Baden-Württemberg

Corona-Regeln: Doch Lockerungen in Aussicht? Kretschmann rudert zurück

Kretschmann verspricht radikale Rückkehr zur Normalität nach Coronavirus
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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg kratzt schon an der 1.300er-Marke - dennoch könnte es jetzt bald Lockerungen der Corona-Maßnahmen geben.

Die Omikron-Mutation ist mittlerweile die vorherrschende Corona-Variante in Baden-Württemberg. 97 Prozent der neu analysierten Proben weisen diese Mutante auf - doch obwohl Omikron als hochansteckend gilt und die Inzidenzen täglich neue Rekordwerte erreichen, füllen sich die Intensivstationen nicht weiter in rasantem Tempo. Im Gegenteil befinden sich heute (2. Februar) 10 Personen weniger in den Intensivbetten der Krankenhäuser, als noch vor einer Woche.

Ist das wohl der Grund, wieso Ministerpräsident Winfried Kretschmann nun doch Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Aussicht stellt? Noch am Dienstag hatte der Grünen-Regierungschef ein eher düsteres Bild gezeichnet und erklärt, Baden-Württemberg befinde sich noch immer in einer dramatischen Situation - deshalb seien erstmal keine Lockerungen geplant. Für diese Aussagen hagelte es Kritik.

Corona Regeln Baden-Württemberg: Kommen jetzt doch Lockerungen?

Aus Wirtschaft, Opposition und sogar vom Koalitionspartner, der CDU, regten sich Proteste gegen die harte Linie in der Corona-Politik. CDU-Fraktionschef Manuel Hagel hatte erklärt: „Wenn sich die pandemische Lage aufhellt, werden wir nach Aschermittwoch auch über Lockerungen und den sukzessiven Ausstieg aus der Verordnungspraxis sprechen können.“ Auch der FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke erklärte, sobald die Inzidenzen wieder sinken und keine Überlastung des Gesundheitswesens absehbar sei, „müssen alle Maßnahmen überdacht werden.“

Das scheint nun auch Landeschef Kretschmann einzusehen. Zwar sei ein „Exit“ - also ein kompletter Ausstieg aus den Corona-Beschränkungen - noch nicht denkbar, weil die Impflücke im Vergleich zu anderen Ländern noch deutlich zu groß sei, dennoch setzte der Grünen-Politiker ein deutliches Signal in Richtung Lockerungen: „Es geht in der Phase bis Ostern um verantwortliche Öffnungsschritte entlang der Infektionslage. Lockerungen ja, Exit nein“, erklärte Kretschmann in Stuttgart.

Corona-Regeln Baden-Württemberg: Eine Maßnahme bleibt wohl definitiv erhalten

Doch einige Maßnahmen müssen, so Kretschmann, definitiv weiterhin bestehen bleiben. „So bleibt etwa die FFP2-Maskenpflicht ein sehr wirksames und wichtiges Mittel in dieser Phase der Pandemie“, solange die Impfquote nicht deutlich ansteigt.

Derweil gelten bereits seit einigen Tagen wieder neue Corona-Regeln in Baden-Württemberg. Seit dem 28. Januar 2022 ist die sogenannte Alarmstufe I wieder in Kraft - sie wurde allerdings verschärft. Wegen der stark gestiegenen Inzidenzen und der Omikron-Variante hatte die Landesregierung die Corona-Verordnung angepasst.