Entscheidung gefallen

Lockdown-Hammer! Heftige Regeln nach Corona-Gipfel beschlossen – mit wichtiger Ausnahme

  • Julia Thielen
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Ab kommendem Mittwoch, 16. Dezember, gilt wegen des Coronavirus ein bundesweiter Lockdown. Mit drastischen Einschnitten für das öffentliche Leben. Auch an Weihnachten?

Lockdown! Noch einmal wird das öffentliche Leben in Deutschland angesichts der sich ausbreitenden Corona-Pandemie drastisch heruntergefahren. Ab dem kommenden Mittwoch, 16. Dezember, gelten bundesweit massive Einschränkungen. Der Einzelhandel mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf muss schließen. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten am Sonntag mit. Auch beim Thema Weihnachten gab es einen Beschluss beim Corona-Gipfel.

Corona Baden-Württemberg: Lockdown mit harten Regeln kommt – auch für Weihnachten?

Die harten Regeln des Lockdowns sollen grundsätzlich vorerst bis zum 10. Januar gelten. Mit einer dreitägigen Ausnahme: Vom 24. bis 26. Dezember sollen die Kontaktbeschränkungen minimal gelockert werden. Dann sind statt maximal fünf Personen aus maximal zwei Haushalten auch mehr Menschen bei gemeinsamen Treffen erlaubt. Insgesamt könnten vier über den eigenen Hausstand hinausgehende Personen aus dem engsten Familienkreis zusätzlich anwesend sein. Kinder bis 14 Jahre zählen ohnehin nicht. Auch Gottesdienste sollen - unter Einhaltung strenger Hygiene- und Abstandsregeln - stattfinden können.

Doch nicht alle Bundesländer dürften hier mitziehen. Berlin beispielsweise hatte schon vorab angekündigt, keine Maßnahmen für die Feiertage abzumildern. Wie Baden-Württemberg die Beschlüsse des Corona-Gipfels für Weihnachten konkret umsetzt, bleibt abzuwarten.

Bundesweiter Lockdown: Kein Verkauf von Feuerwerk an Silvester

An Silvester und Neujahr wird ein bundesweites An- und Versammlungsverbot gelten. Nach einem Beschluss vom Sonntag wird zudem der Verkauf von Feuerwerk vor Silvester grundsätzlich verboten.

Schüler und Kita-Kinder sollen spätestens ab Mittwoch deutschlandweit wann immer möglich für zunächst dreieinhalb Wochen zu Hause bleiben. Ausnahmen und eine Notbetreuung sind möglich und in einigen Bundesländern gelten solche Regeln bereits ab Montag. In Baden-Württemberg könnte am Nachmittag eine Entscheidung fallen.

Corona Baden-Württemberg: Lockdown light gescheitert - Zahlen weiter zu hoch

Damit ist der als Mittel zur Senkung der immer noch massiven Corona-Neuinfektionen beispielsweise in Baden-Württemberg geltende Lockdown light hinfällig.

Er habe „nicht gereicht“, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte beispielsweise schon vor dem Corona-Gipfel für eine Verschärfung der Maßnahmen plädiert.

Corona: Knallhart-Lockdown in den kommenden Wochen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verteidigte den harten Lockdown als alternativlos. „Corona ist eine Katastrophe, die unser Leben mehr betrifft als jede Krise, die wir in den letzten 50 Jahren zuvor hatten“, sagte der CSU-Chef nach den Beratungen von Bund und Ländern. „Wenn wir nicht aufpassen, wird Deutschland schnell das Sorgenkind in ganz Europa. Deswegen mussten und müssen wir handeln“, sagte Söder. Die Lage bei den Neuinfektionen sei außer Kontrolle geraten, daher müsse die Politik handeln. Daher laute das Motto ganz oder gar nicht.

Bayern werde die Maßnahmen „maximal umsetzen“, betonte Söder. Der bisherige Teil-Lockdown habe keine Wirkung gehabt, letztlich habe die Medizin nicht ausgereicht. Man dürfe nicht aus Bequemlichkeit vor notwendiger Konsequenz zurückschrecken.

Lockdown in ganz Deutschland: „Nur so haben wir eine Chance“

Auch für den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) ist der harte Lockdown ohne Alternative. „Die Zeit der Appelle ist vorbei“, sagte Kretschmer der Deutschen Presse-Agentur. „Deutschland muss zur Ruhe kommen - nur so haben wir eine Chance, die Kontakte um das notwendige Maß zu reduzieren.“

Was im Frühjahr „in Teilen zu viel war, ist heute dringend geboten und wird jetzt von allen staatlichen Ebenen durchgesetzt“, sagte Kretschmer. Die Gewährleistung der medizinischen Versorgung jederzeit sei nicht verhandelbar. „Gerade der Blick auf die Situation in den Krankenhäusern zeigt, wie notwendig die beschlossenen Maßnahmen sind.“

Rubriklistenbild: © Matthias Bein

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