Auch die Quarantäne-Regeln ändern sich

Land reagiert drastisch auf Corona-Mutation: wichtige Änderung bei Coronatests beschlossen

  • Anna-Maureen Bremer
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Die Mutationen sind wohl gefährlicher und auch tödlicher als das bisher aufgetretene Coronavirus. Baden-Württemberg reagiert jetzt mit drastischen Maßnahmen. 

„Die Landesregierung wird künftig die Proben aller positiven Corona-Tests auf Mutanten untersuchen lassen“, das geht aus einer Pressemitteilung des Ministeriums für Soziales und Integration hervor. Dafür sollen die Test-Labore sämtliche positiven Proben künftig an die Labore der Universitätsklinika des Landes weiterleiten. Dies hat die Landesregierung am Samstag beschlossen.

„Damit bekommen wir einen Überblick über die Ausbreitung der neuen Virusvarianten im Land und können sie besser kontrollieren und überwachen“, erklärte Gesundheitsminister Manne Lucha am Samstag (30. Januar) in Stuttgart. Es überrascht nicht, dass die Regierung hier reagieren muss. Zuletzt lieferte die Mutation aus Großbritannien schockierende Studien-Ergebnisse. „Sowohl die UK-Variante als auch die Südafrika-Variante sind bereits in verschiedenen Ländern weltweit identifiziert worden. Die Dynamik der Verbreitung dieser beiden Virusvarianten in einigen Staaten ist wirklich besorgniserregend. Wir müssen alles daransetzen, dass sich diese gefährlichen Mutanten in Baden-Württemberg nicht weiter ausbreiten.“

Mit Anspannung beobachten Politiker, Mediziner und Bürger die Entwicklung der Corona-Zahlen. Scheinen sie gerade einem erfreulichen Trend zu folgen, sorgen nun die neuen Varianten des Coronavirus für Anspannung und Sorge. Hoffnung scheint es zu machen, dass die Corona-Impfungen auch vor den bisher bekannten Mutationen schützen. Allerdings ist eine Corona-Impfung nicht gleichermaßen ratsam für jeden. Norwegen warnt bestimmte Personen, nachdem es Todesfälle nach der Impfung gegeben hatte.

Corona-Mutation: In Baden-Württemberg wird mit positiven Corona-Tests jetzt anders umgegangen

Seit 20. Dezember 2020 waren nicht alle positiven Tests anders behandelt worden. Lediglich die positiven Proben von Personen, die aus Südafrika oder Großbritannien eingereist waren, wurden auf die Mutanten hin untersucht. Dieses Verfahren soll nun ausgeweitet werden durch gezielte PCR-Untersuchung auf die bekannten Virusvarianten sowie einer Sequenzierung aller positiven Proben. „Damit können wir rasch klären, wie verbreitet die Virusvarianten im Land wirklich sind und wie sich dieser Anteil von Woche zu Woche verändert“, erklärt Lucha.

Das Land rechnet bei der derzeitigen Lage der Pandemie mit etwa 10.000 positiven Proben pro Woche. In den Laboren des Landesgesundheitsamtes und der Unikliniken werden die Proben durch die Sequenzierung des vollen Genoms nicht nur auf die beiden bislang bekannten, sondern auf alle Virusvarianten hin untersucht. „So können wir auch neue, bislang unbekannte Varianten des Coronavirus aufdecken“, erklärte Gesundheitsminister Manne Lucha. „Baden-Württemberg verfügt mit dem Landeslabor im Landesgesundheitsamt, den Laboren der Universitätsklinika und den niedergelassenen Laboren über eine sehr gute Labor-Infrastruktur. Das nutzen wir für die Überwachungen der Pandemie.“

Quarantäne-Regeln wegen Corona-Mutationen erneut verschärft

Künftig wird die Quarantänedauer für Kontaktpersonen der Kategorie 1 von einer mit einer Virusmutante infizierten Person von zehn auf 14 Tage erhöht. Auch für deren Haushaltsangehörige gilt eine Quarantäne von 14 Tagen. Damit soll die Bevölkerung vor einer unkontrollierten Weiterverbreitung von Virusmutanten geschützt werden.

In Baden-Württemberg trat die britische Virusmutante B.1.1.7 erstmals im Dezember 2020 auf. Am 11. Januar 2021 wurde auch die mutierte Variante B.1.351 bei einer Familie, die am 13. Dezember 2020 aus Südafrika nach Baden-Württemberg eingereist war, nachgewiesen.

Rubriklistenbild: © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

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