Regel-Hammer für Nicht-Geimpfte

Neue Corona-Verordnung für BaWü: 2G-Hammer und neue Regeln – das gilt jetzt

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  • Anna-Maureen Bremer
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  • Melissa Sperber
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  • Jason Blaschke
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In Baden-Württemberg sollen Geimpfte und Genesene dank der neuen Corona-Verordnung ab dem 15. Oktober mehr Freiheiten erhalten. Alle Details im Überblick. 

Update vom 13. Oktober: Am 15. Oktober tritt in Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung in Kraft. Das baden-württembergische Kabinett hat am Mittwoch (13. Oktober) einer Änderung der Corona-Verordnung zugestimmt. Die bereits mit der letzten Verordnung eingeführten Stufen (Basis-, Warn- und Alarmstufe) sowie die damit verbundenen Regelungen bleiben bestehen. Neu ist die Einführung eines sogenannten 2G-Optionsmodells in der Basisstufe, wie das Land am Mittwochabend mitteilt. Zudem gibt es künftig eine Testpflicht für Ungeimpfte, die in ihrem Job Außenkontakt haben.

Für Geimpfte und Genesene gibt es durch die 2G-Option mehr Freiheiten. Entscheiden sich Veranstalter oder Betreiber von Einrichtungen für diese Option – lassen also nur Geimpfte und Genesene zu – müssen die Gäste keine Maske mehr tragen. Zudem unterliegen Veranstaltungen mit ausschließlich geimpften oder genesenen Besucherinnen und Besuchern keiner Personenobergrenze mehr, wie es bislang für Großveranstaltungen (bis max. 25.000 Personen) der Fall war.

Neue Corona-Verordnung: 2G-Option in Baden-Württemberg beschlossen – die Details

„Wir beobachten derzeit ein stabiles Infektionsgeschehen“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha am Mittwoch in Stuttgart. „Die Zahlen bewegen sich auf einem Plateau, nach wie vor sind es überwiegend nicht geimpfte Personen, die mit schweren Verläufen auf den Intensivstationen behandelt werden müssen. Gleichzeitig ist die Impfquote weiter angestiegen. Deshalb ermöglichen wir Veranstaltern und Anbietern mit dem Optionsmodell mehr Flexibilität.“ Dennoch warnte Lucha vor zu großer Sorglosigkeit. Sollten dem Gesundheitssystem die Überlastung drohen, wird wieder zu härteren Maßnahmen gegriffen.

Neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg: Testpflicht für Ungeimpfte mit Außenkontakt

Außerdem wurde mit der neuen Corona-Verordnung beschlossen, dass sich nicht geimpfte und nicht genesene Beschäftigte sowie Selbstständige mit Außenkontakt darüber hinaus künftig auch in der Basisstufe zweimal wöchentlich mit einem Antigen-Schnelltest testen lassen müssen. Dies galt bislang in Baden-Württemberg nur für die Warn- und Alarmstufe.

Bereits jetzt sind Arbeitgeber nach der sogenannten SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung des Bundes verpflichtet, ihren Beschäftigten solche Tests zweimal wöchentlich anzubieten – allerdings sind diese freiwillig. Für nicht geimpfte und nicht genesene Beschäftigte mit Außenkontakt gilt fortan eine Testverpflichtung, mit der ein Gleichklang zu dem mit einem 3G-Nachweis stattfindenden Publikumsverkehr herbeigeführt wird.

Das sind die wesentlichen Änderungen in der neuen Corona-Verordnung im Überblick:

  • Einführung eines 2G-Optionsmodells zur Lockerung der Maskenpflicht für den Publikumsverkehr in der Basisstufe.
  • Ausweitung der Möglichkeit der Datenerhebung auf die Corona-Warn-App und vergleichbare Applikationen.
  • Aufhebung der Personenobergrenze von 25.000 Teilnehmenden bei Großveranstaltungen, sofern ausschließlich immunisierten Personen Zutritt gewährt wird. Neben geimpften oder genesenen Personen sind auch Schülerinnen und Schüler sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, zugelassen.
  • Aufhebung der Untersagung des Betriebs von Dampfbädern, Dampfsaunen und Warmlufträumen; der Zutritt ist nur für immunisierte Personen zulässig.
  • Ausweitung der zweimal wöchentlichen Testannahmepflicht für nicht-immunisierte Beschäftigte sowie Selbstständige mit Außenkontakt auch in der Basisstufe.

Neue Corona-Verordnung geplant: 2G und noch eine wichtige Änderung

Update vom 6. Oktober: Für Ungeimpfte könnte es schon bald in einigen Bereichen des öffentlichen Lebens richtig ungemütlich werden. Denn: Baden-Württemberg will künftig auch größere Veranstaltungen ohne Maskenpflicht und Abstandsregeln erlauben, wenn nur Geimpfte und Genesene zugelassen sind. Das Land plant in der neuen Corona-Verordnung ein 2G-Optionsmodell, wie echo24.de* berichtet. Die neuen Corona-Regeln sollen ab Mitte Oktober gelten.

Damit könnte es auch wieder volle Säle und volle Fußballstadien geben, teilte das Sozialministerium am Dienstag (5. Oktober) in Stuttgart mit. Gastronomen und Veranstalter dürfen schon seit Längerem selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte oder Genesene zulassen.

Allerdings müssen die Gäste trotzdem Mund- und Nasenschutz tragen und auf Abstand achten. Durch die 2G-Option soll die Maskenpflicht nun wegfallen*, wenn keine Ungeimpften Zutritt erhalten, wie auch HEIDELBERG24* berichtet. Hintergrund sind die stagnierenden Infektionszahlen* und die höhere Impfquote.

Corona-Verordnung in Baden-Württemberg: 2G ermöglicht Lockerung der Maskenpflicht

Der Hotel- und Gaststättenverband im Südwesten geht allerdings davon aus, dass die meisten Betriebe daran festhalten werden, auch Ungeimpfte mit einem aktuellen Corona-Test zuzulassen, „um keine Gäste auszugrenzen“.

Daniel Ohl, Sprecher der Dehoga Baden-Württemberg, begrüßte die Lockerung der Maskenpflicht und der Abstandsregeln generell, kritisiert aber: „Wir hätten uns diese allerdings auch unter 3G-Bedingungen gewünscht – im Saarland in Schleswig-Holstein wird das bereits umgesetzt, und zwar nicht als Optionsmodell, sondern als klare Regelung, die auch Gästen die Orientierung erleichtert.“

Der VfB Stuttgart will das Optionsmodell laut dpa nutzen. „Wenn die Landesregierung es uns ermöglichen würde, die Mercedes-Benz Arena wieder voll auszulasten, dann würden wir das auch umsetzen“, sagte Kommunikationschef Tobias Kaufmann auf Anfrage:

Bisher gilt in Baden-Württemberg für Veranstaltungen die Obergrenze von 25.000 Besucherinnen und Besuchern unter 3G-Bedingungen. Bis zur Grenze von 5.000 Gästen können die Veranstalter ihre Kapazität voll ausnutzen. Darüber hinaus höchstens die Hälfte der weiter zur Verfügung stehenden Plätze.

Schock für Ungeimpfte? Land plant neue Corona-Verordnung mit 2G-Option

Erstmeldung vom 5. Oktober: Die aktuelle Corona-Verordnung für Baden-Württemberg* setzt auf ein dreistufiges Alarmsystem, welches sich nach der Anzahl der Covid-Patienten orientiert, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Auch die Hospitalisierung, also die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern, spielt eine wichtige Rolle und ist ausschlaggebend für die aktuelle Alarmstufe in Baden-Württemberg. Wenn die Warn- / Alarmstufe ausgerufen wird, müssen sich insbesondere die Ungeimpften auf Einschränkungen einstellen.

Denn wenn die Warnstufe in Kraft tritt, benötigen Nicht-Geimpfte an vielen Stellen einen negativen PCR-Test, der selbst bezahlt werden muss. Richtig gehört, ab 11. Oktober werden die Kosten für Corona-Tests* nur noch in Ausnahmefällen übernommen. Heftig wird es für Ungeimpfte in Baden-Württemberg, wenn die Alarmstufe ausgerufen werden sollte. Dann tritt die 2G-Regel in Baden-Württemberg* in Kraft, die Nicht-Geimpften zum Beispiel einen Restaurant- oder Kinobesuch unmöglich macht.

Neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg: Land plant 2G-Optionsmodell

Aktuell ist in Baden-Württemberg die Basisstufe* in Kraft, heißt: Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss an vielen Stellen einen negativen Corona-Schnelltest vorlegen. Der Besuch im Restaurant oder im Kino ist für Nicht-Geimpfte also nach wie vor möglich, sofern ein negativer Schnelltest vorliegt, der im Gegensatz zum PCR-Test noch günstig ist. Doch schon bald könnte selbst ein PCR-Test für Ungeimpfte nicht mehr ausreichend sein, wenn sie am öffentlichen Leben teilnehmen möchten.

Grund ist das 2G-Optionsmodell, das die Landesregierung von Baden-Württemberg Berichten der Deutschen-Presse-Agentur (DPA) zufolge in der neuen Corona-Verordnung berücksichtigen will, die ab Mitte Oktober in Kraft treten soll. Künftig sollen auch größere Veranstaltungen ohne Maskenpflicht und Abstandsregeln erlaubt sein, wenn nur Geimpfte und Genesene zugelassen sind. Damit könnte es auch wieder volle Säle und volle Fußballstadien geben, teilte das Sozialministerium am Dienstag in Stuttgart mit.

Neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg: Regel-Hammer für Ungeimpfte?

Bisher können die Gastronomen und Veranstalter in Baden-Württemberg selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte oder Genesene zulassen – allerdings müssen die Gäste trotzdem Mund- und Nasenschutz tragen und auf Abstand achten. Die Maskenpflicht und der Mindestabstand könnten im Hinblick auf das 2G-Optionsmodell aber bald wegfallen. Als Grund für das neue mögliche Modell gibt die Landesregierung die stagnierenden Infektionszahlen und die höhere Impfquote in Baden-Württemberg an.

Ob es tatsächlich zum Regel-Hammer für Nicht-Geimpfte kommt, ist noch ungewiss. Denn Optionsmodell heißt, dass Gastronomen und Veranstalter die 2G-Regel nicht zwangsläufig umsetzen müssen. Auch 3G soll nach wie vor möglich sein – aber eben mit Maske und Abstand. Der Hotel- und Gaststättenverband in Baden-Württemberg geht auch davon aus, dass die meisten Betriebe an der 3G-Regel festhalten werden, um Ungeimpfte nicht auszugrenzen. Aber warum dann überhaupt die optionale Regelung?

Neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg: Sozialministerium mit Details

Ein Sprecher des Sozialministeriums sagte der Heilbronner Stimme und dem Südkurier: „Das Optionsmodell soll Erleichterungen in Bezug auf Maskenpflicht und beim Umgang mit der Abstandsempfehlung enthalten. Der Entwurf zur Änderungen in der Corona-Verordnung befindet sich derzeit aber noch in der regierungsinternen Abstimmung.“ Weitere Details, also zum Beispiel die damit verbundenen Betreiberpflichten, stünden noch nicht fest. *echo24.de und HEIDELBERG24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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