Auffrischung nach sechs Monaten

Corona Baden-Württemberg: Dritte Impfung ab sofort? Diese Personen sind dran

Bestimmte Menschen in Baden-Württemberg können sich jetzt ein drittes Mal gegen Corona impfen lassen. (Symbolbild)
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Bestimmte Menschen in Baden-Württemberg können sich jetzt ein drittes Mal gegen Corona impfen lassen. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Die Drittimpfung gegen das Coronavirus – die sogenannte Boosterimpfung – ist nun auch für eine neue Personengruppe möglich. Unter einer bestimmten Voraussetzung:

Impfen oder nicht impfen? Das ist für viele Deutsche seit Monaten eine zentrale Frage. Doch während die Impfkampagne stockt und die Corona-Zahlen für Baden-Württemberg besonders unter den Ungeimpften weiterhin hoch sind, plagt andere schon eine ganz andere Sache. Die dritte Impfung steht bei all jenen an, die schon vor über sechs Monaten gegen das Coronavirus geimpft wurden. Allerdings sind erst wenige Personengruppen mit der sogenannten „Boosterimpfung“ an der Reihe.

Seit dem ersten September kann bereits die erste Gruppe von Geimpften ihre dritte Spritze erhalten. Hierbei handelt es sich um Menschen in Pflegeeinrichtungen, mit einer Immunschwäche und all diejenigen, die über 80 Jahre alt sind. Voraussetzung ist immer, dass die Zweitimpfungen bereits sechs Monate zurückliegt. Die Auffrischimpfung soll dabei helfen, den Impfschutz möglichst lange aufrechtzuerhalten.

Dritte Corona-Impfung: Diese Personen sind jetzt berechtigt

Nun ist die zweite Gruppe von vollständig geimpften Personen dran, sich ihre Auffrischimpfung abzuholen. Wie das Land Baden-Württemberg schreibt, können sich ab sofort „auch Menschen ab 60 Jahren ein drittes Mal gegen das Coronavirus impfen lassen“ – allerdings nur auf ihren expliziten Wunsch hin und nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung.

  • Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben
  • Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben bei individuellem Wunsch, nach Nutzen-Risiko-Abwägung und ärztlicher Aufklärung
  • Personen, die in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder dort untergebracht sind. (z.B. teilstationäre Pflegeeinrichtungen, ambulant betreute Wohngemeinschaften, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Obdachlosenunterkünfte)
  • Personen mit einer Immunschwäche oder unter immunsuppressiver Therapie
  • Pflegebedürftige, die zu Hause betreut oder gepflegt werden
  • Alle Personen, die bisher „nur“ mit den Vektorimpfstoffen von AstraZeneca oder Johnson&Johnson geimpft wurden, unabhängig vom Alter.

Es gibt allerdings Bedingungen für die Boosterimpfung. Zunächst ist der Nachweis über die Erst- und Zweitimpfung notwendig. Dieser kann in Form des gelben Impfausweises, des digitalen Impfnachweises oder eines Ersatznachweises erbracht werden. Zweitens benötigen Impfwillige für ihre dritte Impfung einen Lichtbildausweis – und im Fall von Personen mit Immunschwäche oder immunsuppressiver Therapie zusätzlich ein ärztliches Attest oder Befunde.

Coronavirus: Das müssen Impflinge zur Auffrischimpfung mitbringen

Medizinische Arbeitskräfte, die beispielsweise in Pflegeheimen oder Krankenhäusern arbeiten, müssen eine formlose Bescheinigung ihres Arbeitgebers mitbringen, aus der hervorgeht, dass sie „bei ihrer Tätigkeit regelmäßig Kontakt zu Personen haben, bei denen ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus besteht“, schreibt das Land Baden-Württemberg in einer Mitteilung.

Gesundheitsminister Manne Lucha zeigte sich in Stuttgart zufrieden mit der jüngsten Entscheidung zu den Boosterimpfungen: „Wir haben den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz zügig umgesetzt, damit besonders gefährdete Menschen weiterhin gut gegen einen schweren Krankheitsverlauf geschützt sind“, sagte der Grünenpolitiker am Dienstag und gab im gleichen Zuge zu bedenken: „Zwar ist die Zahl der belegten Intensivbetten derzeit relativ stabil, doch müssen wir die Situation sorgfältig im Auge behalten.“ Umso wichtiger sei es generell, Impfangebote im Land wahrzunehmen. Das macht auch die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg deutlich.

Boosterimpfung nach dem 30. September? Hier gibt es noch ein Impfangebot

Beispielsweise sind Corona-Impfungen noch bis zum 30. September in den Impfzentren in Baden-Württemberg möglich. Zum ersten Oktober schließen diese allerdings. Dann wird es noch 30 mobile Impfteams im Land geben, die weiterhin Menschen direkt vor Ort impfen – in Heimen und Einrichtungen. Außerdem soll es auch in Zukunft Vor-Ort-Impfaktionen wie den Heilbronner Impfbus geben und auch viele niedergelassene Ärzte impfen ihre Patienten gegen das Coronavirus.

Eine weitere wichtige Information für potenzielle Auffrisch-Impflinge: Die Boosterimpfungen werden in Baden-Württemberg ausschließlich mit den mRNA-Impfstoffen von BioNTech und Moderna durchgeführt. Wer schon zuvor mit einem mRNA-Vakzin geimpft wurde, soll auch bei der Drittimpfung wieder das gleiche Präparat erhalten. Für die Auffrischimpfung ist eine einzelne Impfdosis ausreichend.

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