Coronavirus-Ausbreitung in Deutschland

Corona-Impfung: Neue Impfstrategie - Mit diesem Plan will Spahn das Impfen beschleunigen

Bundesminister für Gesundheit: Jens Spahn von der CDU.
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Jens Spahn rechnet damit, dass im April genauso viele Impfstoff verimpft wird, wie bislang insgesamt.
  • Julia Cuprakowa
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Gesundheitsminister Jens Spahn will das Impfen in Deutschland beschleunigen. Mit mehr Impfstoff und größeren Abständen zwischen den zwei Impfungen sollen viel mehr Menschen geimpft werden.

Das Coronavirus breitet sich in Baden-Württemberg erneut extrem schnell aus und die Gesundheitsexperten sprechen von einer dritten Corona-Welle. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), lässt sich die dritte Welle nicht mehr verhindern, denn sie sei bereits voll im Gange. Aber: Man kann die Welle durchaus brechen. Doch wie stellt sich der Gesundheitsminister das vor?

Die Antwort ist ganz einfach: mit mehr Corona-Impfungen und dem Einhalten von aktuellen Corona-Regeln. Denn wenn es nach Spahn geht, so sollen sich die Zahl an geimpften Personen im April sogar verdoppeln. Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, fordert Spahn eine neue Impf-Strategie.

Corona-Impfung: Mehr Impfstoff und Impfen in Arztpraxen - So will Spahn das Impfen in Deutschland beschleunigen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass bis Anfang Mai 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland eine erste Impfdosis erhalten haben. Bisher seien nur etwa zehn Prozent der Deutschen geimpft worden. „Wir werden die nächsten zehn Prozent jetzt in einem Monat schaffen können“, sagte Spahn beim Besuch eines Impfzentrums in Berlin, wie zdf.de berichtet.

Laut Spahn werde die Impf-Kampagne jetzt mehr und mehr an Fahrt zunehmen. Eine wichtige Rolle sollen dabei auch die Arztpraxen spielen. Es gehe vor allem darum, das Impfen für Hausärzte „bürokratiearm“ zu gestalten. Laut Ärztezeitung sollen Anfang April mehr Impfdosen nach Deutschland kommen, als über Impfzentren und mobile Teams verimpft werden könnten. „Dann sollen Arztpraxen routinemäßig miteinbezogen werden in die Impfungen“, so Spahn.

Corona-Impfung in Deutschland: Größerer Anstand zwischen zwei Impfungen

Das Impfen soll aber nicht nur durch das Einbeziehen von Arztpraxen beschleunigt werden, sondern auch dadurch, dass möglichst viele Menschen eine Erstimpfung bekommen sollen. Dafür soll der Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung von sechs auf zwölf Wochen verlängert werden. Und der Impfstoff, der für die zweite Impfung gedacht war, soll als Erstimpfung gespritzt werden. Doch was sollen die Menschen dann als Zweitimpfung bekommen, wenn ihr Vakzin für die Erstimpfung verbraucht wird?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte bereits vergangene Woche empfohlen, dass Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Corona-Impfung mit dem Präparat von AstraZeneca erhalten haben, bei der zweiten Impfung auf einen anderen Impfstoff umsteigen sollen.

Größerer Abstand und anderer Impfstoff für Zweitimpfung? Spahn berät sich mit Kollegen

Als Grund führte, die Stiko eine Reihe von Verdachtsfällen auf eine Hirnvenen-Thrombose auf. Experten vermuten, dass das sehr geringe Risiko jüngere Menschen betrifft. Bund und Länder hatten deshalb vor einer Woche beschlossen, das AstraZeneca-Mittel in der Regel nur noch Personen über 60 verabreichen zu lassen.

Allerdings haben laut Spahn bereits 2,2 Millionen Bürger unter 60 eine erste Impfung mit AstraZeneca erhalten. Die Stiko empfiehlt, dass sie nun nach zwölf Wochen eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech/Pfizer oder Moderna) bekommen. Am heutigen Mittwoch, 07. April, will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, mit seinen Kollegen aus den Ländern über eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission zu Zweitimpfungen beraten.

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