Covid-19-Ausbrüche

Corona-Mutationen: Besonders gefährlich für Kinder? Alarmierende Entwicklung

Eine Schülerin der Grund- und Mittelschule Kirchenlamitz desinfiziert sich die Hände.
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Die Corona-Varianten breiten sich immer weiter aus - sind sie besonders ansteckend für Kinder und Jugendliche? (Symbolbild)
  • vonChristina Rosenberger
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Die Corona-Varianten breiten sich immer weiter aus - von fünf Infektionen in Baden-Württemberg sind vier mit einer Mutation. Doch wer infiziert sich mit den Mutanten?

Über ein Jahr befindet die Welt sich mittlerweile mitten in der Corona-Pandemie. Doch die Infektionen scheinen sich innerhalb der Gesellschaft zu verschieben. Denn wie echo24.de* berichtet, hieß es zu Anfang noch, besonders ältere Menschen seien stark gefährdet - jetzt mehren sich stattdessen die Ansteckungen bei jungen Menschen.

Das Robert Koch-Institut spricht in seinem aktuellen Lagebericht zur Corona-Pandemie davon, dass sich die Rolle von Kindern und Jugendlichen bei der Ausbreitung des Coronavirus zu ändern scheint. Zwar stiegen die Covid-19-Zahlen in allen Altersgruppen an, besonders stark sind demnach jedoch die Jüngsten in der Gesellschaft betroffen.

Corona-Mutanten: Besonders gefährlich für Kinder und Jugendliche?

Momentan sind laut RKI besonders private Haushalte, Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld von Ausbrüchen betroffen. Die Anzahl der Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen nimmt stattdessen ab. Eine erschreckende Zahl: Die 7-Tage-Inzidenz bei Kindern bis 14 Jahren hat sich nach RKI-Daten in den vergangenen vier Wochen deutschlandweit mehr als verdoppelt - auf zuletzt mehr als 100 Fälle pro 100.000 Einwohner. bw24.de* berichtet, dass in Stuttgart aktuell immer mehr Kinder an Covid-19 erkranken*.

Für Kinderärzte gibt es für diese Entwicklung allerdings eine ganz plausible Erklärung: Zunächst werden immer mehr Kitas und Schulen wieder geöffnet, doch außerdem werde auch viel mehr getestet als noch vor einigen Wochen. Der Kinderarzt Reinhard Berner, Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, hat dem Berliner „Tagesspiegel“ erklärt, Eltern würden ihre Kinder durch die Schul- und Kitaöffnungen viel häufiger testen lassen. Dazu hätten sicher auch die Selbsttests beigetragen*, die man mittlerweile in Drogerien kaufen kann.

Corona-Mutanten: Kinder besonders häufig mit Virusvariante infiziert - warum?

Seit den Öffnungen der Kindertagesstätten zeigt sich laut RKI außerdem, dass bei Kindern in der Altersgruppe bis fünf Jahre besonders häufig die britische Corona-Variante B.1.1.7 nachgewiesen wird. Ihr wird nachgesagt, aggressiver zu sein und sich schneller auszubreiten. Allerdings muss das nicht erst seit ein paar Wochen so sein. Das RKI erklärt, es sei möglich, dass gerade bei Kindern die Dunkelziffer höher ist als in der „erwachsenen“ Gesellschaft, weil die Jüngeren häufiger ohne Symptome erkranken.

Dennoch empfiehlt das Robert Koch-Institut Familien, ihr Infektionsrisiko außerhalb von Kita oder Schule zu minimieren und bei Anzeichen einer Erkrankung fünf bis sieben Tage lang zu Hause zu bleiben - und Kitas sollen laut RKI eine frühzeitige Schließung der Einrichtung erwägen, falls Erkrankungen in einer oder mehreren Gruppen bekannt werden.

Den Schulen wird dagegen weiterhin empfohlen, größere Gruppen wie Jahrgänge oder Klassen einfach in kleinere Grüppchen aufzuteilen und Kontakte auf diese festgelegte Gruppe zu beschränken. Außerdem geht das RKI davon aus, dass es helfen würde, wenn man konsequent beim Wechselunterricht mit gestaffelter Öffnung* nach Jahrgängen bliebe - und ältere Schüler sich weiter mit Distanzunterricht begnügen. *echo24.de und bw24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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