Manne Lucha gegen Vorschlag von Eisenmann

Corona-Tests in Impfzentren in Baden-Württemberg: Ideale Voraussetzung für „Superspreader“

Manfred Lucha spricht in ein Mikrofon und gestikuliert dabei.
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Manne Lucha warnt davor, die Impfzentren in Baden-Württemberg für Corona-Tests zu verwenden.

In Baden-Württemberg gibt es eine Diskussion um mögliche Corona-Tests in Impfzentren. Harte Kritik an einem Vorschlag kam vom Gesundheitsminister.

Stuttgart (dpa/lsw) - Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hat sich vehement dagegen ausgesprochen, die Impfzentren im Land als Corona-Testzentren zu nutzen. „Impfzentren sind Impfzentren und Testungen sollten außerhalb von Kontakten stattfinden, wo wir auch zum Beispiel vulnerable und sonstige Personen haben“, sagte Lucha am Freitag in Stuttgart. „Ich möchte das streng voneinander getrennt wissen.“ Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte zuvor vorgeschlagen, an den kommunalen Impfzentren im Land auch Corona-Tests anzubieten.

Corona-Impfungen in Baden-Württemberg: Tests in Impfzentren wären ideale Voraussetzung für „Superspreader“

Aus medizinischer Sicht spreche überhaupt nichts dafür, ein Impfzentrum als Testzentrum zu nutzen, sagte Thorsten Hammer, der Ärztliche Leiter des Impfzentrums Freiburg, am Freitag. Jeder Epidemiologe würde davon abraten. Wenn sich Patientenströme begegneten, die vermeintlich infiziert seien, sei das die ideale Voraussetzung, „einen Superspreader zu generieren“.

Lucha und Eisenmann hatten sich zuvor nach einem offenem Streit über die Corona-Teststrategie darauf verständigt, Tests an Kitas und Grundschulen auszuweiten. Das Personal an Bildung- und Betreuungseinrichtungen in Präsenz soll zunächst bis Ostern ein Angebot von zwei Schnelltests pro Woche erhalten, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Ministerien vom Freitag.

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