Coronavirus in Baden-Württemberg

Corona-Impfungen für Schüler: Schulen und Politiker sind sich uneinig

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Vermutlich ist in Deutschland momentan kein Thema so heiß diskutiert wie die Corona-Impfung.  Nun gibt es Streit zwischen Schulen und Politikern.

Corona-Impfung ja oder nein – diese Frage muss sich jeder selbst stellen. Und es ist eine Frage, die Deutschland spaltet. Mit Blick auf den bald bevorstehenden Schulanfang im September in Baden-Württemberg wird vor allem das Thema Corona-Impfung in Schulen derzeit heiß diskutiert. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat sich vor wenigen Wochen offiziell für eine Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren ausgesprochen.

Dabei dreht sich die Debatte aber nicht um das Für und Wider einer Impfung gegen das Coronavirus an sich, sondern um die Handhabung und Organisation. Schulen und Politiker sind sich in diesem Punkt uneinig.

Mit mobilen Impfteams und Zeitfenstern in Impfzentren sollen Schulen nach den Sommerferien die Zahl ihrer geschützten Schüler steigern. „Jede Impfung hilft dabei, Schule in Präsenz und damit auch das soziale Miteinander zu gewährleisten“, sagte Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne), deren Haus gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium die Schulleitungen über das Impf-Angebot informiert hat. So weit so gut.

Corona-Impfung: Mobile Impfteams an Schulen nach den Sommerferien

Die Verantwortlichen der Schulen können laut Ministerium selbst entscheiden, ob sie ein mobiles Impfteam anfordern möchten. Das ist allerdings einer der Knackpunkte, den die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nun kritisiert. Der organisatorische Aufwand dürfe nicht den Schulleitungen zugeschoben werden, sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Außerdem schließen die Impfzentren bereits Ende September, zudem gibt es nach den Planungen des Landes ab dann lediglich 18 mobile Impfteams, die auch in den Pflegeheimen unter anderem für Drittimpfungen eingesetzt werden sollen. „Es kann nicht sein, dass sich die Schulleiter darüber streiten müssen, bei wem das mobile Impfteam vorbeikommt“, sagte Stein. Die Zahl der Teams müsse erhöht werden, forderte die GEW-Landesvorsitzende. Es gebe ausreichend Personal aus den Impfzentren, die geschlossen werden.

Corona-Impfung an Schulen: Schulleiter kritisieren organisatorischen Aufwand

„Das ist eine weitere zusätzliche Aufgabe für Schulleitungen, und das zu Beginn eines neuen, nicht ganz unproblematischen Schuljahres“, kritisierte auch Werner Weber, der Landeschef der Schulleitervereinigung. Der Zeitdruck komme hinzu. Die letzten Tage der Sommerferien seien geprägt durch intensive Vorbereitungen auf den Schuljahresbeginn und die Organisation des kommenden Schuljahres. Wie schwierig es ist, sich auf ein Schuljahr voller Ungewissheit vorzubereiten, verdeutlich ein Heilbronner Schulleiter im Gespräch mit echo24.de.

„Die umfangreiche Vorbereitung einer schulinternen Impfaktion käme on top zu all den anderen Aufgaben noch mit dazu“, sagte Weber. „Es ist aber nicht die elementare Aufgabe von Schule, Impfungen von Minderjährigen, mit allem was dazugehört, zu organisieren.“

Kritik kam aus der Opposition: SPD-Landes- und Fraktionschef Andreas Stoch sprach laut einer Mitteilung von einer „Politik des Wegduckens“. Nun sollten es die Schulen richten, das Land versuche, diese Aufgabe „nach unten zu schieben“. „Dass man jeder Schülerin und jedem Schüler ab 12 eine Impfung anbietet, ist ein Muss – aber es ist nicht die Aufgabe der Schulen, das auch noch zu organisieren!“, sagte er.

Corona-Impfung für Schüler: Impf-Angebot kann jetzt schon wahrgenommen werden

Kinder und Jugendliche können sich auch bereits jetzt schon beim Haus-, Kinder- und Jugendarzt sowie in Impfzentren oder bei Vor-Ort-Impfaktionen gegen das Coronavirus impfen lassen, betonte Schopper. Bislang ist nach Angaben der beiden Ministerien von Mittwoch etwas mehr als jeder vierte 12- bis 17-Jährige in Baden-Württemberg mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft.

Der Besuch einer Schule ist im kommenden Schuljahr aber nicht abhängig von einer Impfung. „Es muss sich niemand Sorgen machen, von der Schule ausgeschlossen zu werden, wenn er oder sie nicht geimpft ist“, betont Schopper.

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa

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