Coronavirus Baden-Württemberg

Steigende Corona-Zahlen: Gesundheitsämter „am Anschlag“

Die wachsende Zahl von Corona-Infektionen belastet die Gesundheitsämter im Land wieder zunehmend. (Symbolbild)
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Die wachsende Zahl von Corona-Infektionen belastet die Gesundheitsämter im Land wieder zunehmend. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg steigen wieder - und das bereitet den Behörden erneut massive Probleme. Wie ernst die Lage wirklich ist:

Es klingt wie ein Déjà-vu, was die Gesundheitsämter Baden-Württembergs aktuell melden - der Herbst ist da und die Intensivstationen füllen sich erneut mit Covid-19-Patienten. Seit Tagen steigen die Zahlen wieder massiv an und auch die kritische Hospitalisierungsinzidenz für den Südwesten klettert in die Höhe. Mittlerweile sind fast 250 Patienten mit Corona in den Krankenhäusern und die Warnstufe könnte schon diesen Freitag in Kraft treten.

Doch nicht nur das bereitet den Gesundheitsämtern Sorgen. Sie selbst kommen an ihre Belastungsgrenzen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, belastet die immer weiter steigende Zahl von Corona-Infektionen die Behörden im Land wieder zunehmend. Eine Sprecherin des Landratsamtes Enzkreis erklärte dazu: „Auch unser Gesundheitsamt arbeitet am Anschlag“, und ergänzt: „Eine zeitnahe Nachverfolgung von Kontaktpersonen ist derzeit nicht möglich.“

Corona Baden-Württemberg: Zahlen steigen, Gesundheitsämter am Limit - die aktuelle Lage

Bedeutet: Es dauert im Zweifel recht lange, bis man überhaupt weiß, dass man Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatte. Und noch schlimmer: Selbst Neuinfizierte können derzeit nicht immer noch am selben Tag kontaktiert werden. Ähnlich sieht es beim Gesundheitsamt Karlsruhe aus. Ein Behördensprecher berichtet, auch hier machen sich die steigenden Fallzahlen bemerkbar: „Das Arbeitspensum steigt synchron zu den Fallzahlen“, allerdings ist die Lage hier noch nicht so angespannt, wie im Enzkreis, denn das Gesundheitsamt Karlsruhe setzt, um das Pensum zu schaffen, weiteres Personal ein.

Bisher sei es noch möglich, Kontakte ohne große Zeitverluste nachzuverfolgen, heißt es aus Karlsruhe - und ähnlich sieht es in den Gesundheitsämtern des Landkreises Heilbronn und des Rhein-Neckar-Kreises aus. Auch hier nimmt die Belastung für die Mitarbeiter stetig zu, noch können aber alle Kontaktpersonen zuverlässig informiert werden.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Corona-Infektionszahlen in den kommenden Wochen wieder stabilisieren - immerhin sind laut Impfdashboard mittlerweile knapp 65 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Im schlimmsten Fall könnte den Ungeimpften allerdings ein knallharter Lockdown wie in Österreich drohen - doch auch die aktuelle Corona-Verordnung für Baden-Württemberg sieht für Menschen ohne vollständige Immunisierung bereits massive Einschränkungen vor.

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