Coronavirus in Baden-Württemberg

Corona-Warn-App: Wenn‘s plötzlich rot leuchtet - das müssen Nutzer tun

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Die Corona-Warn-App der Bundesregierung soll helfen, Infektionsketten schnellstmöglich zu unterbrechen. Bei immer mehr Nutzern zeigt die App derzeit Rot an. Was tun?

Der Kampf gegen das Coronavirus ist ein harter. Denn die Infektionszahlen steigen weiter besorgniserregend: Am Dienstag meldete das Robert-Koch-Institut bundesweit 21.506 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden – neuer Höchststand! In Baden-Württemberg waren es laut Landesgesundheitsamt 2.529 neue Corona-Fälle* (Stand 5. November), wie echo24.de* berichtet. Die Gesundheitsämter sind immer öfter überlastet und sind auf externe Unterstützung angewiesen. In Stuttgart hat die Stadt erneut einen Antrag an die Bundeswehr gestellt*.

Baden-Württemberg: Immer mehr Neuinfektionen – so soll die Corona-Warn-App helfen

Um wieder Herr der Lage zu werden, ist oberste Priorität in Baden-Württemberg, die Sieben-Tage-Inzidenz wieder nach unten zu bekommen. Neben dem Teil-Lockdown, durch den seit 2. November verschärfte Corona-Regeln gelten*, setzt die Politik auch auf die staatliche Corona-Warn-App als wichtiges Hilfsmittel. Über 21 Millionen Mal wurde die Warn-App der Bundesregierung, die seit dem 16. Juni zum Download bereitsteht, bislang heruntergeladen.

Die Corona-Warn-App soll dabei helfen, Kontaktpersonen von Covid-19-Infizierten frühzeitig zu informieren und so die Infektionsketten schnellstmöglich zu unterbrechen. Nutzer, die einen positiven Corona-Test erhalten haben, können dies freiwillig in der App vermerken und die Warnung anderer freischalten. Im Anschluss werden die App-Kontakte, die man in den letzten 14 Tagen hatte, darüber informiert, dass sie sich in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben. Um das zu ermöglichen, sendet die Warn-App im Alltag andauernd anonymisierte Zufallcodes via Bluetooth aus, die von anderen App-Nutzern in der Nähe empfangen werden.

AppCorona-Warn-App
verfügbar seit16. Juni 2020
HerausgeberRobert-Koch-Institut (RKI)
Entwickelt vonSAP, Deutsche Telekom

Baden-Württemberg: Corona-Warn-App schlägt bei immer mehr Nutzern an – auch in Stuttgart

Außerdem kann die Corona-Warn-App dazu beitragen, dass die Menschen nach einem Corona-Test möglichst schnell ihr Ergebnis digital erhalten. Anwender können dazu einen QR-Code scannen, den sie vom Arzt oder dem Labor erhalten, um dann das Resultat in der App übermittelt zu bekommen. Es kann sein, dass das jeweilige Labor den elektronischen Prozess noch nicht unterstützt. Um auch dann ein positives Ergebnis in die App eingeben zu können, benötigt man eine sogenannte Tele-TAN. Diese erhält man über einen Anruf bei der Corona-App-Hotline (0800/75 40 002).

Bei immer mehr Nutzern scheint die App zurzeit anzuschlagen. Aber wie soll man sich verhalten, wenn die Corona-Warn-App auf einmal Rot aufleuchtet? Das war zum Beispiel zuletzt in Stuttgart der Fall. Wie die Stadt in einer Pressemitteilung vermeldete, wurden einige Teilnehmer nach der Gemeinderatssitzung am 22. Oktober per Corona-App über ein erhöhtes Infektionsrisiko aufgrund einer Begegnung mit einer nachweislich Corona-positiv getesteten Person informiert. Das Gesundheitsamt forderte alle Betroffenen – darunter auch OB Fritz Kuhn – auf, die Anweisungen der App zu befolgen und empfahl vorsorglich einen Corona-Test.

Über 21 Millionen haben die Corona-Warn-App der Bundesregierung bereits heruntergeladen.

Corona-App leuchtet Rot: „Erhöhtes Risiko“ – in diesen Fällen kommt die Warnmeldung

Aber was bedeutet eine Warnmeldung in roter Farbe in der Corona-Warn-App? Zum Hintergrund: Die Warn-App bewertet die Begegnungen der Menschen im Alltag. Um diese als Risiko-Begegnung einzuschätzen, „muss sie epidemiologisch relevant gewesen sein“, teilt die Bundesregierung auf der Website zur App mit. Die Warn-App arbeitet dabei mit der Dauer der Begegnung und dem Abstand der beiden Nutzer. Als Risiko-Begegnungen gelten für die App Begegnungen mit einer positiv auf Corona getesteten Person, wenn dieses Aufeinandertreffen einen bestimmten Schwellenwert der zuvor genannten Parameter überschreitet.

Über ein „niedriges Risiko“ werden die App-Nutzer informiert, wenn sich entweder keine Aufzeichnung einer Begegnung mit einem Infizierten ergeben hat oder die mögliche Begegnung zu kurz oder mit ausreichend Distanz stattgefunden hat. Die Meldung über ein „erhöhtes Risiko“ in der Corona-Warn-App leuchtet auf, wenn in den letzten 14 Tagen Begegnungen mit mindestens einer Corona-positiv getesteten Person stattgefunden haben und man sich über einen längeren Zeitraum in der Nähe des Infizierten aufgehalten hat.

Corona-Warn-App leuchtet Rot: Nutzer über Kontakt informiert – was tun?

Was dann? Die Corona-Warn-App empfiehlt dem betroffenen Nutzer dann, wenn möglich nach Hause zu gehen beziehungsweise zu Hause zu bleiben sowie mit dem Hausarzt, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst (telefonisch unter 116117 erreichbar) oder dem örtlichen Gesundheitsamt Kontakt aufzunehmen und dort das weitere Vorgehen zu besprechen.

Kurz gesagt: Die Benachrichtigung durch die Corona-Warn-App dient zunächst nur als Hinweis – im Anschluss muss ein Experte kontaktiert werden. Die Entscheidung über eine Krankschreibung oder die Anordnung einer häuslichen Isolation trifft ein Arzt oder das Gesundheitsamt nach einer entsprechenden eigenen Einschätzung. Übrigens: Sollte Homeoffice keine Option sein, zahlt der Arbeitgeber das Gehalt auch nur weiter, wenn das Gesundheitsamt eine Quarantäne angeordnet hat. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa/Archivbild

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