Ablauf, Kosten, Sicherheit des Corona-Tests

Corona-Schnelltests vor Weihnachten: Aktion in Baden-Württemberg – aber ist das zuverlässig?

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Angesichts der dramatischen Corona-Lage setzen viele Menschen vor Weihnachten auf Corona-Schnell-Tests. Wie viel er kostet, wo es ihn gibt und wie sicher er ist – ein Überblick.

Noch schnell ein Corona-Test und dann beruhigter Weihnachten mit der Familie verbringen? Diese Hoffnung haben viele Menschen in Baden-Württemberg, die derzeit einen Corona-Schnelltest machen. Der sogenannte Antigen-Schnelltest läuft ab wie ein PCR-Test: Nach einem Rachenabstrich wird hier aber bereits nach 15 Minuten ein Ergebnis angezeigt. Die Tests sollen zeigen, ob Menschen eine versteckte Covid-19-Infektion in sich tragen und können so helfen, Infizierte früher zu finden, wie echo24.de* berichtet.

Viele Hausärzte bieten gegen Gebühr Corona-Schnelltests an, einen Schnelltest für Zuhause gibt es nicht. Die Kosten für einen Schnelltest betragen in der Regeln zwischen 40 und 50 Euro. In Tübingen gibt es bereits eine Testaktion, bei der ein Arztmobil in die Innenstadt kommt und kostenlose Corona-Schnelltests anbietet. Wie das Schwäbische Tagblatt berichtet, werden dabei im Schnitt zwei bis vier Personen von täglich über 100 positiv getestet und so unbemerkte Infektionen aufgedeckt. Die Aktion wird laut der Deutschen Presse-Agentur unterstützt vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes, der auch größtenteils die Kosten der 25.000 Schnelltests übernimmt.

Tübingen: Corona-Schnelltest-Aktion soll es in mehr Städten in Baden-Württemberg geben

Solch kostenlose Corona-Schnelltest-Aktionen nach dem Tübinger Vorbild soll es bald landesweit geben. Wie die dort zuständige Notärztin Lisa Federle erklärte, soll es diese Aktionen am 23. und 24. Dezember in mindestens 25 weiteren Städten in Baden-Württemberg geben. Das Land stelle hierfür mindestens 50.000 Schnelltests aus einer Notreserve zur Verfügung, berichtet die dpa. Details zu den landesweiten Schnelltests will das Sozialministerium von Baden-Württemberg in der kommenden Woche veröffentlichen.

Viele Experten warnen aber davor, sich durch das negative Ergebnis eines Schnelltests komplett in Sicherheit zu wiegen, denn es handelt sich dabei prinzipiell um eine Momentaufnahme. Die Tests haben nicht die hohe Genauigkeit eines PCR-Tests. Das Robert Koch-Institut schreibt, dass ein negatives Ergebnis des Antigen-Tests eine Infektion nicht ausschließe – besonders, wenn eine niedrige Viruslast vorliegt. Das kann zum Beispiel in einer frühen oder späten Phase der Infektion der Fall sein. In der Phase, in der man besonders ansteckend ist, können die Schnelltests das Coronavirus hingegen recht sicher erkennen.

Corona-Schnelltests vor Weihnachten? Experten warnen vor „keiner Garantie“

Folglich gilt: Ein positives Ergebnis durch einen Corona-Schnelltest sollte noch einmal durch einen PCR-Test überprüft werden – ein negativer Schnelltest ist aber auch keine Garantie dafür, dass man nicht ansteckend ist. „Das Ziel dieser Schnelltestung ist nicht, jemandem einen Freibrief zu erteilen“, teilte Allgemeinmediziner Dr. Peter Cremerius dem WDR mit. Das Ziel sei hingegen, symptomfreie Virusträger zu finden, ehe sie Weihnachten mit der Familie verbringen. Laut WDR haben Studien ergeben, dass Infizierte die höchste Viruslast hatten, ehe sie überhaupt etwas von der Krankheit bemerkten.

Auch nach einem negativen Corona-Schnelltest bleibt es also wichtig, die Hygienevorschriften und AHA-Regeln einzuhalten. Die Corona-Schnelltests sind vor allem auch für Einrichtungen wie Pflege- und Behindertenheime oder auch für Schulen mit vielen Corona-Fällen gedacht. Besonders das schnelle Ergebnis ist hier wichtig. Bei Schnelltests müssen Proben nicht extra zum Auswerten ins Labor geschickt werden. 

Viele wollen vor Weihnachten auf Nummer sicher gehen und einen Corona-Schnelltest machen. (Symbolbild)

Baden-Württemberg: Lockerungen an Weihnachten stehen auf der Kippe

Wie Weihnachten in diesem Corona-Jahr aussehen wird, ist noch nicht komplett klar. Über die Feiertage an Weihnachten hatten sich Bund und Länder beim Corona-Gipfel auf Lockerungen geeinigt*. Demnach sollen sich maximal zehn Personen des engsten Familien- und Freundeskreises treffen können. Aufgrund der extrem dramatischen Corona-Lage in Baden-Württemberg* und den vielen Neuinfektionen und Todesfällen ist aber noch nicht klar, ob es bei diesen Lockerungen bleibt.

Ab dem 12. Dezember gelten in ganz Baden-Württemberg Ausgangsbeschränkungen*, Kretschmann hatte zudem in Kürze weitere Maßnahmen angekündigt. Der baden-württembergische Ministerpräsident will sich zudem bei der geplanten Bund-Länder-Konferenz am Sonntag für einen scharfen Lockdown nach Weihnachten bis mindestens 10. Januar einsetzen. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

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