Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg

Neue Corona-Regeln in Baden-Württemberg: Kretschmann erlaubt eine besondere Ausnahme – noch!

  • Julia Cuprakowa
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  • Jason Blaschke
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Nach Beratungen von Bund und Ländern über Corona-Maßnahmen: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann äußert sich zu neuen Corona-Regeln und macht eine wichtige Ausnahme.

  • Heute Abend beraten die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Pandemie.
  • Dass der Corona-Lockdown verlängert wird, gilt als sicher. Noch unklar ist, ob und welche Corona-Regeln möglicherweise verschärft werden.
  • Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann spricht sich für eine Verschärfung der geltenden Kontaktbeschränkungen aus.

Update, 5. Januar: Auch in Baden-Württemberg soll die Zahl der Corona-Infektionen verringert werden - und zwar mit weiteren drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens* bis Ende Januar. Das kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstag, 5. Januar, nach dem Corona-Gipfel zwischen Regierungschefs aus Bund und Ländern an. „Wir sind noch nicht über den Berg“, sagte der Regierungschef am Abend. „Es liegt noch eine schwierige Strecke vor uns, wahrscheinlich die schwierigste der Pandemie.“

Er wisse, dass die Beschränkungen allen „auf die Nerven gehen“. Dennoch müssten sie erneut verschärft werden - „nicht häppchenweise, sondern so, dass wir innerhalb von Wochen auf niedrigere Zahlen kommen und nicht innerhalb von Monaten“. Unter anderem werden in Baden-Württemberg die Kontaktregeln noch einmal verschärft. Bund und Länder hatten sich darauf geeinigt, dass sich künftig nur noch Angehörige eines Haushalts mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person im privaten Raum treffen dürfen. Die neuen Regelungen sollen ab kommenden Montag, 11. Januar, gelten.

Corona-Regeln in BaWü: Einschränkung von Bewegungsradius - NOCH nicht geplant

In einem Punkt macht Baden-Württemberg jedoch eine Ausnahme. Die Landesregierung will erst später entscheiden, ob es wie andere Länder auch in Landkreisen mit hohen Corona-Infektionszahlen den Bewegungsradius beschränkt. „Aktuell planen wir das nicht“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach Beratungen über weitere Corona-Maßnahmen. „Wir müssen erstmal zu belastbaren Werten kommen nächste Woche, um dann zu entscheiden.“

Zuvor hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, dass Landkreise ab einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern lokale Maßnahmen ergreifen können, um den Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort* zu begrenzen. Als Ausnahmen gelten triftige Gründe, zu denen tagestouristische Ausflüge ausdrücklich nicht zählen. Vorbild für die 15-Kilometer-Vorgabe in Hotspots sind entsprechende Regeln in Sachsen.

In Baden-Württemberg wären das nach Zahlen des Landesgesundheitsamts vom Dienstag der Enzkreis und der Stadtkreis Pforzheim, allerdings liegen beide nur noch knapp über der Marke 200. Der Landkreis Tuttlingen lag knapp darunter. Dagegen bewegte sich die Zahl im Landkreis Calw auf die 200-Grenze zu.

Corona-Regeln in BaWü: Verschärfung der Kontaktbeschränkungen? Infos zum Corona-Gipfel!

Erstmeldung vom 5. Januar, 18 Uhr: Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel beraten die Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Pandemie. Bereits im Vorfeld sind schon mögliche Beschlüsse durchgesickert. Als sicher gilt, dass der geltende Lockdown verlängert wird. Unklar ist noch, wie lange ein verlängerter Lockdown andauern soll. Bereits gestern einigten sich die Kultusminister aller Bundesländer auf einen Stufenplan zur Schulöffnung* in Deutschland.

Corona-Regeln in BaWü: Einschränkung von Bewegungsradius im Gespräch

Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll es in Deutschland zu einer Beschränkung des Bewegungsradius* kommen. Heißt: In besonders von Corona betroffenen Regionen könnten Bewegungsbeschränkungen verhängt werden. Konkret ist ein Bewegungsradius von 15 Kilometern in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 im Gespräch. Eine Beschränkung des Bewegungsradius würde (Stand: 4. Januar) folgende Regionen in Baden-Württemberg betreffen:

  • Landkreise Enzkreis (210,0)
  • Landkreis Tuttlingen (204,6)
  • Stadtkreis Pforzheim (244,5)

Der Landkreis Calw (187,8) und der Stadtkreis Heilbronn (188,8) sind nicht weit vom 200-Wert entfernt. Zumal davon ausgegangen werden muss, dass nach den Feiertagen wieder mehr getestet wird und die Gesundheitsämter möglicherweise noch Daten nachmelden. Unabhängig von einer Beschränkung des Bewegungsradius sprich sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann für eine Verschärfung der geltenden Kontaktbeschränkungen aus.  

Corona-Regeln in BaWü: verschärfte Kontaktbeschränkungen schon sicher?

Kretschmann schlägt vor, bis Ende Januar wieder ähnliche Kontaktbeschränkungen wie im Frühjahr einzuführen. Konkret würde das bedeuten, dass private Zusammenkünfte in Baden-Württemberg auf einen Haushalt plus eine nicht im Haushalt lebende Person beschränkt werden. „Das würde von uns befürwortet“, heißt es in einem Beschlussentwurf aus Stuttgart für die Runde der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, sind die CDU geführten Bundesländer für verschärfte Kontaktbeschränkungen bis Ende Januar. Unklar ist noch, ob sich die gesamte Runde der Ministerpräsidenten auf verschärfte Kontaktbeschränkungen einigen kann. Möglich ist auch, dass es wieder unterschiedliche Regelungen gibt. Sprich: In Baden-Württemberg könnten strengere Kontaktbeschränkungen geltenden, in Schleswig-Holstein zum Beispiel nicht.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann spricht sich für eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen aus.

Corona-Regeln in BaWü: Landesregierung erlaubt wieder Abholangebote

Unabhängig von den Entscheidungen des Corona-Gipfels will die Landesregierung von Baden-Württemberg wieder Abholangebote im Handel erlauben. Das sogenannte Click&Collect-Service soll nach einer Änderung der geltenden Corona-Verordnung für Baden-Württemberg möglich sein, erklärte ein Regierungssprecher aus Stuttgart gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur (dpa). 

Heißt: Kunden können Online oder per Telefon ein Produkt bestellen und die Ware beim Händler vor Ort abholen. Bislang waren Abholdienste in Baden-Württemberg verboten. Zu groß war die Angst, dass sich an Weihnachten lange Schlangen vor den Geschäften bilden. Neben verschärften Corona-Regeln ist auch die Impfstrategie in Deutschland* aktuell großes Thema. Zuletzt haben Experten immer wieder kritisiert, dass zu wenig Impfstoff bestellt worden sei.

Corona-Regeln in BaWü: Coronavirus breitet sich im Südwesten weiter aus

Unabhängig von Corona-Gipfel und Impfstrategie breitet sich das Coronavirus in Baden-Württemberg* weiter unaufhaltsam aus. Aktuell (Stand: 4. Januar) verzeichnet das Landesgesundheitsamt 246.423 Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg. 5.051 Personen sind in Baden-Württemberg an Covid-19 verstorben. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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