern. Bei dieser Regelung macht Baden-Württemberg aktuell allerdings nicht mit. Auf der Internetseite des Landes heißt es dazu: „Baden-Württemberg plant aktuell, das nicht umzusetzen, da das Land die Regelung zunächst auf Umsetz- und Kontrollierbarkeit prüft.“

„Wir alle sind zu Recht mit sehr viel Hoffnung ins neue Jahr gestartet, denn der Beginn der Impfungen* gibt uns eine wichtige Perspektive“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach den Beratungen von Bund und Ländern zur Verlängerung des Lockdowns. Aber ganz so einfach ist es leider nicht: „Gleichzeitig müssen wir uns jetzt mit sehr viel Realismus auf den weiteren Weg machen, denn wir sind noch nicht über den Berg.“

Coronavirus Baden-Württemberg: Das gilt seit dem Corona-Gipfel 

Es gibt jedoch auch eine positive Nachricht: Eine Lockerung in Baden-Württemberg* könnte den Handel aufatmen lassen. Auf der Internetseite des Landes Baden-Württemberg sind alle Regelungen seit dem Corona-Gipfel ausführlich aufgelistet. Das Wichtigste:

  • Die bestehenden Maßnahmen werden bis 31. Januar 2021 verlängert. In Baden-Württemberg bleiben die Ausgangsbeschränkungen weiter bestehen.
  • Private Zusammenkünfte sind nur noch im Kreis des eigenen Hausstandes und höchstens mit einer weiteren Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehört, möglich. Kinder unter 14 werden dabei mitgezählt– anders als in den vergangenen Wochen
  • Für alle Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen gibt es bis Ende Januar keinen Präsenzunterricht. Für die Abschlussklassen sind Sonderregeln möglich. Auch in den Grundschulen findet zunächst kein Präsenzunterricht statt. Dort lernen die Kinder mit Materialien. Die Kitas bleiben zunächst geschlossen. Ziel ist: Kitas und Grundschulen ab dem 18. Januar wieder zu öffnen. 
  • Kantinen werden für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Ausgabe von Speisen soll ausschließlich für den Verzehr außerhalb der Kantinen-Räumlichkeiten erfolgen, sofern es die betrieblichen Abläufe zulassen
  • Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber werden dringend gebeten, großzügige Home-Office-Möglichkeiten zu schaffen, um bundesweit den Grundsatz „Wir bleiben zuhause“ umsetzen zu können.
  • Der Bund wird gesetzlich regeln, dass das Kinderkrankengeld im Jahr 2021 für zehn zusätzliche Tage pro Elternteil beziehungsweise 20 Tage bei Alleinerziehenden gewährt wird. Der Anspruch soll auch für die Betreuung der Kinder zu Hause gelten, wenn Kitas und Schulen wegen der Pandemie geschlossen sind.
  • In Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 200 sollen weitere lokale Maßnahmen ergriffen werden. So soll der Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den eigenen Wohnort beschränkt werden, sofern kein triftiger Grund vorliegt. Baden-Württemberg plant aktuell, das nicht umzusetzen, da das Land die Regelung zunächst auf Umsetz- und Kontrollierbarkeit prüft. 
  • Alten- und Pflegeeinrichtungen sind in der Verantwortung, die umfassende Umsetzung der Testanordnung des Bundes sicherzustellen.
  • Die Bundespolizei wird bei Einreisen aus Gebieten, in denen solche Mutationen verbreitet sind, die Einhaltung der Einreisebestimmungen verstärkt kontrollieren. Die Länder stellen sicher, dass die Einhaltung der Quarantäne ebenfalls eng kontrolliert wird.
  • Bei der Einreise in die Bundesrepublik Deutschland aus einem Risikogebiet soll eine Testpflicht eingeführt werden.
  • Die vollständige Auszahlung der Novemberhilfen beginnt am 10. Januar 2021.

Coronavirus Baden-Württemberg: Einhaltung der Regeln bestimmt, wie es weitergeht

Winfried Kretschmann möchte am liebsten noch härtere Regeln - bei einer macht er dafür nicht mit.

„Die Folgen der Pandemie lassen sich nur dann beherrschen, wenn die Fallzahlen niedrig sind“, sagte Kretschmann abschließend in seinem Statement. „Darin ist sich die Wissenschaft einig, und darin waren wir uns auch bei unseren Beratungen einig. Dabei kommt es weiterhin auf uns alle an. Je mehr wir uns an die Beschränkungen halten, je weniger Kontakte wir haben, je vorsichtiger wir sind, desto schneller werden die Infektionszahlen sinken, und desto eher können wir mögliche Lockerungen in Betracht ziehen. Schon kleine Verhaltensänderungen haben große Wirkungen. Ob wir unsere Kontakte nur ein wenig oder deutlich reduzieren, entscheidet darüber, ob wir das Ziel niedriger Infektionszahlen in wenigen Wochen oder erst in Monaten erreichen.“

Hoffnung macht: Wissenschaftler haben einen Durchbruch in der Corona-Forschung* erzielt und womöglich herausgefunden, wie die Entwicklung eines Corona-Medikaments gelingen könnte. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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