Kontaktnachverfolgung verbesserungswürdig

Corona-Warn-App in der Kritik: Kretschmann will sie verbessern – mit diesen Ideen

  • Julia Thielen
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Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht bei der Corona-Warn-App reichlich Luft nach oben. Und will Verbesserungsvorschläge vorbringen.

Die Corona-Warn-App hat nach Ansicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann noch immer Mängel und sollte deshalb nachgebessert werden. Er selbst will angesichts weiter steigender Corona-Zahlen auch in Baden-Württemberg deshalb bei der Videokonferenz der Länder-Chefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am kommenden Montag Verbesserungsvorschläge vorbringen.

Corona-Warn-App: Winfried Kretschmann will Kontaktnachverfolgung beschleunigen

„Nach der ersten Auswertung können wir festhalten: Die Corona-App ist eine gute Ausgangsbasis, aber sie schöpft ihr Potenzial nach meinem Eindruck bislang bei weitem nicht aus, vor allem bei der Kontaktnachverfolgung“, sagte der Grünen-Politiker den Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung. Bei der Videokonferenz der Länder-Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Montag will Kretschmann deshalb einige Vorschläge dazu machen.

So könnten Testlabors schon bei der Probenentnahme die Einwilligung einholen, dass positive Testergebnisse tatsächlich in die Corona-Warn-App eingespeist werden. Kretschmann sagte: „Mit einer automatisierten Weitergabe positiver Testergebnisse auf Basis einer Einwilligung bereits bei der Probenentnahme könnte zum Beispiel zeitnah eine sehr effektive und extrem wichtige Verbesserung bei der Wirksamkeit der App realisiert werden.“

Coronavirus Baden-Württemberg: Gesundheitsämter geraten bei Kontaktnachverfolgung an ihre Grenzen

Die für die Eindämmung der Pandemie so wichtige Kontaktnachverfolgung hatte zuletzt wegen der weiter steigenden Corona-Zahlen auch in Baden-Württemberg gelitten. Mehrere Gesundheitsämter waren an ihre Grenzen geraten. Und das obwohl viele Städte Unterstützung durch die Bundeswehr erhalten.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann wünscht sich Verbesserungen für die Corona-Warn-App.

Derweil steigt auch die Belastung der Intensivmedizin in den Krankenhäusern. Die Lage in den Kliniken sei „schlimmer als im Frühjahr sagte zuletzt auch Uwe Janssens, der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Corona-Warn-App: Auf diese Nachbesserungen hofft Baden-Württembergs Ministerpräsident

Notwendig ist nach Ansicht von Winfried Kretschmann auch ein häufigerer Abgleich der Kontaktschlüssel in der Corona-Warn-App. Vier Durchläufe täglich sollten mindestens angestrebt werden. Nicht zuletzt gehe es ihm aber auch darum, die Corona-App - sie wurde bisher von rund 22 Millionen Deutschen heruntergeladen - attraktiver zu machen: „Die Akzeptanz der App speist sich nicht nur aus dem hohen Datenschutzniveau, sondern auch aus einer sinnvollen Funktionalität und einem echten Mehrwert für App-Nutzer. Beides sollten wir im Blick haben.“

Corona-Warn-AppApp, die helfen soll, Infektionsketten zu unterbrechen
KategorieCovid-19-App
EntwicklerSAP und Deutsche Telekom
BetriebssystemeAndroid, iOS

So wäre zum Beispiel eine freiwillige Check-in-Funktion für die Gastronomie und für Veranstaltungen denkbar, mit der App-Nutzer automatisch registriert werden.

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Die Corona-App steht seit dem 16. Juni zum Download bereit. Mittlerweile zeigt die App bei immer mehr Nutzern auch in Baden-Württemberg Rot an, weil sie Kontakt zu Corona-Patienten hatten.

Auch Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn scheint mit der Corona-App nicht zufrieden. „Die Corona-App ist eigentlich eine Datenschutzapp. Zu einem echten Tracing taugt sie nicht“, twitterte der Grünen-Politiker zuletzt.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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