Schulen, Kitas, Kindergärten

Corona nach den Sommerferien: 76 Mio. Euro für Tests in Baden-Württemberg

Ein Mediziner nimmt bei einem Schulkind einen Corona-Test per Nasenabstrich.
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Um nach den Sommerferien in Baden-Württemberg das Infektionsgeschehen einzudämmen, setzt das Sozialministerium auf eine erweiterte Teststrategie. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei - deshalb macht das Sozialministerium Baden-Württemberg schon jetzt Pläne für die Zeit nach den Sommerferien...

Die Inzidenzen steigen wieder. In Baden-Württemberg breitet die Corona-Pandemie sich wieder leicht aus. Momentan ist die 7-Tage-Inzidenz bei 6,5. Große Sorgen bereitet der Regierung dabei die besonders ansteckende Delta-Variante des Coronavirus. Deshalb plant das Sozialministerium schon jetzt mögliche Strategien, wie die Schulen und Kitas nach den Sommerferien wieder möglichst stabil geöffnet werden können.

Baden-Württemberg: Coronatests in Schulen auch nach den Sommerferien?

Denn Sozialminister Manne Lucha (Grüne) rechnet damit, dass die Zahlen nach den Sommerferien durch Reiserückkehrer ordentlich in die Höhe schießen. Damit das nicht den reibungslosen Ablauf des Starts in das neue Schuljahr einschränkt, hat der Ministerrat heute (Dienstag, 13. Juli) die entsprechende Teststrategie verlängert und erweitert.

„Der Schulstart nach den Sommerferien soll durch ein umfassendes Testkonzept begleitet werden. Ziel ist es, den erhöhten Eintrag von Infektionen nach dem Ende der Ferien- und Reisezeit aufzufangen

Gesundheits- und Sozialminister Manne Lucha (Grüne)

Vor allem sollen die Kommunen in ganz Baden-Württemberg sogenannte PCR-Pool-Tests, beziehungsweise „Lolli“-Tests gestellt bekommen. Denn diese sind bereits in einem Freiburger Modellprojekt erfolgreich zum Einsatz gekommen.

Baden-Württemberg: Welche Corona-Tests kommen in den Schulen zum Einsatz?

Hintergrund der erweiterten Teststrategie für Schulen, Kitas und Kindergärten ist auch, dass bis zum Herbst viele Kinder und Jugendliche noch nicht gegen das Coronavirus geimpft sein werden. Außerdem ist die Impfkampagne in Baden-Württemberg leicht ins Stocken geraten. Oftmals werden Impftermine für Zweitimpfungen nicht wahrgenommen. Doch besonders für Eltern schulpflichtiger Kinder wäre es laut Ministerium wichtig, sich vollständig impfen zu lassen.

Doch auch die regelmäßigen Tests sind eben sehr wichtig für den reibungslosen Schulbetrieb. Dabei stellt das Land den Kommunen frei, welche Art von Test sie für ihre Schulfamilie verwenden wollen. Antigen-Schnelltests sind dabei genauso legitim wie PCR-Pool- bzw. „Lolli“-Tests. Die Kosten übernimmt in jedem Fall das Land.

Coronavirus in Baden-Württembeg: Vor- und Nachteile von „Lolli“-Tests und Schnelltests

Beide Testarten haben dabei ihre Vor- und Nachteile. Während Corona-Schnelltests schon nach wenigen Minuten ein Ergebnis zeigen, sind sie nicht so genau - die PCR-Pool-Tests können dagegen recht exakt bestimmen, ob eine Corona-Infektion vorliegt oder nicht, muss aber in einem zeitaufwändigeren Verfahren im Labor untersucht werden.

PCR-Pool- bzw. „Lolli“-Test

Diese Test-Art testet ganze Klassen gemeinsam. Die Proben gelten als besonders kinderfreundlich und funktionieren so: Eine Gruppe von Kindern und der dazugehörige Lehrer oder Erzieher lutscht morgens im Kindergarten oder in der Schule etwa 30 Sekunden lang an einem Tupfer, genau wie an einem „Lolli“. Alle Tupfer werden dann in dasselbe „Pool-Röhrchen“ gesteckt und ins Labor gebracht.

Die Proben werden dadurch vermischt - das heißt, die ganze Klasse erhält entweder ein positives oder negatives Ergebnis. Ist der Befund positiv, so werden alle Beteiligten des „Pools“ nochmals einzeln getestet, um herauszufinden, welche Teilnehmer tatsächlich mit Corona infiziert sind.

Doch einen entscheidenden Vorteil haben die Pool-Testungen dann doch: Da sie PCR-basiert sind, erlauben sie eine genetische Diagnostik auf Virusvarianten. Besonders mit Blick auf die Delta-Variante, die sich auch in den Symptomen extrem vom ursprünglichen Coronavirus unterscheidet, könnte so das Infektionsgeschehen besser unter Kontrolle gebracht werden.

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