Karl Lauterbach über Tübinger Modellversuch

Gesundheitsexperte kritisiert Modellprojekt: „Auch Tübingen schafft es nicht!“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.
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Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.
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    vonSimon Mones
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Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach prägt die Corona-Pandemie mit. Jetzt übt der Experte Kritik am Modellprojekt im baden-württembergischen Tübingen.

Seit Wochen kennt die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg nur eine Richtung, nämlich nach oben. Entsprechend war es nicht verwunderlich, dass auf dem digitalen Bund-Länder-Gipfel zwischen Angela Merkel und den Ministerpräsidenten keine weiteren Lockerungen beschlossen wurden.

Stattdessen drohen bald wieder strickte Ausgangsbeschränkungen, wie Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Landtag erklärte. Eine Ausnahme stellt jedoch die Universitätsstadt Tübingen dar, in der aktuell ein Modellprojekt mit Öffnungsschritten und verstärkten Test stattfindet.

Corona in Baden-Württemberg: Lauterbach sicher - Modellprojekt in Tübingen scheitert

Einer zweifelt jedoch an dem Erfolg des Tübinger Modellprojekts*: der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach - darüber berichtet auch bw24.de*. „Auch Tübingen schafft es nicht“, schrieb Lauterbach am Mittwoch auf Twitter. „Die Tests für Schulen und Betriebe fehlen noch, der Aufbau dauert. Ausgangssperren bei Inzidenz über 100 zumindest ab 20 Uhr wäre wirksam und unbürokratisch. Kommen werden sie später sonst ohnehin. Weil die Welle nicht vom Wetter gestoppt wird.“

Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, versteht man die Kritik von Lauterbach in Tübingen indes nicht. Daher widersprechen Oberbürgermeister Boris Palmer und die Pandemiebeauftragte Lisa Federle dem SPD-Politiker deutlich: „Karl Lauterbach kennt den Unterschied zwischen dem Landkreis Tübingen und der Universitätsstadt Tübingen nicht. Als Rheinländer sei ihm das verziehen, aber seine These beruht auf den falschen Zahlen. Der Anstieg der Inzidenz im Landkreis Tübingen findet bisher in der Stadt Tübingen nicht statt.“

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Der dpa erklärte Federle, dass sich die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt Tübingen nach ihren Informationen in den letzten zwei Wochen zwischen 20 und 30 bewegt habe. Der von Lauterbach genannte Anstieg der Inzidenz im Landkreis sei demnach Ausbrüche an Schulen und Kitas außerhalb der Stadt verursacht worden.

Zudem wies Palmer die Kritik von Lauterbach an den fehlenden Tests an Schulen zurück: „Tübingen hat aber auch die von Lauterbach geforderten Testungen in Schule, Kita und Betrieben längst auf den Weg gebracht.“ Derweil sprach sich der SPD-Gesundheitsexperte im WDR für einen harten Lockdown aus. „Das haben alle anderen auch nicht anders geschafft. Es gibt keinen dritten We“, betonte Lauterbach am Mittwoch im WDR. *echo24.de und bw24.de sind in Angebot von IPPEN.MEDIA

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