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Brandstiftung in Stammheim: Jetzt muss ein Stuttgarter Feuerwehrmann ins Gefängnis

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Von: Lisa Klein, Michaela Ebert

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Palettenstapel angezündet - Feuer greift auf Schreinerei-Produktionshalle über - Polizei sucht nach Brandstiftern
Ein Brand in einer Stammheimer Schreinerei sorgte Ende September für einen gefährlichen Feuerwehr-Großeinsatz. Im Inneren des Gebäudes befanden sich Dutzende Gasflaschen. © 7aktuell.de | Alexander Hald

Ein Großbrand in einer Schreinerei sorgte Ende September für einen gefährlichen Feuerwehreinsatz. Die Stuttgarter Polizei vermutete Brandstiftung – nun hat sie einen Mann in Untersuchungshaft genommen, der ausgerechnet bei der Stuttgarter Feuerwehr arbeitet.

18. Oktober: Ende September kam es in Stuttgart-Stammheim zu einem gefährlichen Feuerwehreinsatz: Eine Schreinerei, in der sich dutzende Gasflaschen befanden, war in Brand geraten. Schon damals vermutete die Stuttgarter Polizei Brandstiftung - es war nicht der erste Brand im Nordwesten.

Nun hat die Polizei wegen Verdachts auf Brandstiftung ausgerechnet einen Stuttgarter Feuerwehrmann in Untersuchungshaft genommen. Der 19-Jährige sei unmittelbar nach Bekanntwerden der Tatvorwürfe Ende September vom Dienst freigestellt worden, teilten die Verantwortlichen am Dienstag mit. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wurde er am Sonntag festgenommen und am Montag einem Haftrichter vorgeführt. Der junge Mann soll zudem noch weitere Brände in Stuttgart-Stammheim verursacht haben.

Gefährlicher Einsatz für die Stuttgarter Feuerwehr in Stammheim: Eine Schreinerei stand in Flammen, in dem Gebäude befanden sich Dutzende Gasflaschen.
Gefährlicher Einsatz für die Stuttgarter Feuerwehr in Stammheim: Eine Schreinerei stand in Flammen, in dem Gebäude befanden sich Dutzende Gasflaschen. © 7aktuell.de | Alexander Hald

„Wir sind betroffen von den schwerwiegenden Vorwürfen gegen einen Feuerwehrangehörigen“, teilte Amtsleiter und Feuerwehrkommandant Georg Belge am Dienstag mit. Mehr als 1500 haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte engagierten sich in der Feuerwehr Stuttgart, um Leben zu retten, Leid zu lindern und Schaden abzuwenden. Die im Raum stehenden Vorwürfe seien nicht mit den Werten der Feuerwehr vereinbar.

Gefährlicher Einsatz: Großbrand in Schreinerei – Polizei sucht nach Brandstiftern

27. September, 16:50 Uhr: In der Nacht auf Dienstag hatte ein gefährlicher Brand in einer Produktionshalle einer Schreinerei in Stammheim einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Laut den Angaben der Feuerwehrleute konnte der Brand erst nach drei Stunden vollständig gelöscht werden, zudem muss von einem Schaden von mehreren hunderttausend Euro ausgegangen werden.

Es sei nicht der erste Brand im Nordwesten Stammheims, berichten die Stuttgarter Nachrichten. Bereits zum dritten Mal hätte es seit Mitte August in dem Gewerbegebiet gebrannt. Ilona Bonn, Polizeisprecherin aus Stuttgart, sagt dazu: „Ein Zusammenhang kann nicht ausgeschlossen werden“.

Es könne also von Brandstiftung ausgegangen werden. Vermutet wird, dass in der Nacht zum Dienstag zunächst ein Plattenstapel vor dem Haus angezündet wurde und das Feuer dann auf das gesamte Gebäude übergriff. Die Fahndung lief indes erfolglos, trotz eines eingesetzten Polizeihubschraubers.

Stadtbezirk Stammheim schon seit Jahren Schauplatz von Brandstiftungen

Bereits in den vergangenen Jahren hatte es in dem Stadtgebiet mehrere Serien von Brandstiftung gegeben. Zuletzt wurden im Jahr 2020 ein 15-Jähriger und ein 18-Jähriger als Täter ausfindig gemacht. Letzterer konnte im vergangenen Jahr auch zu einer Haftstrafe verurteilt werden.

Gefährlicher Einsatz: Feuer in Schreinerei – Dutzende Gasflaschen im Gebäude

Erstmeldung, 27. September, 6:50 Uhr: Die Feuerwehr wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag zu einem gefährlichen Einsatz in Stammheim (Stuttgart) alarmiert. Gegen 1:55 Uhr wurden Anwohner durch laute Geräusche geweckt und bemerkten Flammen und Rauch im Bereich einer Schreinerei. Sie informierten daraufhin die Polizei und die Feuerwehr.

Als die ersten Einsatzkräfte acht Minuten später eintrafen, schlugen bereits Flammen aus den Fenstern und Hallentoren, wie die Feuerwehr Stuttgart mitteilt. Dichter Rauch hatte sich auch in die Nachbargebäude ausgebreitet. Das Gefährliche an dem Feuerwehreinsatz: In der Halle befanden sich Dutzende Gasflaschen.

Gefährlicher Feuerwehr-Einsatz: Schreinerei brennt – Dutzende Gasflaschen in Halle

Durch einen „massiven Löschangriff mit mehreren Löschrohren von außen und unter Atemschutz“ konnte der Brand eingedämmt werden. Um Zugang zum Brandherd zu erhalten, musste ein Tor mit einem Trennschleifer geöffnet werden. Das Feuer hatte die Elektroverteilung im Gebäude stark beschädigt, sodass es immer wieder zu Kurzschlüssen kam. Das Gebäude wurde daher durch den Energieversorger stromlos geschaltet.

Diverse Gasflaschen in der Halle wurden durch den Brand beschädigt. Die Gasflaschen wurden von der Feuerwehr gekühlt, aus dem Gebäude gebracht und kontrolliert entleert. Um 2:38 Uhr war das Feuer weitestgehend gelöscht, die Nachlöscharbeiten und das Ablöschen von Glutnestern dauerten aber noch bis 04:45 Uhr an. Danach verblieb eine Brandwache vor Ort. Personen wurden nicht verletzt.

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