Lucha trotz Problemen mit positiver Bilanz

Impf-Ablauf in der Kritik: Baden-Württemberg will nun Verbesserungen einführen

  • Julia Thielen
    vonJulia Thielen
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Bei den Corona-Impfungen gab es zuletzt auch in Baden-Württemberg Probleme. Änderungen sollen zumindest teilweise Abhilfe schaffen.

Lange Wartezeiten am Telefon, erfolglose Terminvereinbarungen, Lieferengpässe und Organisationspannen - die Corona-Impfungen in Deutschland liefen alles andere als reibungslos ab. Nach den Beratungen beim Impf-Gipfel* zwischen Bund und Ländern zog Baden-Württembergs Gesundheitsminister jetzt auch für den Südwesten Bilanz. Er versprach, alle Impftermine einzuhalten - und Verbesserungen vor allem in einem Punkt. Das berichtet echo24.de*.

Corona-Impfungen in Baden-Württemberg: Diese Maßnahmen sollen das Chaos beenden

„Bei uns gilt volle Maximale: Jeder, der einen Erstterin hat, bekommt einen Zweittermin. Und jeder Termin, der mit uns vereinbart wird, wird gehalten“, erklärte Manne Lucha am Freitag in Stuttgart. Zuvor hatte es massive Kritik an den Corona-Impfungen in Baden-Württemberg gegeben. Im Ländervergleich hatte der Südwesten schlecht abgeschnitten. Auch, weil die Hälfte des vorhandenen Impfstoffs zunächst konsequent gelagert wurde, um eine zweite Impfung garantieren zu können.

Doch daran hält man nun in Baden-Württemberg nicht mehr fest. Aufgrund der in Aussicht gestellten Nachproduktion des Impfstoffs von Biontech/Pfizer habe man sich an die bislang zurückgehaltene Reserve wagen können. Trotzdem arbeiteten Impfzentren* und Mobile Teams vorerst auch weiterhin mit halber Kraft. Der Grund: Impfstoffmangel*. Doch die Infrastruktur in Baden-Württembergs Impfzentren funktioniere laut Manne Lucha schon jetzt „reibungslos und effektiv“.

„Woran es immer noch mangelt, ist ausreichend Impfstoff. Dank unserer Reserven können wir alle Zweitimpfungen garantieren und alle vereinbarten Ersttermine finden statt. Auch dafür nutzen wir nun einen Teil der Reserve, denn genau dafür ist sie da“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha.

Corona-Impfungen in Baden-Württemberg: Warteliste für Terminvergabe wird eingerichtet

Probleme hatte es aber für Viele schon im Schritt vor der tatsächlichen Corona-Impfung gegeben. Vor allem für die Terminvergabe hagelte es lautstark Kritik* in Baden-Württemberg. Die Corona-Hotline 116 117 ist seit Wochen komplett überlastet. Impftermine waren nur äußerst schwer zu kriegen. Auch hier will Gesundheitsminister Lucha nun nachbessern.

Bei den Corona-Impfungen in Baden-Württemberg soll es zukünftig reibungsloser ablaufen.

„Wir vereinfachen die telefonische Terminvereinbarung mit einer Warteliste mit Rückruf, wenn wieder Termine verfügbar sind“, erklärte Lucha. Diese soll am Montag, 8. Februar, um 10 Uhr in Betrieb gehen. Wer sich auf der Warteliste registrieren lässt, wird entweder zurückgerufen oder bekommt einen Termin für die Corona-Impfung per Mail. Anrufer müssten sich künftig also nicht wieder und wieder bemühen. „Jede Liste wird abgearbeitet“, versprach Lucha.

Corona-Impfungen in Baden-Württemberg: Lucha zieht trotz Problemen positive Bilanz

Trotzdem wird das Problem der langsamen Terminvergabe nicht schlagartig behoben. „Entscheidende Stellschraube ist die Impfstoffmenge - da bitten wir einfach um Geduld“; dämpfte Manne Lucha die Erwartungen an die Corona-Impfungen in Baden-Württemberg. Nur dann wenn ein Termin frei sei, könne auch einer vergeben werden.

Entscheidende Stellschraube ist die Impfstoffmenge - da bitten wir einfach um Geduld.

Manne Lucha, Gesundheitsminister Baden-Württemberg

Da Impfstoff weiterhin knapp ist, seien die Strukturen weit von der Volllast entfernt. Aktuell werden in Baden-Württemberg täglich rund 7.000 Erstimpfungen und rund 5.000 bis 6.000 Zweitimpfungen durchgeführt. Wenn ausreichend Impfstoff vorhanden ist, können in Baden-Württemberg bis zu 60.000 Impfungen pro Tag stattfinden. 

Trotz der Probleme zog Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha sechs Wochen nach Beginn der Corona-Impfungen im Südwesten* eine positive Bilanz. „Wir haben innerhalb kurzer Zeit gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern vor Ort eine leistungsfähige Impfinfrastruktur aufgebaut. Das war ein echter Kraftakt, der sich auszahlt: Unser System funktioniert.“ *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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