Gesundheitsministerium gibt Antwort

Teure Corona-Tests umgehen: Kann ich das Testergebnis selbst bescheinigen?

  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
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Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist, benötigt in Baden-Württemberg zumeist einen negativen Corona-Test – eine kostenintensive Angelegenheit.

Wer in Baden-Württemberg nicht oder nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist, benötigt für Besuche in Restaurants, Fitnessstudios oder Schwimmbädern einen negativen Corona-Test – und der muss seit 10. Oktober selbst bezahlt werden. Denn mit kostenlosen Corona-Tests ist es aus und vorbei. Nur für Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, werden die Kosten für Corona-Tests Berichten von echo24.de* zufolge noch übernommen.

Und so ein anerkannter Test auf Covid-19 ist nicht ganz billig. Laut echo24.de* bewegen sich die Kosten für einen Test zwischen 18 und 40 Euro für Antigen-Schnelltests, ein PCR-Test kann mitunter sogar über 130 Euro kosten. Wer also regelmäßig zum Sport in ein Fitnessstudio geht, muss als Ungeimpfter tief in die Tasche greifen. Für Nicht-Geimpften können damit pro Woche Testkosten im dreistelligen Bereich entstehen – vorausgesetzt, es wird kein aufwendiger PCR-Test verlangt, der noch ins Labor muss.

Baden-Württemberg: Für welchen Corona-Test eine Schulung benötigt wird

Kein Wunder, dass hier der ein oder andere Ungeimpfte nach Schlupflöchern sucht, um die teuren Corona-Tests zu umgehen. Das einfachste wäre, sich selbst zu testen und sich anschließend noch ein Zertifikat auszustellen. Aber ist das möglich? Und wo werden solche Schulungen für Corona-Tests überhaupt angeboten? Auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung teilt das dafür zuständige Sozialministerium in Stuttgart* mit, dass in Bezug auf Schnell- bzw. Selbsttests drei Konstellationen möglich sind:

Selbsttests zur Eigenanwendung: Die Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung werden in Apotheken, Supermärkten oder auch in Drogerien verkauft. Laut Sozialministerium dienen die Test als Selbstüberwachung. Ein negativer Selbsttest reicht nicht aus, um Zugang zu einer Einrichtung zu erhalten, wo Nicht-Geimpfte einen negativen Testnachweis benötigen. Für Corona-Selbsttests gibt es auch keine Bescheinigungen. Die Tests können ohne Schulung durchgeführt werden.

Professionelle Schnelltests: Auch hier handelt es sich in der Regel um Antigen-Schnelltests, die aber im Unterschied zum Corona-Selbsttest von fachkundigen und geschulten Personen durchgeführt werden – zum Beispiel in Testzentren, Arztpraxen oder auch in Apotheken. Das Testergebnis kann von der Teststelle schriftlich bescheinigt werden. Ein negativer Testnachweis wird in Baden-Württemberg überall dort anerkannt, wo die 3G-Regel gilt – zum Beispiel in Restaurants oder Kinos.

Überwachte Selbsttests: In bestimmten Fällen ist laut Sozialministerium auch ein selbst durchgeführter, überwachter Corona-Test möglich – zum Beispiel in Schulen, Kitas oder Betrieben. Der Corona-Selbsttest wird von der Testperson selbst durchgeführt, eine fachkundige Person überwacht die Selbsttestung und stellt anschließend ein Testzertifikat aus, wenn das Testergebnis negativ ist. Die fachkundige Person muss wie die Mitarbeiter in Testzentren oder Arztpraxen geschult sein.

Baden-Württemberg: Können sich fachkundige Testpersonen selbst testen?

Was definitiv nicht geht, ist, dass ungeschulte Privatpersonen Selbsttests überwachen und Testergebnisse bescheinigen. Auf die Nachfrage der Stuttgarter Zeitung, ob sich nicht auch ganz normale Bürger in der Durchführung von Schnelltests schulen lassen können, antwortet das Sozialministerium, dass eine Schulung für die Durchführung professioneller Corona-Schnelltests notwendig sei. Aber: „Diese können nur bei Dritten durchgeführt werden“, teilt das Sozialministerium Baden-Württemberg mit.

Im Klartext heißt das: Fachkundige Personen dürfen sich nicht selbst testen und sich nicht in Eigenregie danach Zertifikate ausstellen. Auch ausgebildete Testpersonen müssen sich – wenn sie einen Corona-Test benötigen – von einer anderen qualifizierten Person testen lassen. Mit der Regelung wolle das Sozialministerium Missbrauch vermeiden, heißt es auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung noch zur Begründung. Mit der genannten Vorschrift sei sichergestellt, dass immer eine dritte und zuverlässige Person involviert sei.

Baden-Württemberg: Gibt es überhaupt Testschulungen für „normale“ Bürger?

Darüber hinaus sind Schulungen für Corona-Tests für Privatpersonen gar nicht so leicht zu bekommen. Es gibt kein Portal oder eine Infoseite, wo Testseminare ausgeschrieben werden. Wer nicht im medizinischen Bereich arbeitet, muss in der Regel nachweisen, wofür er die Schulung benötigt. Zum Beispiel für die Mitarbeit in einem Testzentrum oder wenn man einen Betrieb leitet, in dem die 3G-Regel gilt – zum Beispiel als Inhaber eines Fitnessstudios oder Restaurants. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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