Bei Priorität der Impfung vorgezogen

Schulöffnungen in BaWü: Wichtiger Schritt für Lehrer und Erzieher soll kommen

Niedergelassene Ärzt:innen und ihr Personal sollen früher gegen Corona geimpft werden.
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Lehrer und Erzieher sollen in Baden-Württemberg früher als ursprünglich geplant geimpft werden.
  • Julia Thielen
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In Baden-Württemberg gibt es einen entscheidenden Schritt bei den Corona-Impfungen für Lehrer und Erzieher.

Zwei Tage vor Öffnung der Schulen in Baden-Württemberg* hat Gesundheitsminister Manne Lucha einen entscheidenden Schritt in Sachen Corona-Impfungen angekündigt. Demnach sollen Lehrer und Erzieher bei der Corona-Impfung vorgezogen werden. Eine entsprechende Grundsatzentscheidung soll am Montag, pünktlich zur weiteren Öffnung der Schulen und Kitas in gleich zehn Bundesländern, aller Voraussicht nach in der Gesundheitsministerkonferenz fallen. Das berichtet echo24.de*.

Corona-Impfungen BaWü: Entscheidender Schritt für Lehrer und Erzieher

„Auch auf Initiative Baden-Württembergs werden Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher künftig vorgezogen. Denn sie stehen ebenfalls an vorderster Front, wenn Schulen und Kitas jetzt wieder breit öffnen“, erklärte Manne Lucha am Samstag in Stuttgart. In Baden-Württemberg werden Lehrer und Erzieher bei der Corona-Impfung nun in die zweite Priorisierungsgruppe eingeordnet. Eine entsprechende Änderung der Bundesimpfverordnung ist derzeit in Arbeit.

ImpfprioritätPersonen
Gruppe 1: Personengruppen mit höchster Prioritätu.a.: Menschen über 80, Pflegebedürftige, medizinisches Personal mit Kontakt zu Pflegebedürftigen oder mit Tätigkeit in Corona-Schwerpunkten
Gruppe 2: Personen mit hoher Prioritätu.a.: Menschen über 70, Personen mit (sehr) hohem Risiko für schweren Krankheitsverlauf, bald auch: Lehrer und Erzieher
Gruppe 3: Personen mit erhöhter Prioritätu.a.: Menschen über 60, medizinisches Personal mit niedrigem Risiko in Bezug auf Corona, Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Krankheitsverläufe

Damit wird Lehrern und Erziehern voraussichtlich bereits Anfang oder Mitte März ein Impfangebot gemacht. Zuvor soll allen Berechtigten zwischen 18 und 64 Jahren in der ersten Priorität schon ab sofort ein Impfangebot gemacht werden. Dazu zählen Pflegekräfte bei ambulanten Pflegediensten, medizinisches Personal sowie Ärzte, die in Corona-Schwerpunktpraxen arbeiten oder Pflegeheime betreuen. Bislang war der Impfstoff zu knapp*, um für alle Willigen auch Impftermine anbieten zu können. Das soll sich nun ändern - wegen des Impfstoffs von Astrazeneca.

Corona-Impfungen Baden-Württemberg: Lehrer und Erzieher erhalten früher Impfangebot

Das Vakzin von Astrazeneca ist in Deutschland nur für Menschen unter 65 Jahren zugelassen. Das änderte auch die ursprünglich festgelegte Impfreihenfolge. Neben medizinischem Personal rücken nun auch Lehrer und Erzieher nach vorne. Baden-Württemberg erwartet bis Mitte März rund 450.000 Impfdosen von Astrazeneca. Neben Lehrern und Erziehern sollen ab spätestens Mitte März auch alle anderen Personen aus der zweiten Imfpriorität ein Angebot für einen Impftermin* erhalten. Dazu zählen Haus- und Zahnärzte, Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit einem hohen Infektionsrisiko sowie Personen mit einer geistigen Behinderung oder mit Trisomie 21.

Lehrer und Erzieher, die eine Corona-Impfung erhalten wollen, müssen sich für einen Impftermin bei der entsprechenden Hotline* melden. Hier hatte ein Recall-System die Vereinbarung eines Impftermins zuletzt in Baden-Württemberg vereinfacht. Zusätzlich müssen Lehrer und Erzieher nachweisen, dass sie zur berechtigten Gruppe gehören. Dazu benötigen sie eine Bescheinigung über das Arbeitsverhältnis und die entsprechende Tätigkeit von ihrem Arbeitgeber. Vorlagen hierfür gibt es auf der Homepage des Sozialministeriums Baden-Württemberg unter den FAQs zur Corona-Impfung („Wie weise ich nach, dass ich zur berechtigten Gruppe gehöre?“).

Corona-Impfungen für Lehrer und Erzieher: Astrazeneca-Impfstoff sorgt für Skepsis

Angesichts dieses entscheidenden Schritts bei den Corona-Impfungen für Lehrer und Erzieher in Baden-Württemberg warnte Gesundheitsminister Manne Lucha davor, den Impfstoff von Astrazeneca schlechtzureden. „AstraZenca ist genauso geeignet die Pandemie zu bekämpfen wie die beiden andern Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Auch der Impfstoff von AstraZenca verhindert, dass Menschen nach einer Corona-Infektion einen schweren oder tödlichen Verlauf erleiden – und darum geht es bei einer Impfung“, sagte Lucha. „Alle drei Impfstoffe haben ein umfangreiches Zulassungsverfahren durchlaufen. Von der STIKO wird der Impfstoff von AstraZeneca wie die beiden anderen als wirksamer Impfstoff empfohlen. Klar ist also: AstraZeneca ist kein Impfstoff zweiter Klasse, im Gegenteil. Ich habe kein Verständnis, wenn sich Menschen damit nicht impfen lassen wollen.“

Zuletzt hatte sich Skepsis gegenüber dem Impfstoff von Astrazeneca* gemehrt. Tatsächlich ist die Wirksamkeit des Impfstoffs - vor allem gegen einen schweren Verlauf von Corona - hoch. Aber wird eben niedriger angegeben, als die der Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna. Auch die vermeintlich gehäuft auftretenden Nebenwirkungen des Impfstoffs von Astrazeneca* sorgten zuletzt für Unsicherheit. Lehrer und Erzieher in Baden-Württemberg können nun bald entscheiden, ob die möglichen Risiken einer Corona-Impfung die Nutzen für sie übersteigen - oder umgekehrt. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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