Corona-Pandemie - Bürgertests

Ende der kostenlosen Corona-Tests ab jetzt – die Ausnahmen

  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Für Menschen, die nicht gegen das Coronavirus geimpft sind, wird die Situation immer unangenehmer. Eine neue Test-Verordnung tritt ab morgen in Kraft.

Wer in Baden-Württemberg nicht gegen das Coronavirus geimpft ist, der benötigt aufgrund der Corona-Verordnung für viele gesellschaftliche Aktivitäten wie Restaurant- oder Kinobesuche einen tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest. Doch das wird schon bald sehr teuer. Ab Montag, 11. Oktober, muss ein Großteil der Bevölkerung diese Tests selbst bezahlen. Das hat Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Donnerstag bekannt gegeben.

Kostenlose Corona-Schnelltests nur noch wenige Tage: Das gilt ab Montag

„Die meisten von uns sind geimpft - jeder Bürgerin und jedem Bürger über 12 Jahren können wir ein Impfangebot machen“, heißt es vonseiten Luchas. Es sei deshalb richtig, dass der Bund nur noch zielgenau jenen Menschen die Tests finanziere, die sie wirklich bräuchten. Laut Stuttgarter Nachrichten liegen die Preise für einen Antigen-Schnelltest in der Region zwischen 15 und 25 Euro. Doch es gibt für einige Personengruppen auch einen Lichtblick - diese Ausnahmen können sich auch über den Montag hinaus kostenlos gegen das Coronavirus testen lassen:

  • Kinder bis 12 Jahre
  • Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre (bis zum 31. Dezember 2021)
  • Personen, die aufgrund einer medizinischen Kontraindikation nicht gegen das Coronavirus geimpft werden können oder in den letzten drei Monaten nicht geimpft werden konnten.
  • Schwangere (bis zum 31. Dezember 2021), da es die STIKO-Empfehlung für sie erst seit dem 10. September gibt. Danach können sich weiterhin Schwangere im ersten Schwangerschaftsdrittel testen lassen (für sie hat die STIKO keine generelle Impfempfehlung ausgesprochen).
  • Stillende (bis zum 10. Dezember 2021), da es die STIKO-Empfehlung für sie erst seit dem 10. September gibt.
  • Personen, die sich wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus in Absonderung begeben mussten, können sich kostenlos testen lassen, wenn die Testung zur Beendigung der Absonderung erforderlich ist.
  • Auch Studierende aus dem Ausland, die sich für ein Studium in Deutschland aufhalten und mit in Deutschland nicht anerkannten Impfstoffen geimpft wurden, können sich bis zum 31. Dezember 2021 kostenlos per Schnelltest testen lassen.
  • Außerdem können Personen, die an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 teilnehmen oder in den letzten drei Monaten vor der Testung an solchen Studien teilgenommen haben, sich kostenlos mittels Schnelltest testen lassen.

Um einen Corona-Test auch nach dem 11. Oktober kostenlos zu erhalten, reicht es allerdings nicht, beispielsweise zu behaupten, man sei schwanger oder man könne aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden. Hierfür gibt es bestimmte Voraussetzungen - gewisse Dokumente müssen zum Test mitgebracht werden:

  • Amtlicher Lichtbildausweis
  • Bei medizinischen Gründen, die gegen eine Impfung sprechen: ein entsprechendes Zeugnis. Aus diesem muss die Überzeugung der ausstellenden ärztlichen Person oder der ausstellenden Stelle hervorgehen, dass eine medizinische Kontraindikation gegen eine Schutzimpfung gegen SARS-CoV-2 besteht. Außerdem müssen der Name, die Anschrift und das Geburtsdatum der getesteten Person sowie die Identität der Person oder Stelle, die das ärztliche Zeugnis ausgestellt hat, enthalten sein. Die Angabe einer Diagnose ist nicht erforderlich.
  • Der Mutterpass kann als ärztliches Zeugnis zum Nachweis einer Schwangerschaft verwendet werden.
  • Studierende, bei denen eine Schutzimpfung mit anderen als den vom Paul-Ehrlich-Institut im Internet unter der Adresse www.pei.de/impfstoffe/covid-19 genannten Impfstoffen erfolgt ist, können ihre Anspruchsberechtigung durch die Vorlage ihrer Studienbescheinigung und ihres Impfausweises nachweisen.
  • Teilnehmende an Impfwirksamkeitsstudien können sich von den Verantwortlichen der Studien einen entsprechenden Teilnahme-Nachweis ausstellen lassen.

Doch bald könnte es sogar noch viel strenger werden - dann wären Corona-Schnelltests für das gesellschaftliche Leben gänzlich unnötig. Denn die Baden-Württembergische Landesregierung plant für Mitte Oktober wohl eine Verschärfung der Corona-Verordnung mit 2G-Optionsmodell. Dann können Geimpfte und Genesene zwar mehr Freiheiten genießen - wie beispielsweise Konzerte ohne Maskenpflicht - aber Ungeimpfte werden in vielen Bereichen komplett ausgeschlossen.

Kostenlose Corona-Schnelltests nur noch wenige Tage: Noch mehr Ausnahmen

Für Schulen gibt es übrigens keine Änderungen. Denn das Land Baden-Württemberg will den Präsenzunterricht im Herbst und Winter unbedingt absichern. Deshalb sollen vorerst bis Jahresende weiterhin kostenlose Tests für alle Schulen zur Verfügung gestellt werden. Das berichtete das Sozialministerium am Mittwoch.

Auch in Krankenhäusern und Pflegeheimen wird es weiterhin kostenlose Tests geben - nämlich für nicht-immunisierte Besucher. Begründet wird diese Maßnahme damit, dass die Bewohner und Patienten auf soziale Kontakte angewiesen sind und die Besuche brauchen, so Gesundheitsminister Manne Lucha. Zusätzlich müssen Krankenhäuser und Pflegeheime auch in Zukunft kostenlose Tests für ihre Beschäftigten anbieten.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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