Ab sofort Impfquoten nach Kreisen

Corona in Baden-Württemberg: So gut impfen die Landkreise

  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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Das Baden-Württembergische Gesundheitsministerium will mehr Transparenz beim Impfen schaffen. Was das bringen soll, und was die Behörde damit erreichen will:

Es geht voran, mit der Impfquote in Baden-Württemberg. Mittlerweile sind im Südwesten schon über 40 Prozent der Bewohner mindestens ein Mal geimpft, in Zahlen bedeutet das: mehr als 6,5 Millionen Impfungen wurden bereits durchgeführt. Diese Tatsache ist sicherlich auch mit dafür verantwortlich, dass nun endlich die Inzidenzen konstant nach unten gehen. Aktuell (1. Juni) hat Baden-Württemberg einen 7-Tage-Inzidenzwert von 42,8 - und den möchte das Gesundheitsministerium selbstverständlich gerne noch weiter nach unten treiben. Dazu hat sich die Behörde jetzt etwas einfallen lassen.

Dr. Uwe Lahl, der Amtschef im baden-württembergischen Gesundheitsministerium will ab sofort Transparenz schaffen - und die Impfstoffverteilung datenbasiert gerechter gestalten. Deshalb sollen die Impfquoten nach Stadt- und Landkreisen „regelmäßig veröffentlicht werden“. Lahl erklärte am Dienstag (1. Juni) in Stuttgart: „Auf Grundlage dieser Zahlen wollen wir die Impfstoff-Lieferungen in unsere Zentren nachjustieren und größere Unwuchten möglichst verhindern.“

Corona Impfquoten in Baden-Württemberg: Transparenz schaffen - aber wieso?

Er stellt allerdings auch eine Forderung an das Bundesgesundheitsministerium, denn „um die Impfungen weiter voranzubringen, braucht es natürlich vor allem mehr Impfstoff vom Bund.“ Und mit diesem Appell ist Lahl nicht der Erste - auch Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne) hat bereits mehrfach die Bitte nach mehr Impfstoff an Bundesgesundheitsminister Spahn gestellt. Baden-Württemberg liegt mit seiner Impfquote deutschlandweit lediglich auf dem neunten Platz.

Doch auch innerhalb des Bundeslandes gibt es Unterschiede zwischen den Regionen. So gibt es laut einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums Kreise, bei denen bereits etwa die Hälfte der Bevölkerung ein Mal geimpft worden ist, wohingegen das in anderen Kreisen nur auf ein Drittel der Bürgerinnen und Bürger zutrifft. Auch bei den Zweitimpfungen gibt es demnach erhebliche Unterschiede. Die Spanne liegt zwischen knapp 24 und 12 Prozent. Allerdings scheint es gar nicht so einfach zu sein, transparente Zahlen zu ermitteln.

Impfquoten in Baden-Württemberg: So will das Gesundheitsministerium Lücken schließen

Laut Dr. Uwe Lahl weist die Erhebung Unschärfen auf, weil „wir bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten nur die Postleitzahl der Praxis zur Verfügung haben. Die Ärztedichte ist im städtischen Raum in der Regel höher, dort sind oft auch Menschen aus dem Umland Patienten und lassen sich dort impfen“, so der Amtschef. Das allein erkläre jedoch nicht die Unterschiede zwischen den einzelnen Kreisen - und auch andere Faktoren wie Bevölkerungszahl, Impfstoffmengen oder die Entfernung zum nächsten Impfzentrum sieht Lahl nicht als Indikatoren, die Unterschiede belegen.

Stattdessen meint der Gesundheitsministeriums-Chef, dass Regionen mit größeren sozialen Brennpunkten oft niedrigere Impfquoten aufweisen. Deshalb soll künftig in sozioökonomisch benachteiligten Stadtteilen nachgeholfen werden - mit sogenannten „Vor-Ort-Impfungen“, bei denen mobile Teams der Impfzentren in benachteiligte Regionen fahren und dort ein gezieltes Angebot machen.

Corona Impfquoten in Baden-Württemberg - aktuelle Zahlen (30. Mai) rund um Heilbronn:

  • Landkreis Heilbronn: 39,8 % Erstimpfungen - 15,4 % vollständige Impfungen
  • Stadt Heilbronn: 34,4 % Erstimpfungen - 15,9 % vollständige Impfungen
  • Landkreis Schwäbisch-Hall: 39,4 % Erstimpfungen - 17,1 % vollständige Impfungen
  • Hohenlohekreis: 42,0 % Erstimpfungen - 17,6 % vollständige Impfungen
  • Rems-Murr-Kreis: 38,9 % Erstimpfungen - 16,0 % vollständige Impfungen
  • Neckar-Ordenwald-Kreis: 40,1 % Erstimpfungen - 16,6 % vollständige Impfungen
  • Main-Tauber-Kreis: 41,9 % Erstimpfungen - 18,3 % vollständige Impfungen

Ob diese Maßnahme Wirkung zeigt, das sollte schon bald aus den Auswertungen der Impfquoten nach Wohnsitzlandkreisen der Geimpften hervorgehen, wenn diese nun regelmäßig veröffentlicht werden. Denn die beinhalten sowohl die Daten der Impfzentren, als auch die der niedergelassenen Ärzte und sollten daraus ein aussagekräftiges Abbild der tatsächlichen Impfquote zeichnen. Das Ziel bleibt wohl, eine Herdenimmunität für alle Regionen in Baden-Württemberg zu erreichen und das Coronavirus so nachhaltig auszubremsen.

Rubriklistenbild: © Cecilia Fabiano / picture alliance / dpa

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