Coronavirus Baden-Württemberg

Chaos bei Apotheken-Impfungen: So kommen Sie an eine Dosis

  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Die Impfkampagne in Baden-Württemberg geht neue Wege – seit Dienstag dürfen auch Apotheken den Piks verabreichen, doch es gibt noch Anlaufschwierigkeiten.

Die Infektionsrate ist hoch, die Impfkampagne stockt - in Baden-Württemberg ist das Coronavirus weiter auf dem Vormarsch*. Die Omikron-Variante* grassiert und bringt beinahe täglich neue Rekordwerte mit sich. Deshalb sollen Impfangebote stetig erweitert und verbessert werden - so startete das Land Baden-Württemberg am Dienstag, 8. Februar, die Corona-Impfungen in Apotheken. Wie echo24.de* berichtet, lief der Start aber eher holprig ab.

Grund dafür ist laut dem Landesapothekerverband Baden-Württemberg vor allem die derzeit so geringe Nachfrage nach Corona-Impfungen. Wie ein Pressesprecher gegenüber echo24.de* bestätigte, werden schon die bisherigen Kapazitäten der Impfzentren, mobiler Impfteams sowie die Impfangebote der Hausarztpraxen derzeit nicht ausgeschöpft. Deshalb haben wohl viele Apotheken zum Kampagnenstart noch gar nicht angefangen, selbst zu impfen.

Impfung in der Apotheke: Anlaufschwierigkeiten in Baden-Württemberg – wieso?

Wie die Landesapothekerkammer berichtet, haben von den rund 2.500 Apotheken in Baden-Württemberg nur rund 45 zum Start am Dienstag eine Corona-Impfung angeboten - keine einzige davon in der Landeshauptstadt Stuttgart*. Doch laut Apothekerkammer gibt es noch einen weiteren Grund, wieso viele Apotheken noch gar nicht mit den Impfungen starten konnte. Dieser ist ganz einfach: Es gab Software-Probleme.

Die Apotheken müssen ihre Impfungen jeden Tag an das Robert Koch-Institut (RKI) melden - über das sogenannte „digitale Impfmonitoring“. Doch bis zuletzt war bei vielen Apotheken gar nicht klar, ob sie rechtzeitig an das System angeschlossen werden könnten. Angesichts der geringen Nachfrage ist das allerdings vermutlich gar kein so großes Problem.

Denn wie der Landesapothekerverband erklärt, wird aktuell sowieso kein großer Ansturm erwartet. Ein Sprecher meint dazu: „Insofern erscheint es an vielen Orten im Land aktuell wenig sinnvoll, dass zusätzlich zu diesen Überkapazitäten weitere Angebote durch Apotheken platziert werden.“ Doch diese Situation könne sich schnell ändern.

Impfung in der Apotheke: Wann der Ansturm doch noch kommen könnte

Wenn beispielsweise der neue proteinbasierte Impfstoff von Novavax endlich in Deutschland verimpft wird*, oder der Totimpfstoff von Valneva* eine Zulassung erhält, könnte es einen Ansturm auf die Apotheken geben. Auch die auf die Omikron-Variante hin angepassten mRNA-Impfstoffe von Moderna oder Biontech* könnten ein erneuter Anreiz werden, sich wieder vermehrt impfen zu lassen.

Nadel frei: Ab sofort ist der Covid-Pieks auch in Apotheken möglich. (Archivbild)

Ebenfalls möglich sei laut Apothekerverband die Empfehlung für eine weitere Booster-Impfung - auch dann erwarten die Apotheken einen Ansturm an Impfwilligen. Deshalb sei es „wichtig und sinnvoll, dass sich die Apotheken weiter vorbereiten, in das Impfgeschehen einzusteigen, um dann schnell weitere, niederschwellige und ortsnahe Impfangebote zu generieren.“

Impfung in der Apotheke: So kommen Sie an einen Impftermin

Doch wie kommen Impfwillige nun eigentlich an die Information, welche Apotheken im Umkreis Corona-Impfungen anbieten? Hier schlägt das Land Baden-Württemberg das Portal www.mein-apothekenmanager.de vor. Dort können Apotheken ihre Daten eintragen und Privatpersonen durch eine Suchfunktion Apotheken im Umkreis finden, die ein Impfangebot machen. Auch auf der Seite der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg gibt es eine solche Suchfunktion.

Allerdings muss hierzu gesagt werden - die Liste ist nicht immer ganz korrekt, teilweise sind auch Apotheken gelistet, die noch nicht mit dem Impfen begonnen haben - ein Anruf oder eine Mail lohnt sich also immer, bevor Sie sich vielleicht ins Auto setzen, um vor Ort einen Termin auszumachen oder sich direkt impfen lassen zu wollen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © David Inderlied/dpa