Zahlen steigen vielerorts

Zu wenig Impfungen – vierte Corona-Welle jetzt nicht mehr zu stoppen?

  • Anna-Maureen Bremer
    VonAnna-Maureen Bremer
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Das Impfziel in Deutschland wird bis zum Herbst wohl nicht erreicht. Die Zahl der Corona-Infektionen steigt erneut an. Die vierte Welle steht vor der Tür.

Viele Menschen in Deutschland wollen derzeit die Ferien genießen und im Urlaub - teils im Ausland - auf andere Gedanken kommen. Schwierig, denn in vielen beliebten Urlaubsländern herrscht eine hohe Ansteckungsgefahr. Und der „Bald ist die Pandemie vorbei“-Gedanke wird auch ganz schön gebremst, denn die Infektionszahlen in Baden-Württemberg und ganz Deutschland steigen erneut. Mit fortschreitender Impfkampagne sollte alles besser werden. Aber es gibt einen mächtigen Dämpfer: Die angestrebte Impfquote bis zum Herbst ist nicht mehr zu erreichen. Die vierte Welle scheint sicher zu sein.

Vierte Welle: Zu wenig Corona-Impfungen in Deutschland bis zum Herbst

„Rund 100.000 Erstimpfungen pro Tag werden in Deutschland derzeit durchgeführt. Um das gewünschte Impfziel zu schaffen, müssten es aber mehr als eine halbe Million erste Impfungen pro Tag sein“, heißt es in einem SWR-Bericht. Diese Anzahl wäre laut einer RKI-Rechnung notwendig, um den bestmöglichens Schutz gegen eine vierte Infektionswelle zu haben - dann wären nämlich 85 Prozent der Deutschen vollständig geimpft.

Anlässlich der steigenden Zahlen, wird sich auch die Regierung beim nächsten Corona-Gipfel viel mit dem Thema Impfungen auseinandersetzen müssen. Streit bahn sich bereits bei der Debbate zum Umgang mit Nichtgeimpften an. Auch muss jetzt weniger über mangelnden Impfstoff, dafür aber die rückläufige Impfbereitschaft gesprochen werden.

Der SWR hat sich die aktuellen Impf-Daten genau angesehen und kommt zu dem ernüchternden Ergebnis, dass die Bereitschaft in Deutschland, sich impfen zu lassen stark eingebrochen ist. „Es lassen sich derzeit so wenige Menschen impfen, dass die 85-Prozent-Quote außer Reichweite für den Herbst gerät“, heißt es. Und deshalb stellt das RKI eine düstere Prognose auf: Wird die gewünschte Quote nicht erreicht, dann kommt im Herbst eine starke Infektionswelle auf uns zu. Zwar haben viele Menschen durch das Vakzin bereits einen Schutz, ausbreiten kann sich Covid10 allerdings immer noch.

Es müsste in BaWü viermal mehr Impfungen gegen das Coronavirus geben – jeden Tag

In Baden-Württemberg werden aktuell täglich rund 17.000 Menschen zum ersten Mal gegen das Coronavirus geimpft. Um die bevorstehende vierte Welle zu brechen, müssten es Experten zufolge allerdings viermal mehr Impfungen jeden Tag geben. 80.000 am Tag wären anzustreben.

Der Demografische Wandel spielt auch bei der Corona-Pandemie eine wichtige Rolle in Deutschland. Der SWR schreibt dazu: „Denn je mehr Menschen in der Kohorte der 40- bis 75-Jährigen nicht geimpft sind, desto wahrscheinlicher sind schwerer Verläufe.“ Da es in Deutschland vergleichsweise viele Menschen zwischen 60 und 75 Jahren gibt, ist das Risiko von Überlastungen in den Krankenhäusern dann natürlich höher.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa/Illustration

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