1. echo24
  2. Baden-Württemberg

Bus und Bahn fahren für einen Euro pro Tag: Im März startet das Jugendticket

Erstellt:

Von: Kathrin Kuna

Kommentare

Junge Menschen am Zug
Mit dem Jugendticket soll die Nutzung des ÖPNV für junge Menschen attraktiver werden. © bwegt

Das Jugendticket kommt: In Baden-Württemberg fahren junge Menschen für einen Euro pro Tag mit Bus und Bahn. Das Angebot startet im März.

Günstig mit Bus und Bahn fahren: Das verspricht das neue Jugendticket, das ab März in Baden-Württemberg startet. Der große Erfolg des landesweiten 9-Euro-Tickets hat im vergangenen Sommer gezeigt, wie groß die Nachfrage nach einem günstigen ÖPNV ist. Ganz so preiswert wie im letzten Jahr wird es erstmal nicht, dennoch erhofft sich das Verkehrsministerium von dem Angebot eine finanzielle Entlastung für junge Menschen. Denn dann heißt es: Für einen Euro am Tag Bus und Bahn fahren.

Jugendticket in Baden-Württemberg: Finanzielle Entlastung für junge Menschen und Beitrag zur umweltfreundlichen Mobilität

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte bei der Vorstellung des neuen Tickets am Montag (16. Januar) im Rahmen der Landespressekonferenz in Stuttgart: „Mit dem Jugendticket können Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Freiwilligendienstleistende und Studierende im ganzen Land Busse und Bahnen einfach und günstig nutzen, zum Ausbildungsort oder in der Freizeit.“

Das preiswerte Ticket entlaste die jungen Leute und ihre Familien finanziell erheblich, so Hermann weiter. Zugleich sei das Jugendticket ein Beitrag zur umweltfreundlichen Mobilität: „Ich bin überzeugt, wer in jungen Jahren den ÖPNV nutzen und schätzen lernt, der wird sich auch später klimafreundlich und verantwortungsbewusst fortbewegen.“

Finanzierung des Jugendtickets: Land übernimmt 70 Prozent der Gesamtkosten

Wie aus einer Mitteilung des Verkehrsministeriums hervorgeht, hatten das Land, die Land- und Stadtkreise sowie die Verkehrsverbünde im März 2022 vereinbart, das Ticket landesweit einheitlich zum 1. März 2023 einzuführen. Mit dem Jugendticket setze die Landesregierung ein wichtiges Vorhaben der Koalitionsvereinbarung um, heißt es weiter.

Das Ministerium für Verkehr übernehme bis Ende 2025 im Rahmen des Förderprogramms „Landesweites Jugendticket“ 327 Millionen Euro. Das entspreche rund 70 Prozent der Gesamtkosten. Die Kommunen würden die restliche Finanzierung übernehmen.

Jugendticket in Baden-Württemberg: Mobilitätswende durch die junge Generation

Der Hauptgeschäftsführer des Landkreistags, Alexis von Komorowski, betonte: „Die Landkreise als ÖPNV-Aufgabenträger sehen sich als Partner des Landes bei der Einführung des Jugendtickets und leisten dazu auch einen maßgeblichen finanziellen Beitrag.“ Mit dem Jugendticket würden sie die Attraktivität des ÖPNV im Land steigern und mit der Jugend die richtige Generation ansprechen, um die Mobilitätswende voranzubringen.

Der Heilbronner Hauptbahnhof.
Auch in Heilbronn profitieren junge Menschen von dem günstigen Jugendticket. © Archiv

Allerdings bräuchten die Nutzer ein verlässliches Produkt, weshalb das Jugendticket nach der Einführungsphase gesetzlich verankert werden müsse. Und ein verbilligtes Ticket müsse in jedem Fall nachhaltig finanziert sein – diese Planungssicherheit würden auch die Landkreise benötigen.

Nach dem Jugendticket: Deutschlandticket auf Bundesebene geplant

Susanne Nusser, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Städtetags, bekräftigte: „Mit dem Jugendticket machen Kommunen und Land ein attraktives Tarifangebot – mit dem Ziel, dass immer mehr junge Menschen den ÖPNV nutzen.“ Auch auf Bundesebene werde es zeitnah ein neues Ticket geben, das Deutschlandticket. Dabei seien viele Fragen zum Verhältnis dieser beiden Tickets noch ungeklärt, allen voran die nachhaltige und dauerhafte Finanzierung.

Jugendticket in Baden-Württemberg: „Fahrt über Verbundgrenzen hinweg“

VVS-Geschäftsführer und Sprecher der Verkehrsverbünde in Baden-Württemberg Thomas Hachenberger ergänzte: „Nach der langen Durststrecke durch die Pandemie wollen wir die Nachfrage im ÖPNV mit dem Jugendticket dauerhaft und nachhaltig ankurbeln.“ Die junge Generation mache immerhin ein Drittel der Kundschaft aus.

Durch die landesweite Gültigkeit würden Fahrten mit Bus und Bahn, vor allem in der Freizeit, attraktiver werden, so Hachenberger. Die Fahrt über Verbundgrenzen hinweg werde beispielweise für Studierende, die bisher in zwei Verbünden unterwegs waren, deutlich einfacher und sehr viel günstiger sein.

Landesschülerbeirat zum Jugendticket: „Es eröffnen sich neue Chancen und Möglichkeiten“

Auch der Vorsitzende des Landesschülerbeirats, Berat Gürbüz, freute sich über die Einführung des neuen Tickets: „Das Jugendticket ist ein guter Schritt in Richtung Zukunft. Nicht nur wird nachhaltige Mobilität vereinfacht, auch wird die Nutzung des ÖPNV für Jugendliche attraktiver. Es eröffnen sich für junge Menschen neue Chancen und Möglichkeiten einer umfangreicheren Freizeitgestaltung.“

Für wen gilt das Jugendticket in Baden-Württemberg?

Alle Menschen bis zum 21. Lebensjahr mit Wohnort in Baden-Württemberg können das Jugendticket ab März kaufen, außerdem Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende bis zum 27. Lebensjahr. Das Ticket kann in den Abo-Centern des Verkehrsverbundes erworben werden, in dem die Käuferin oder der Käufer wohnt beziehungsweise zur Schule geht oder studiert.

Das Jugendticket kann entweder für 365 Euro pro Jahr oder für 30,42 Euro pro Monat erworben werden. Es gilt in ganz Baden-Württemberg und damit über 19 Verkehrsverbünde hinweg.

Auch interessant

Kommentare