Filialnetz radikal verkleinert

Schock bei BW-Bank: 41 Filialen schließen – welche Standorte betroffen sind

LBBW (Archivbild)
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Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will innerhalb der nächsten Jahre Hunderte Arbeitsplätze abbauen. (Archivbild)
  • vonChristina Rosenberger
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Die BW-Bank geht im Rahmen der Corona-Pandemie einen radikalen Schritt und schließt fast die Hälfte all ihrer Filialen, was Stellenstreichungen mit sich bringt.

Es soll ein neuer Weg der Bankberatung werden - die BW-Bank stellt sich neu auf und trennt sich in diesem Zuge von jeder Menge Filialen. Von 100 Standorten, in denen derzeit noch Mitarbeiter vor Ort sind, will das Tochterinstitut der LBBW bis zum Ende des Jahres 41 schließen. Wie echo24.de* berichtet, werden in dem Zuge auch Stellen gestrichen.

Die Corona-Pandemie hat mit ihren Kontaktbeschränkungen* und Geschäftsschließungen einen Wandel in die heutige Gesellschaft gebracht. Vieles wurde zunehmend digitaler - so scheinbar auch das Banking. Deshalb hat sich jetzt auch die BW-Bank zu dem Schritt entschieden, sich von vielen Filialen mit Vor-Ort-Betreuung zu trennen. Betriebswirtschaftlich könne man es sich nicht erlauben, Filialen dauerhaft aufrechtzuerhalten, wenn sie sich nicht rechnen, erklärte der BW-Bank-Generalbevollmächtigte Andreas Götz am Montag (26. April).

BW-Bank wird immer digitaler: Dutzende Filialen müssen dran glauben

Weiter erklärt er: „Die Online-Beratung ist hier eine von den Kunden gewünschte und für uns als Bank effiziente Alternative.“ Deshalb müssen jetzt unter anderem die Standorte in Neckarsulm, Bad Wimpfen, Crailsheim und Öhringen dran glauben. Es bleibt - wenn überhaupt - nur noch ein SB-Terminal. Nur wenige Filialen, wie die an der Heilbronner Allee oder jene in Schwäbisch Hall, bleiben inklusive Personal erhalten.

Denn mittlerweile nutze, so Götz weiter, jeder zweite Kunde Onlinebanking aktiv. Die Zahl der Kundenbesuche in den Filialen sinke schon seit Jahren - und dieser Trend habe sich während der Corona-Pandemie sogar noch beschleunigt. „Die Tendenz ist massiv und wir gehen davon aus, dass sie sich auch nicht mehr umkehrt.“ Und die Zahlen scheinen das zu belegen. Von gut 600.000 Kunden der BW-Bank sind laut Andreas Götz 75 Prozent für das Onlinebanking freigeschaltet, 50 Prozent nutzen es sogar aktiv - tätigen ihre Überweisungen online und verwalten ihre Geschäfte ebenfalls im Netz.

BW-Bank baut Onlinebanking aus - wie viele Arbeitsplätze fallen weg?

Damit habe die BW-Bank einen vergleichsweise hohen Anteil an Kunden, die Onlinebanking nutzen. Laut einer Mitteilung sind über alle deutschen Banken nur etwa 67 Prozent der Kunden für Internetbanking freigeschaltet. Deshalb geht Andreas Götz davon aus, dass „der Kunde nicht das eine oder das andere will, sondern omnichannel wünscht.“ Also will die BW-Bank ihren Service künftig auf den Kanälen Telefon, Video, Chat und Mail anbieten. Dazu sollen in den kommenden Wochen tausende Kunden auf einen Wechsel in die Online-Beratung angesprochen werden.

Leider werden in dem Zuge vermutlich auch viele Jobs auf der Strecke bleiben. Der Personalstand im Bereich Privatkundenvertrieb soll durch die Maßnahmen laut BW-Bank-Mitteilung von 1.000 auf knapp 900 sinken - jetzt werden aber erstmal Verhandlungen mit dem Personalrat aufgenommen, deshalb kann noch keine genaue Zahl genannt werden.

Insgesamt will die Bank allerdings satte 700 Stellen streichen. Das hatte sie bereits im Januar angekündigt. In diesen Zahlen ist auch schon das neu geschaffene BW-Bank-Servicecenter berücksichtigt, in dem künftig 150 Beschäftigte für Telefon- und Videoberatungen eingesetzt werden sollen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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