mRNA-Impfstoffe als Lösung?

Auffrischungs-Impfung gegen das Coronavirus – wer ist in BaWü berechtigt?

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  • Lisa Klein
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In Baden-Württemberg gibt es seit dem 1. September Auffrischungs-Impfungen gegen das Coronavirus. Der Kreis der Berechtigten wurde von der STIKO nun erweitert.

Update, 8. Oktober: Seit dem 1. September gibt es in Baden-Württemberg Auffrischungs-Impfungen gegen das Coronavirus. Doch nicht für alle gibt es bislang auch eine Empfehlung vonseiten der Ständigen Impfkommission (STIKO). Der Kreis der Berechtigten wurde nun erweitert, denn die STIKO hat eine Booster-Empfehlung für weitere Personengruppen ausgesprochen. *echo24.de verrät, welche Personengruppen sich laut STIKO nun eine Auffrischungsimpfung für einen umfangreichen Schutz vor dem Coronavirus holen sollten.

Die neue STIKO-Empfehlung für eine Drittimpfung richtet sich an alle Senioren ab 70 Jahren, Pflegepersonal und medizinisches Personal. Zudem sollten Menschen, die bislang nur den Impfstoff von Johnson & Johnson verabreicht bekommen haben, eine zweite Impfung erhalten. Die Empfehlungen gehen nun für eine Stellungnahme in Fachgremien und an die Bundesländer, sodass es noch Änderungen geben kann. Bisher gab es eine Empfehlung für eine Auffrischimpfung allein für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Baden-Württemberg: Dritte Corona-Impfung ab jetzt – wer ist berechtigt?

Update, 1. September: Heute starten für die ersten Personengruppen in Baden-Württemberg die Corona-Drittimpfungen. Die Auffrischungsimpfungen sollen wie „Booster“ wirken und den Immunschutz stärken, denn der soll nach einiger Zeit immer mehr nachlassen. Vor allem immungeschwächte Personen können diesen Booster gut gebrauchen, durch den sich mehr Antikörper bilden. Deshalb sind in Baden-Württemberg vorerst nur Personen über 80 Jahren, Pflegebedürftige und Menschen mit einer Immunschwäche für die Auffrischungsimpfung berechtigt.

Aber auch wer bislang ausschließlich eine Impfung mit einem Vektorimpfstoff (AstraZeneca oder Johnson & Johnson) erhalten hat, erhält ab 1. September ein Impfangebot mit Biontech oder Moderna – unabhängig vom Alter oder Vorerkrankungen.

Baden-Württemberg: Auffrischungs-Impfung ab 1. September – so funktioniert‘s

Die Drittimpfungen in Baden-Württemberg werden sowohl im Impfzentrum und durch mobile Impfteams als auch bei Land- und Hausärzten angeboten. Land- und Hausärzte sind zuversichtlich, für die geplanten Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus ausreichend Impfstoff, Personal und mobile Impfteams eingeplant zu haben. „Wir haben die Infrastruktur und wir haben den Impfstoff“, sagte Uwe Lahl, Amtschef im Gesundheitsministerium, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Auch die niedergelassenen Ärzte sind nach Angaben ihres Verbands vorbereitet: „Die Hausärzte in Kombination mit Betriebsärzten und mobilen Impfteams werden das schaffen“, sagte Manfred King, der Sprecher des Hausärzteverbands Baden-Württemberg.

Neben den Impfzentren und 18 mobilen Impfteams dürfen auch niedergelassene Ärzte die Spritzen setzen. Menschen, die nicht in einem Heim betreut werden, können zum Hausarzt gehen. Gedacht sind die Booster-Impfungen für diejenigen, die bei der Erst- und Zweitimpfung zur ersten Prioritätengruppe gehört haben und bei denen die vollständige Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Für alle anderen voll Geimpften reicht der Schutz nach Ansicht der Wissenschaft noch einige Zeit aus.

Kritik an den Drittimpfungen in Baden-Württemberg: Fehlende Studien, mangelndes Personal

Allerdings gibt es auch Kritik an mutmaßlich mangelndem Personal, fehlenden Sicherheiten und am Zeitpunkt für die dritte Runde. SPD-Fraktionschef Andreas Stoch hält es für „illusorisch, diese Aufgabe allein den Hausarztpraxen zu überlassen“. Er fordert eine Fortsetzung für die Impfzentren, die Ende September schließen sollen.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, beklagt das Fehlen unabhängiger Analysen. „Wir diskutieren noch viel zu viel auf der Wahrscheinlichkeiten-Ebene und wissen gar nicht, was das Virus mit uns macht“, sagt er. Auch die Drittimpfung werde angeboten, ohne dass ausreichend Wissen darüber vorhanden sei, wie der Körper auf die ersten beiden Spritzen oder auf eine Infektion reagiert habe. Brysch fordert, dass bei allen Impfkandidaten zunächst der tatsächliche Immunstatus erhoben wird.

Nach groben Schätzungen des Landes kommen Auffrischungsimpfungen in den kommenden sechs Monaten für bis zu 1,7 Millionen Menschen in Baden-Württemberg infrage. Allerdings gibt es etliche Überlappungen, deshalb liegen dem Land keine konkreten Zahlen vor.

Dritte Corona-Impfung ab September: Das ist der Plan in Baden-Württemberg

Update, 4. August: Am Montag – 2. August – haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Länder darauf verständigt, dass ab Herbst damit begonnen werden soll, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen ein drittes Mal gegen Covid-19 zu impfen. Die echo24.de-Redaktion* berichtet in der Erstmeldung vom 2. August ausführlich darüber. In Baden-Württemberg macht man jetzt Nägel mit Köpfen und bestimmte einen Starttermin für die Corona-Auffrischungsimpfungen.

Berichten des SWR zufolge soll in Baden-Württemberg ab dem 1. September damit begonnen werden, bestimmte Personen ein drittes Mal zu impfen. Nach Informationen des Landesgesundheitsamts (lga) soll die Corona-Auffrischungsimpfung sechs Monate nach der zweiten Impfung erfolgen. Zum Einsatz sollen ausschließlich die Corona-Impfstoffe von Biontech und Moderna kommen. Sprich: Auch wer vorher mit Johnson & Johnson oder AstraZeneca geimpft wurde, bekommt einen mRNA-Impfstoff.

Dritte Corona-Impfung in Baden-Württemberg: Wer zuerst geimpft werden soll

Nach Informationen des SWR sollen zuerst wieder ältere Menschen ab 70 Jahren, Menschen mit Vorerkrankungen und mit geringer Immunantwort geimpft werden. Also letztlich die Menschen, die schon zu Beginn des Jahres 2021 gegen das Coronavirus geimpft wurden. Im September sollen noch die Impfzentren in Baden-Württemberg sowie die mobilen Impfteams helfen. Ende September sollen die Impfzentren in Baden-Württemberg dann endgültig schließen.

Dann würden nur noch die Haus- / Betriebsärzte und gegebenenfalls die mobilen Impfteams gegen das Coronavirus impfen. Dass die Drittimpfungen künftig ohne die Impfzentren erfolgen sollen, sieht so mancher Politiker in Baden-Württemberg äußerst kritisch. Die SPD-Fraktion im Landtag kann Berichten des SWR zufolge nicht nachvollziehen, warum die ganzen Impfzentren bald schließen sollen. Die Kassenärztliche Vereinigung begrüßt hingegen die Entscheidung der Landesregierung.

Dritte Corona-Impfung: Das sagen Experten zu der Auffrischungsimpfung

Erstmeldung, 2. August: Das Thema „Corona-Impfung“ nimmt einfach kein Ende - auch wer schon vollständig immunisiert ist, beschäftigt sich zwangsläufig weiterhin mit der Problematik, wie es weitergeht. Denn die Ständige Impfkommission STIKO hat bisher noch keine Empfehlung für eine dritte Corona-Impfung ausgesprochen. Experten gehen mittlerweile davon aus, dass besonders bei Hochbetagten und Menschen mit schwachem Immunsystem der Infektionsschutz mit der Zeit nachlässt. Deshalb befassen sich heute die Gesundheitsminister mit der Frage, welche Regelungen künftig gelten sollen.

43.454.685 - so viele Menschen sind aktuell (2. August) vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Doch während viele erst vor wenigen Wochen ihre zweite Impfung erhalten haben, müssen andere sich jetzt schon fragen, ob sie noch ausreichend geschützt sind. Wie echo24.de* berichtet, betrifft das besonders all diejenigen, die bereits im Januar oder Februar geimpft wurden. Sie könnten bereits im September ihre Auffrischimpfung erhalten.

Dritte Corona-Impfung: Gesundheitsminister wollen Auffrischung ab September

Denn der ARD liegt eine Beschlussvorlage für die Gesundheitsministerkonferenz vor. Diese besagt, dass Bund und Länder tatsächlich ab dem Spätsommer mit Auffrischimpfungen für Risikogruppen starten wollen. Die dritte Impfung soll dann jeweils mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech oder Moderna erfolgen. Dabei sei völlig gleich, mit welchem Impfstoff die Personen vorher immunisiert worden seien.

Außerdem soll laut SWR allen schon vollständig geimpften Personen mit AstraZeneca oder Johnson & Johnson-Impfung eine weitere Impfung mit Biontech angeboten werden. Die Auffrischimpfungen sollen dann möglichst unkompliziert in die Bevölkerung gebracht werden. Zum Beispiel sind mobile Impfteams und Impfungen bei Haus- und Betriebsärzten geplant.

Ich werde am Montag auf der Gesundheitsministerkonferenz fordern, dass wir mit den Auffrischimpfungen ab dem 1. September beginnen.

Manne Lucha, Gesundheitsminister Baden-Württemberg (Grüne)

Auch Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hatte schon vor einigen Tagen - vor der Konferenz - angekündigt: „Ich werde am Montag auf der Gesundheitsministerkonferenz fordern, dass wir mit den Auffrischimpfungen ab dem 1. September beginnen.“ Vor allem denke die Landesregierung dabei an die über 70-Jährigen und die Vorerkrankten, die gleich zu Beginn der Impfkampagne ihre erste Impfung erhalten haben, erklärte Lucha in Stuttgart.

Auffrischimpfung gegen Corona: Israel als Vorreiter - zieht Deutschland nach?

Denn die vierte Welle rolle an und gleichzeitig gebe es freie Kapazitäten in den Impfzentren, die man nutzen müsse. In diesem Zuge appellierte Lucha auch an die Ständige Impfkommission, die dritte Impfung grundsätzlich zu empfehlen - doch die STIKO selbst sieht die Datenlage noch nicht ausreichend belegt. STIKO-Chef Thomas Mertens sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag, den unabhängigen Experten gehe es vor allem um die Frage, ob die messbare Immunantwort im Labor nachlasse und ob trotz Impfung vermehrt Infektionen mit Erkrankung aufträten.

Der Virologe betonte allerdings auch, dass nichts dagegen spreche, wenn ein Staat - wie kürzlich Israel - aus Fürsorgepflicht eine dritte Impfung anböte - auch ohne Evidenz. Israel hatte aufgrund steigender Infektionszahlen als erstes Land bekannt gegeben, älteren Jahrgängen und sogar Menschen ab 60 eine Auffrischimpfung gegen das Coronavirus anzubieten. Das Angebot gelte für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben. Mittlerweile sind in Israel über 2.000 Drittimpfungen durchgeführt worden.

Ob Deutschland nachzieht, entscheidet sich wohl im Laufe des Nachmittags (2. August). In jedem Fall will das Land Baden-Württemberg die Corona-Impfungen auch weiter vorantreiben. Erst am Wochenende machte Ministerpräsident Winfried Kretschmann eine deftige Ansage an Ungeimpfte* und auch eine indirekte Impfpflicht könnte schon bald auf Deutschland zukommen*, wenn am 10. August der nächste Corona-Gipfel ansteht.*echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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