Einige Länder impfen bereits Fünfjährige

Corona-Impfung für Kinder: Vakzin bald auch ohne Stiko-Empfehlung?

  • Anna-Maureen Bremer
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Die Landesregierung von Baden-Württemberg geht davon aus, dass noch in diesem Jahr Corona-Impfungen für Kinder angeboten werden. 

In Baden-Württemberg laufen erste Vorbereitungen für Corona-Impfungen von Kindern. Das Land sei dazu bereits im Gespräch mit den relevanten Akteuren, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart mit. Die Landesregierung rechnet damit, dass in der zweiten Dezemberhälfte die ersten Impfungen angeboten werden sollen. Aktuell sind die Corona-Zahlen im ganzen Land auf einem traurigen Rekord-Hoch.

Die Nachfrage nach Corona-Impfungen für Kinder sei schwer einzuschätzen, hieß es. Das Ministerium bekomme sowohl Anfragen von Eltern, die sich für eine Impfung auch ohne europäische Zulassung aussprechen, als auch viele Beschwerden und Ablehnung gegenüber einer Impfung für Kinder.

Corona-Impfung für Kinder: Eltern sind oft geteilter Meinung

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gibt es im Südwesten etwa 1.120 Kinderärzte in der ambulanten Versorgung, davon seien etwa 120 an Kliniken tätig. Inwieweit sich die Kinderarztpraxen an der Impfkampagne beteiligen, soll nun geklärt werden. Zudem prüfe man, ob Kinder auch die mobilen Angebote der Impfteams in Anspruch nehmen können.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zuletzt gesagt, er rechne zum Ende der vierten Novemberwoche mit einer Zulassungsentscheidung für einen Corona-Impfstoff für Kinder und mit ersten Auslieferungen kurz vor Weihnachten. Da es sich beim Kinder-Impfstoff um eine geringere Dosierung handele, müssten von Biontech/Pfizer erst andere Fläschchen produziert und geliefert werden, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin.

Regierung rechnet noch im November mit ersten Corona-Impfungen für Kinder

Der geschäftsführende Minister verwies auch darauf, dass nach einer Zulassung auch ohne Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) allen 5- bis 11-Jährigen die Impfung ermöglicht werden solle. Bislang sind in der EU keine Corona-Impfstoffe zugelassen, mit denen Kinder jünger als 12 Jahre geimpft werden dürfen.

Aktuell scheint für viele der einzige Weg aus der Pandemie eine höhere Impfquote zu sein. Greift das Land bald zu härteren Maßnahmen und führt nun doch eine Impfpflicht ein? Politiker schließen diesen drastischen Schritt nicht mehr aus.

Während einige Menschen sich gegen die Verabreichung eines Vakzins massiv wehren, lassen sich die ersten bereits Booster-Impfungen injizieren. Denn eine neue Studie zeigt: Booster gegen das Coronavirus sind deutlich früher notwendig als zuerst angenommen. Ein Impfstoff schützt bereits nach vier Monaten nicht mehr. Wer sich eine Auffrischungsimpfung holt, sollte sich vorab über die Nebenwirkungen bei einer Booster-Impfung mit Moderna oder Biontech informieren.

Rubriklistenbild: © Paul Vernon/dpa

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