Corona-Schalte von Montag, 22. März

Harte Kritik nach Corona-Gipfel: Merkel trifft sich nochmal mit Ministern

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  • Anna-Maureen Bremer
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  • Julia Cuprakowa
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  • Julia Thielen
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  • Christina Rosenberger

Am 22. März haben Bund und Länder über Ostern gesprochen. Für die Beschlüsse hagelte es massiv Kritik. Merkel hat die Länderchefs daraufhin erneut zu einem Treffen gebeten.

  • Am 22. März trafen sich erneut Bund und Länder zum Corona-Gipfel, um über weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus zu sprechen.
  • Eine Verlängerung des Lockdowns sickerte bereits vorab durch.
  • Jetzt steht fest, was die Länderchefs beschlossen haben. Auch für Ostern.

Update vom 24. März, 10.50 Uhr: Nach massiver Kritik an den Oster-Beschlüssen des letzten Corona-Gipfels hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine weitere Schalte heute ab 11 Uhr mit den Länderchefs angekündigt. Laut dpa soll es dabei um den Umgang mit der Kritik gehen. Zudem kam Ärger auf, weil nach den 11-stündigen Corona-Beratungen die Umsetzung zentraler Beschlüsse noch offen blieb.

Nun will Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit den Ministerpräsidenten der Länder nachjustieren. Dabei kam es auch zu einem Paukenschlag, über den echo24.de im News-Ticker über den spontanen Corona-Gipfel berichtet.

Corona-Gipfel: Regel-Hammer kommt! Härtester Lockdown seit Pandemiebeginn

Am 22. März trafen sich wieder Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs: Corona-Schalte. Die große Frage war wie immer: Wie geht es für Deutschland weiter? Können wir endlich mit Lockerungen rechnen, oder wird der Lockdown noch mal um Wochen verlängert?

Update, 23. März, 7 Uhr: „Angesichts drastisch steigender Corona-Infektionszahlen schicken Bund und Länder ganz Deutschland über Ostern in den schärfsten Lockdown seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr.“ Das berichtet die dpa am Morgen. Die bestehenden Verordnungen der Länder zu Beschränkungen werden bis 18. April verlängert. Am 12. April beraten Bund und Länder erneut.

„Vom 1. bis einschließlich 5. April, also von Gründonnerstag bis Ostermontag, soll das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren werden, um die dritte Welle der Pandemie zu brechen. Das beschlossen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder in einer mehr als elfstündigen Marathonsitzung.

„Wir haben das Virus noch nicht besiegen können, es lässt nicht locker“, begründete Merkel am frühen Dienstagmorgen die harten Maßnahmen. Deutschland sei in einer sehr ernsten Lage mit exponentiell steigenden Fallzahlen, einer steigenden Belastung der Intensivstationen in den Kliniken und der Ausbreitung ansteckenderer Coronavirus-Varianten.

Diese Hauptpunkte hat die Regierung beschlossen:

  • „Ruhepause“ über Ostern
  • „Notbremse“ soll greifen
  • Mehr Tests an Schulen
  • Mallorca-Urlaub „entschärft“ - klare Ansage zur Urlaubsplanung
  • Hotels in Deutschland bleiben zu
  • Wirtschaft: Homeoffice und mehr Tests
  • Ausführliche Erläuterung zu den Punkten folgen weiter unten im Text

Nach Corona-Gipfel: Ostern wird zur „Ruhepause“

„Ruhepause“ über Ostern: Merkel nennt den besonders scharfen Lockdown über Ostern eine „Ruhepause“. Der Gründonnerstag und Karsamstag werden demnach einmalig als Ruhetage definiert und mit weitgehenden Kontaktbeschränkungen verbunden. „Es gilt damit an fünf zusammenhängenden Tagen das Prinzip #WirBleibenZuHause“, heißt es in dem Beschluss von Bund und Ländern. Nur am Karsamstag soll demnach der Lebensmittelhandel geöffnet bleiben. Private Zusammenkünfte sollen auf den eigenen Haushalt und einen weiteren Hausstand, jedoch maximal fünf Personen beschränkt werden. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Paare mit getrennten Wohnungen gelten als ein Haushalt.

Ansammlungen im öffentlichen Raum werden dem Beschluss zufolge in dieser Zeit generell untersagt. Wo bereits Außengastronomie offen ist, muss sie für diese fünf Tage wieder geschlossen werden. Kirchen und Religionsgemeinschaft werden gebeten, an Ostern nur Online-Angebote für die Gläubigen zu machen. Nur Impf- und Testzentren sollen offen bleiben.

„Notbremse“ soll greifen: Die Anfang März vereinbarte „Notbremse“ bei mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen soll konsequent umgesetzt werden. Öffnungsschritte sollen bei Erreichen der Marke zurückgenommen werden - am Dienstagmorgen lag sie laut Robert Koch-Institut bei 108,1. Die Landkreise sollen darüber hinaus aber auch weitere Maßnahmen ergreifen, wenn der Schwellenwert überschritten wird. Als Möglichkeit genannt werden in dem Beschluss unter anderem Ausgangsbeschränkungen, verschärfte Kontaktbeschränkungen und die Pflicht zu tagesaktuellen Schnelltests in Bereichen, in denen das Abstandhalten oder konsequente Maskentragen erschwert sind.

Corona-Gipfel mit neuem Ziel: An Schulen soll mehr getestet werden - Homeoffice bleibt

Mehr Tests an Schulen: Die harten Maßnahmen sollen durch mehr Tests begleitet werden. Bund und Länder wollen Corona-Tests für Schüler, Lehrkräfte und Kita-Beschäftigte ausweiten und streben «baldmöglichst zwei Testungen pro Woche“ an. Die Verteilung und Organisation läuft regional unterschiedlich gut, und über die praktische Umsetzung wird vielerorts noch diskutiert - beispielsweise über die Frage, ob die Tests zu Hause oder in der Schule stattfinden sollen. Zur Organisation des weiteren Betriebs von Schulen und Kitas, etwa zu möglichen Schließungen oder anderen Einschränkungen, trafen Merkel und die Ministerpräsidenten keine konkreten Vereinbarungen. Die Länder regeln diese Fragen damit weiterhin in Eigenregie.

Mallorca-Urlaub/Reisen: Die Aufhebung der Reisewarnung und Quarantänepflicht für die Lieblingsinsel der Deutschen hat für viel Aufregung gesorgt. Urlaub wird dort zwar weiter möglich sein. Bund und Länder appellieren aber an die Fluggesellschaften, keine zusätzlichen Flüge mehr für die Osterferien anzubieten.

Klare Ansage: Alle Bürger sollen weiter auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und auch ins Ausland verzichten. Bei Einreisen aus ausländischen Risikogebieten besteht die Pflicht zur Eintragung in die digitale Einreiseanmeldung und zu einer zehntägigen Quarantäne nach Rückkehr. Eine vorzeitige Beendigung der Quarantäne ist nur durch einen negativen Test möglich, der frühestens am 5. Tag nach der Einreise abgenommen wurde.Wer aus Virusvariantengebieten kommt, muss eine Quarantäne von 14 Tagen einhalten.

Bund und Länder erwarten von allen Fluglinien konsequente Tests von Crews und Passagieren vor dem Rückflug.
Die Airlines sollen die Angebote während der Osterferien nicht weiter ausweiten.
Die Bundesregierung wird eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vorlegen, wonach eine generelle Testpflicht vor Abflug zur Einreisevoraussetzung bei Flügen nach Deutschland vorgesehen wird.

Hotels im Inland bleiben zu: Tourismus im Inland wird auch in den Osterferien nicht möglich sein. Hotels und andere Beherbergungsbetriebe sollen für Urlauber geschlossen bleiben. Dieser Punkt sorgte in den Beratungen für besonders viel Ärger. Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz drangen darauf, ihren Bürgern Urlaub in Ferienwohnungen, Ferienhäusern, Appartements, Wohnwagen und Wohnmobilen möglich zu machen, sofern diese über eigene Sanitäreinrichtungen verfügen und auch das Essen in Eigenregie organisiert werden kann. Davon ist im Beschluss nichts mehr zu finden.

Die Bund-Länder-Runde zählte zu den schwierigsten seit Beginn der Pandemie. Dem Vernehmen nach zeigte sich Kanzlerin Merkel zwischenzeitlich sehr unzufrieden mit dem Verlauf. Stundenlang wurde die große Runde unterbrochen und in kleinem Kreise weiterverhandelt. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprach nach den Beratungen von einer «schweren Geburt». Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder nannte die Verhandlungen schwierig, lobte aber auch den klaren Kurs, der gefunden worden sei. «Wir wissen, dass Corona bleischwer über dem Land liegt», sagte er. Man habe es jetzt aber in der Hand, die dritte Welle schneller zu beenden als die vorherige. «Ungeduld darf nicht zu unserer Schwäche werden», mahnte der CSU-Vorsitzende.

Wirtschaft: Homeoffice und mehr Tests: Das Arbeiten im Homeoffice soll von Arbeitgeber weiterhin ermöglicht werden. Ist das nicht möglich, sollen regelmäßige Testangebote bestehen. Wer nicht von zu Hause aus arbeitet soll mindestens einmal und wenn möglich sogar zweimal pro Woche die Möglichkeit bekommen, sich testen zu lassen.

ntv berichtet: „Anfang April werden die Wirtschaftsverbände einen ersten Bericht vorlegen, wie viele Unternehmen sich beteiligen.
Für die Unternehmen, die besonders schwer von Schließungen betroffen sind, wird die Bundesregierung ein ergänzendes Hilfsinstrument entwickeln.“

Coronavirus: Wie geht es jetzt in Deutschland weiter? Überblick über neue Regeln

  • Mehr Tests nach Ostern sollen helfen, die Pandemie in den Griff zu bekommen.
  • Die Regierung bittet das RKI zu berichten, ob bzw. wann Menschen, die bereits geimpft sind, nicht mehr bei Testkonzepten berücksichtigt werden müssen.
  • Kita-Beschäftige sollen so bald als möglich zweimal wöchentlich getestet werden.
  • Länder können befristet in ausgewählten Regionen, mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens öffnen, um die Umsetzbarkeit von Öffnungsschritten unter Nutzung eines konsequenten Testregimes zu untersuchen.
  • Zentrale Bedingungen dabei sind lückenlose negative Testergebnisse, IT-gestützte Kontaktverfolgung und eine enge Verbindung an die Gesundheitsämter sowie klare Abbruchkriterien.

Corona-Gipfel heute: Stundenlange Unterbrechung - Verhandlungen vor dem Aus?

Update, 23 Uhr: Nach stundenlanger Unterbrechung des Corona-Gipfels lässt sich die Bundeskanzlerin weiterhin Zeit. Die Verhandlungen scheinen extrem festgefahren zu sein, denn offensichtlich gibt es einiges in „kleiner Runde“ zu klären. Wann, oder ob der Corona-Gipfel zwischen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs weiter geht, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar.

Update, 22 Uhr: Der Corona-Gipfel ist seit Stunden unterbrochen. Wie Bild zuletzt berichtete, zog sich die Bundeskanzlerin für ein Gespräch mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Kanzleramtsminister Helge Braun und Finanzminister Olaf Scholz in „kleiner Runde“ zurück. Nach stundenlangen Verhandlungen wurden nur wenige Themen besprochen und abgehakt.

Als es dann um den Inlands-Urlaub ging, hielt Kanzlerin Angela Merkel die Besprechung nicht länger aus und forderte, die Videokonferenz zu unterbrechen. Laut Bild sei die Situation angespannt und Verhandlungen festgefahren. Steht der heutige Corona-Gipfel vor dem Aus?

Corona-Gipfel heute: Hammer-Entwicklung - Weitere Lockerungen vom Tisch

Update, 18:30 Uhr: Seit mehr als drei Stunden beraten die Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. In einer Sache waren sich die Teilnehmer schnell einig: Der Lockdown soll bis zum 18. April verlängert werden. Laut Bild gibt es wohl auch beim Thema „Notbremse“ eine Einigung.

Konkret: Die „Notbremse“ soll weiterhin konsequent umgesetzt werden, wenn die 7-Tage-Inzidenz in drei aufeinanderfolgenden Tagen die 100er Grenze überschreitet. Dann treten die Corona-Regeln in Kraft, die bis zum 7. März ihre Gültigkeit hatten. Im Klartext: Der Einzelhandel muss wieder schließen, Friseure dürfen aber wohl offen bleiben.

Von dem vorab durchgesickerten Entwurf für mögliche Beschlüsse und Lockerungen bleibt scheinbar nicht sehr viel übrig. Denn: Es wird keine Lockerungen an Ostern geben. Darauf haben sich Bund und Länder jetzt geeinigt. Das heiß: Die aktuellen Kontaktbeschränkungen bleiben auch über die Osterfeiertage bestehen.

Corona-Gipfel heute: Hammer-Entwicklung - Lockdown-Verlängerung bereits fix?

Update, 16. 50 Uhr: Auch beim Corona-Gipfel am heutigen Montag wird es wohl wieder heftige Diskussionen geben. Es wird erwartet, dass die Länderchefs sich in vielen Punkten untereinander und auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht einig sind. Eines dagegen war wohl schon vorab klar: Der Lockdown soll erneut verlängert werden. Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll die Entscheidung dazu bereits gefallen sein.

Demnach bleibt es beim vorab bereits durchgesickerten neuen Datum für ein mögliches Ende des Lockdowns. Dieser soll nun vorerst bis zum 18. April verlängert werden. Dagegen sind andere Punkte wohl bereits wieder vom Tisch (siehe unten, Update von 16.10 Uhr).

Corona-Gipfel heute: Hammer-Entwicklung - wichtige Punkte schon gekippt?

Update, 22. März, 16.10 Uhr: Seit knapp zwei Stunden beraten die Länderchefs und Angela Merkel beim Bund-Länder-Treffen über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Schon jetzt soll es eine Hammer-Entwicklung geben. Offenbar wurden etliche Punkte aus der vorab durchgesickerten Beschlussvorlage bereits gekippt. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Demnach soll es vor allem den geplanten Sonderregeln für Ostern 2021 nun doch an den Kragen gehen.

Nach Informationen von Business Insider habe man sich in „Last-Minute-Beratungen“ noch vor Beginn des Corona-Gipfels in zwei elementaren Punkten geeinigt:

  • Ostern 2021: Es soll nun offenbar doch keine Sonderregelung für die Feiertage geben.
  • Ausgangssperren: Die umstrittenen nächtlichen Ausgangsperren sind wohl ebenfalls vom Tisch.

Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll noch ein weiterer Punkt nicht mehr zur Diskussion stehen. Demnach soll es keine Testpflicht an Schulen in Regionen mit Inzidenzen zwischen 100 und 200 geben. Ursprünglich war in der Beschlussvorlage davon die Rede, dass Schulen in solchen Regionen nur öffnen dürfen, wenn pro Woche zwei Corona-Tests für alle Beteiligten garantiert werden könne.

Corona-Gipfel heute: Drastische Lockdown-Verlängerung und Lockerungen zu Ostern?

Update, 22. März, 14:00 Uhr: Zur Stunde sitzen die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten zusammen, um über die weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu beraten. Im Vorfeld sind schon einige Infos durchgesickert.

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, soll es in einer neuen Beschlussvorlage nun auch eine Passage über Besuchsregeln an den Osterfeiertagen geben. „Anders als im Lockdown über Ostern im letzten Jahr sollen Verwandtenbesuche in diesem Jahr möglich sein“, heißt es. Genauer beinhaltet die Vorlage anscheinend den Vorschlag, dass für die Zeit vom 2. bis 5. April 2021 „Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen zuzüglich Kindern im Alter bis 14 Jahren aus dem engsten Familienkreis“ zugelassen werden sollen.

Der engste Familienkreis beinhaltet demnach Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, sowie Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und die jeweils zugehörigen Hausangehörigen.

Corona-Gipfel heute: Für Baden-Württemberg der harte Lockdown?

Begründet wird dieser gewagte Vorschlag damit, dass die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland während der Weihnachtstage eindrucksvoll gezeigt hätten, wie Familienzusammenkünfte sicher gestaltet werden können. Die entsprechende Passage ist allerdings noch mit Vorsicht zu genießen, denn sie ist in Klammern gesetzt - das deutet auf weiteren Beratungsbedarf hin.

Nicht so rosig sehen derweil die Aussichten für Baden-Württemberg aus. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte angesichts der steigenden Inzidenzen bereits zuvor angedeutet, dass man im Südwesten wohl wieder zu strengeren Regeln greifen wird.

Corona-Gipfel heute: Lockdown-Verlängerung bis 18. April?

Update, 22. März, 12:30 Uhr: Am Nachmittag ist es so weit und die Bund-Länder-Runde berät über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Jetzt ist durchgesickert: In einem Beschlussentwurf aus dem Kanzleramt ist die Rede von einer Verlängerung des Lockdowns bis zum 18. April. Das Papier liegt der ARD vor.

Außerdem sollen wohl die Regelungen zur „Notbremse“ konsequenter umgesetzt werden, und die Einschränkungen könnten sogar noch ausgeweitet werden. Zum Beispiel steht in dem Entwurfspapier laut ARD, dass es in Gebieten mit einem Inzidenzwert über 100 nächtliche Ausgangssperren geben soll - und ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200 sollen Schulen und Kitas schließen, falls man nicht sicherstellen kann, dass Erzieherinnen und Erzieher, Kinder, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler zweimal in der Woche getestet werden.

Corona-Gipfel heute: Kommt jetzt das Urlaubs-Aus?

Laut bild.de geht es außerdem dem Osterurlaub im Ausland an den Kragen. Zitiert wird ein Gipfel-Papier der SPD, das besagt, dass - unabhängig vom jeweiligen Urlaubsland und dessen Inzidenzwert - eine Testpflicht und Quarantäne-Zwang für alle Urlaubsrückkehrer gelten müsse - und zwar plötzlich. Das zielt ganz klar auf das beliebte Urlaubsziel Mallorca ab, für das seit letzter Woche keine Reisewarnung mehr gilt. Seitdem boomen die Buchungen auf die Baleareninsel.

Corona-Gipfel: Lockdown-Verlängerung? Erste Entwürfe bekannt

Update, 21. März: Es ist wie sitzen auf heißen Kohlen: Morgen findet wieder eine Schalte der Bund- und Länderchefs statt. Dabei soll entschieden werden, wie Deutschland weiter mit der Corona-Pandemie umgeht. Der Einzelhandel und die Gastronomie warten sehnsüchtig auf Perspektiven. Alle, die körpernahe Dienstleistungen erbringen, ebenfalls. Und jetzt der Schock: Bundeskanzlerin Angela Merkel will den Lockdown wohl weiter verlängern.

Ein Entwurf der Beschlussvorlage für morgen lag AFP am Sonntag vor. Wie auch die Stuttgarter Nachrichten berichten, geht ein konkretes Datum, zu welchem die Maßnahmen enden sollen, daraus nicht hervor. Morgen muss der Entwurf von den Ministern noch beschlossen werden.

Und Lockerungen? Sieht der Entwurf demnach nicht vor. Stattdessen wird darin auf das Ansteigen der Infektionszahlen verwiesen. Allerdings solle es Ländern und Regionen ermöglicht werden, „zeitlich befristete Modellprojekte“ zu starten, um „mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu öffnen“.

Corona-Gipfel: Auch mögliche Urlaube werden diskutiert

Aus der Vorlage geht außerdem hervor, dass Schnelltest eine zunehmende Rolle spielen könnten. Außerdem sollen wohl IT-Prozesse optimiert werden, um die Kontaktverfolgung zu erleichtern.

Wer auf Urlaub in den Osterferien hofft, hat vielleicht eine kleine Chance: Der Entwurf beinhaltet einen Lösungsansatz zu „kontaktarmem Urlaub im eignen Bundesland“. Da dieser Passung allerdings in eckigen Klammern steht, ist zu vermuten, dass es hier noch Abstimmungsbedarf innerhalb der Regierung gibt.

Corona-Gipfel morgen: Spahn schockt vorab mit Prognose! Nächster Lockdown-Hammer?

Update, 19. März, 11:50 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz ist heute erneut gestiegen und liegt für Deutschland jetzt bei 95,6. Das ist nur noch knapp entfernt von der Marke 100, die für ganz Deutschland die Notbremse ziehen soll. Nach einer Pressekonferenz von Gesundheitsminister Jens Spahn heute Vormittag (19. März) sind die Chancen auf Lockerungen außerdem noch weiter gesunken. Spahn erklärte: „Diese Woche hat uns wieder gezeigt, wie unberechenbar diese Pandemie ist.“ Und obwohl der Impfstoff von AstraZeneca ab heute wieder regulär verimpft werden darf, sieht Spahn keine Aussicht auf Lockerungen, sondern „sogar Schritte rückwärts“.

Corona-Gipfel: Hoffnung auf Lockerungen schwindet - Spahn mit ernüchternder Prognose

Denn selbst wenn die Lieferungen aus EU-Bestellungen nun zuverlässig kämen, würde es noch einige Wochen dauern, bis die Risikogruppen vollständig geimpft sind – erst dann könnten wir auch über breitere Öffnungen der Gesellschaft reden. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich ebenfalls dafür ausgesprochen, die Corona-Maßnahmen schnell wieder zu verschärfen. Man könne es drehen und wenden, wie man wolle, „wir müssen zurück in den Lockdown“, sagte er in Berlin. Je früher man reagiere, desto kürzer müsse der Lockdown sein, um wieder auf eine beherrschbare Zahl zu kommen.

Am kommenden Montag (22. März) wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs die weiteren Schritte bei den Beschränkungen beraten. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat jetzt schon im Voraus die für den 22. März geplanten weiteren Öffnungsschritte zurückgestellt.

Corona-Gipfel: Robert-Koch-Institut prognostiziert Horror-Inzidenz für Ostern

Erstmeldung, 18. März, 16:10 Uhr: Leider sehen die Aussichten bisher nicht so rosig aus. Die Corona-Zahlen steigen seit ein paar Tagen konsequent wieder an - und es sieht nicht so aus, als hätten Bund und Länder dafür eine Lösung parat. Denn laut Lothar Wieler, dem Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), befinden wir uns schon mitten in der dritten Welle.

Noch steht die Sieben-Tage-Inzidenz für Deutschland bei 86 (Stand 17. März) - und erst ab einem Wert von 100 soll die Notbremse zurück in den harten Lockdown greifen. Doch einige Landkreise in Baden-Württemberg mussten die Bremse schon ziehen, und für Ostern prognostiziert das RKI sogar eine Horror-Inzidenz.

Kein Wunder also, dass Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bereits am Mittwoch (17. März) in einer Videoschalte mit Kommunalpolitikern aus dem Erzgebirge die Lockerungen des Lockdowns aus der letzten Bund-Länder-Schalte am 3. März für gescheitert erklärte. „Es funktioniert nicht“, erklärte Kretschmer in dem Gespräch. Deshalb halten Experten es für möglich, dass in der Bund-Länder-Schalte am kommenden Montag (22. März) die geplanten Lockerungen erneut ausgesetzt und verschoben werden.

Corona-Gipfel: Familienbesuche an Ostern? Merkel und Co. beraten am Montag

Öffnungen vor den Osterfeiertagen - etwa für Familienbesuche oder Gottesdienst werden immer unwahrscheinlicher - und auch die Perspektiven, die Merkel, Kretschmann, Söder und Co. für Gastronomie, Veranstaltungen, Kultur, Reisen und Hotels beschließen wollten, rücken angesichts der steigenden Inzidenzen immer weiter in den Hintergrund.

Angela Merkel: Die Entscheidung der Kanzlerin soll bereits reifen - Wird der Lockdown in Deutschland um Wochen länger? (Archivbild)

Laut Business Insider soll der Lockdown abermals verlängert werden, womöglich für weitere vier Wochen. Außerdem soll auf dem Gipfel ein Notfall-Plan für den Impfstoff von AstraZeneca besprochen werden. Bleibt abzuwarten, wie die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten die Situation tatsächlich einschätzen und welche Maßnahmen sie am Ende beschließen.

Rubriklistenbild: © Tobias Schwarz/dpa

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