Ravensburg/Mannheim/Karlsruhe

Corona-Proteste in BW trotz Verbot: Krawalle, Anzeigen und Festnahmen

Demonstranten und Polizisten stehen in der Innenstadt. Trotz eines Verbots zogen in Mannheim nach Schätzungen der Polizei bis zu 2000 Menschen ohne Masken und ohne Abstand durch die Stadt. Ein Sprecher sagte, rund 800 von ihnen hätten es geschafft, ins Zentrum vorzudringen.
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Am Montagabend (20. Dezember 2021) ist es in Baden-Württemberg erneut zu zahlreichen Corona-Demonstrationen trotz Verboten gekommen. Bereits letzte Woche haben in Mannheim knapp 2000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert.
  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Trotz Verboten haben am Montagabend in Baden-Württemberg Tausende Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert – in Mannheim ist es erneut zu Ausschreitungen gekommen.

Update, 21. Dezember: Trotz Versammlungsverbot hat es am Montagabend in Baden-Württemberg zahlreiche Corona-Proteste gegeben. Viele davon verliefen weitestgehend friedlich, doch in Mannheim ist es erneut zu Ausschreitungen gekommen – dabei wurden 13 Einsatzkräfte verletzt.

Durch die Stadt Mannheim war bereits im Vorfeld ein Versammlungsverbot erlassen worden. Dennoch sammelten sich ab 18 Uhr rund 800 Versammlungsteilnehmer an mehreren Orten in der Innenstadt. Trotz Auflösung der Versammlung durch die Polizei und Hinweisen auf das Verbot versuchten die Personen wiederholt sich in kleineren Gruppen zu versammeln und zogen so durch die Straßen.

Die Menschenaufzüge wurden wiederholt durch die Polizei angehalten. Dabei kam es zu gleich mehreren Angriffen gegenüber Polizeibeamten. Laut Polizei wurden dabei 13 Einsatzkräfte verletzt, ein Beamter musste zur Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden. 13 Tatverdächtige wurden aufgrund der Angriffe vorläufig festgenommen. Gegen 131 Personen wurde wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz Anzeige erstattet.

Corona-Proteste in BW: Strobl rechnet mit weiteren Demonstrationen

In Ravensburg sind insgesamt 2000 Menschen auf die Straße gegangen, auch in Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg und weiteren baden-württembergischen Städten wurde gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Innenminister Thomas Strobl rechnet laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) mit ähnlichen Demonstrationen im Südwesten auch über einen längeren Zeitraum.

„Ich muss leider davon ausgehen, dass wir das auf absehbare Zeit so haben werden“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag zur nach wie vor hohen Zahl von Polizeieinsätzen bei den Versammlungen von Gegnern der Corona-Maßnahmen. Die Polizei müsse sich auf weitere Einsätze einstellen.

Corona-Proteste in BW: Tausende demonstrieren trotz Verboten

Erstmeldung vom 20. Dezember: In ganz Deutschland demonstrieren am Montagabend (20. Dezember) Tausende gegen die Corona-Maßnahmen. In Mecklenburg-Vorpommern protestierten laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) insgesamt rund 17.000 Menschen in 20 Städten bei angemeldeten und nicht angemeldeten Demonstrationen. Und auch im Südwesten gehen Tausende auf die Straßen, um gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg zu demonstrieren. Beim Corona-Gipfel am Dienstag (21. Dezember) könnten sogar noch strengere Regeln beschlossen werden – die Rede ist von einem „Lockdown light“ nach Weihnachten.

Proteste hat es unter anderem in Ravensburg, Mannheim und Karlsruhe gegeben. Rund 2000 Menschen demonstrieren laut Polizei am Montagabend in Ravensburg – trotz Versammlungsverbot. Wie der SWR berichtet, hat die Polizei am frühen Abend den Marienplatz gesperrt und per Lautsprecherdurchsagen darauf hingewiesen, dass für Verstöße gegen das Versammlungsverbot Bußgelder in Höhe von bis zu 500 Euro drohen. Die Menschen haben sich daraufhin in Grüppchen aufgeteilt und sind durch die Altstadt gezogen.

Auch in Mannheim hat es erneut eine Querdenker-Demo gegeben*, trotz Verbote waren rund 300 Menschen auf den Planken, wie mannheim24.de berichtet. Offenbar wurde zu dem „Spaziergang“ auf Telegram aufgerufen. Bereits in der vergangenen Woche, am Dienstag (14. Dezember), ist es in Mannheim zu Krawalle bei illegalen Corona-Demos in Mannheim gekommen, wie echo24.de berichtet hat, mehrere Polizisten wurden dabei verletzt.

Corona-Proteste in Baden-Württemberg: Tausende demonstrieren trotz Verboten

Wie die Polizei mitteilt, hat es am Montagabend in Karlsruhe ebenfalls Corona-Proteste gegeben. Insgesamt drei Versammlungen hat es in der Innenstadt gegen 18 Uhr gegeben: Auf dem Stephansplatz, dem Marktplatz und der Kaiserstraße sind mehrere Menschen zusammengekommen. Ein großer Aufzug mit rund 150 Menschen konnte durch die Polizei gestoppt werden. Die Polizei hat auf mögliche Folgen für Verstöße gegen das Versammlungsverbot hingewiesen. Von uneinsichtigen Demonstranten wurden die Personalien erhoben.

Auch in Bruchsal wollten 40 Personen im Bereich des Rathauses einen Aufzug durchführen. Die Veranstaltung wurde von der örtlichen Versammlungsbehörde aufgelöst. Als der Menschenzug von der Polizei gestoppt werden sollte, überwanden einige Teilnehmer die von Einsatzkräften gebildete Absperrung. Im Zuge der Identitätsfeststellungen leisteten zwei der Anwesenden Widerstand und
wurden anschließend festgenommen.

Unangemeldete Corona-Demonstrationen in Baden-Württemberg

Etwa 30 Personen wurden in Ettlingen von Polizeikräften angehalten, die einen Aufzug durchführen wollten. Teilweise erhoben die dort eingesetzten Beamten Personalien und erteilten Platzverweise. Weitere 18 Teilnehmer eines Aufzugs in Malsch (Kreis Karlsruhe) wurden gegen 18:20 Uhr bei einem Aufzug gestoppt. Die Polizei hat den mutmaßlichen Verantwortlichen vorläufig festgenommen, der zuvor über ein soziales Netzwerk zur Versammlung aufgerufen hatte.

Das Polizeipräsidium Karlsruhe weist in diesem Zusammenhang in der Pressemitteilung besonders darauf hin, dass bereits die bloße Teilnahme an einer als „Spaziergang“ deklarierten verbotenen Versammlung zu einer Anzeige führen kann. Insgesamt verliefen die Corona-Proteste in Baden-Württemberg am Montagabend recht friedlich. *echo24.de und *mannheim24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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