Corona-Inzidenz steigt

Impfpflicht für Baden-Württemberg? Böblingens Landrat mit kontroversem Vorstoß

Impfungen
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Corona: Böblingens Landrat fordert eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen - und ist damit nicht alleine. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Die Corona-Inzidenzen steigen vielerorts wieder an - und mehrere Politiker sprechen von einer Impfpflicht. Könnte Baden-Württemberg bald diese drastische Maßnahme ergreifen?

Er ist nicht der Erste mit dieser Idee - und dennoch hat Böblingens Landrat Roland Bernhard jetzt mit einer umstrittenen Aussage viele Gemüter in Wallung gebracht. Denn in Böblingen steigt, wie in ganz Baden-Württemberg, die 7-Tage-Inzidenz aktuell wieder gemächlich an. Am vergangenen Samstag lag die Inzidenz im Kreis Böblingen zum ersten Mal seit Wochen wieder über zehn. Wie echo24.de* berichtet, tritt deshalb laut der aktuellen Corona-Verordnung für den Südwesten heute die Inzidenzstufe 2 für den Landkreis in Kraft.

Impfpflicht in Baden-Württemberg: Böblingens Landrat mit mutigem Vorstoß

Für Landrat Roland Bernhard ist das auch auf die mangelnde Impfbereitschaft in der Bevölkerung zurückzuführen. Er erklärte in einer Mitteilung: „Im Landkreis Böblingen haben wir aktuell eine Erstimpfungsquote von 54,4 Prozent und liegen damit rund 1,5 Prozentpunkte hinter dem Landesdurchschnitt von 55,5“, das sei viel zu wenig. Um dem Virus Einhalt gebieten zu können, müsse eine Herdenimmunität erreicht werden. Deshalb forderte Bernhard von der Bundespolitik, jetzt endlich zu handeln.

Zur Not müssen wir uns in Richtung einer Impfpflicht bewegen – zumindest für bestimmte Berufsgruppen, die mit ungeimpften und gefährdeten Personengruppen arbeiten.

Roland Bernhard, Landrat des Landkreises Böblingen

Sein Appell: Wenn sich nicht genügend Menschen freiwillig gegen Corona impfen lassen, so müsse es für bestimmte Berufsgruppen eine Impfpflicht geben. Zumindest könnte laut Bernhard für jene Menschen eine Impfpflicht nötig werden, die mit ungeimpften und gefährdeten Personengruppen arbeiten. Denn ohne Impfen werde man den Kampf gegen die Delta-Variante* verlieren.

Impfpflicht in Baden-Württemberg? Auch Sozialministerium will drastische Maßnahmen

Doch nicht nur den Bund forderte der Landrat zum Handeln auf, auch die Landesregierung nahm er in die Pflicht. Mit der neuen Corona-Verordnung solle ein Zeichen gesetzt werden, um die Impfung attraktiver zu machen. Und tatsächlich hat auch der Baden-Württembergische Sozialminister Manne Lucha (Grüne) sich bereits in der Vergangenheit in Richtung „Impfpflicht für bestimmte Berufe“ geäußert und diese als möglich deklariert.

Doch auch eine indirekte Impfpflicht stand schon im Raum. Uwe Lahl, der Amtschef im Sozialministerium erklärte kürzlich, dass für vollständig Geimpfte bald alle coronabedingten Einschränkungen fallen* sollen - für Ungeimpfte kündigte er eine verschärfte Testpflicht an*. Zu Lahls Vorschlägen zählte in diesem Zuge auch, die Tests für ungeimpfte Erwachsene kostenpflichtig zu gestalten. Über diese Maßnahmen will die Baden-Württembergische Landesregierung wohl im August entscheiden.

Impfpflicht in Baden-Württemberg: Politiker appellieren, die Impfangebote zu nutzen

Bis dahin appellieren allerdings mehrere Politiker, die Impfangebote wahrzunehmen und auch Zweitimpfungen in Impfzentren nicht einfach verstreichen zu lassen. Immer häufiger werden auch freie Impftermine direkt vor Ort in den Stadtteilen oder auf größeren Plätzen angeboten - ohne Termin. Auch Impfbusse von Daimler sind unterwegs.

Wenn weiterhin genügend Menschen an der Impfkampagne gegen das Coronavirus teilnehmen, so können wir die Herdenimmunität laut Experten noch erreichen. Denn 60,4 Prozent der Deutschen haben bereits mindestens eine Impfdosis, 48 Prozent der Gesamtbevölkerung sind schon vollständig immunisiert.

Dennoch gibt es auch positive Nachrichten aus Baden-Württembergischen Regionen zu vermelden. Der Landkreis Heilbronn* konnte heute (22. Juli) nach fünf aufeinander folgenden Tagen mit einer 7-Tage-Inzidenz von unter 10 endlich wieder weiter lockern. Die Öffnungsstufe 1 gilt nun wieder. Somit sind auch wieder private Treffen mit maximal 25 Personen aus beliebig vielen Haushalten erlaubt.*echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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