Handel atmet auf

Trotz längerem Lockdown: Baden-Württemberg mit wichtiger Lockerung

Das Schild mit dem Schriftzug „Lockdown“ hängt im Schaufenster eine Kaufhauses.
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Das Schild mit dem Schriftzug „Lockdown“ hängt im Schaufenster eine Kaufhauses.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Der Lockdown in Baden-Württemberg gilt auch über den 10. Januar hinaus und wurde sogar verschärft. In einem Punkt gibt es aber eine Lockerung, die in anderen Bundesländern schon länger gilt.

Was in den meisten anderen Bundesländern auch nach der Lockdown-Verschärfung im Dezember noch erlaubt war, ist ab Montag auch in Baden-Württemberg wieder möglich: Das Abholen von Waren im Geschäft. Eine entsprechende Änderung der Corona-Verordnung bestätigte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet am Dienstag nach dem Bund-Länder-Gipfel.

Über die Weihnachtstage waren solche Abholangebote verboten worden, um lange Schlangen vor den Läden und damit weitere Kontakte zu vermeiden. Um das Weihnachtsgeschäft nicht gänzlich zu verpassen, durften die Geschäfte jedoch einen Lieferservice anbieten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Handel erfreut über Abolangebote

Ab dem 11. Januar kommt nun also - trotz verlängerten Lockdown - auch wieder die Möglichkeit dazu, dass Kunden die Ware persönlich im Geschäft abholen können. Dazu müssen diese laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) jedoch im Vorfeld eine Abholzeit mit dem Geschäft vereinbaren.

Die Landesregierung kommt damit einer wochenlangen Forderung des Handelsverbandes nach, der sich erfreut über die Änderung der Corona-Verordnung zeigte. Die Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann betonte jedoch, dass der Handel diese Möglichkeit zu Weihnachten dringender benötigt hätte.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Viele Geschäfte werden Abholangebote für Waren anbieten

Zudem betont Hagmann, dass man die Argumentation für das „Click and Collect“-Angebot nie verstanden habe. Es sei hart gewesen, den mit dem Rücken zur Wand stehenden Händlern auch diese Möglichkeit zunehmen. Das hat unseren mittelständischen Unternehmen sehr geschadet“, erklärt Hagmann. Denn Lieferungen seien „wahnsinnig aufwendig und teuer“ gewesen.

Gegenüber der dpa geht Hagmann davon aus, dass nun viele Geschäfte Abholangebote anbieten werden, vor allem Buchhändler, Spielwarengeschäfte oder auch Elektronikmärkte - im Grunde alle Läden, wo Kunden schnell etwas abholen und mitnehmen können, wenn sie grade in der Stadt sind. Dass der Lockdown nun noch einmal verlängert wird, bezeichnet Hagmann hingegen als „wirklich katastrophal“. Je länger der Lockdown dauert, umso mehr Läden würden dauerhaft schließen. Im schlimmsten Fall würden in den kommenden zwei Jahren 12.000 Geschäfte verschwinden.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Abholangebote „sehr erfreulich und überfällig“

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) nannte die Aufhebung des Verbots von Abholangeboten  „sehr erfreulich und überfällig“. Die CDU-Politikerin betonte:  „Damit kann das mit der Schließung verbundene Sonderopfer des Einzelhandels zumindest etwas abgemildert werden.“ „Durch diesen Freiraum kann wenigstens ein kleiner Teil an Umsätzen im Lockdown generiert werden“, sagt auch der Präsident des Industrie- und Handelskammertages, Wolfgang Grenke.

Bestellen im Netz, abholen im Laden: Bei Click & Collect fallen meist keine Versandkosten an.

Die Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut hatte sich von Anfang an für Abholangebote stark gemacht. Deshalb war es vor Weihnachten auch auf offener Bühne zum Streit mit Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) gekommen, da die Landesregierung zu dieser Zeit noch eine andere Linie vertrat.

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