Weltweit Aufträge in Milliardenhöhe

Trotz Corona-Krise: Automobilzulieferer Bosch sichert sich Mega-Summe!

Rotes Bosch-Logo auf einem Firmengebäude
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Bosch hat sich trotz der Corona-Krise Aufträge in Milliardenhöhe gesichert.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Das Auto wird zum rollenden Computer. Darauf reagiert auch Bosch und sichert sich Aufträge in Milliardenhöhe.

Nicht nur unser Heim wird immer intelligenter, sondern auch unsere Autos. Immer mehr Funktionen und Fahrassistenten kommen hinzu und machen die modernen Fahrzeuge zu rollenden Computern. Wie echo24.de* berichtet, werden die verbauten Geräte immer wichtiger und es entsteht eine Art Nervensystem für Autos.

Bei Bosch sieht man sich für den Kampf um die Großaufträge für die Fahrzeugcomputer bestens gerüstet. Der weltgrößte Automobilzulieferer konnte bereits Aufträge in Milliardenhöhe an Land ziehen. Alleine in diesem Sommer kamen Aufträge in Höhe von etwa 2,5 Milliarden Euro hinzu. „Die Orders liegen zusammengezählt inzwischen im mittleren bis hohen einstelligen Milliardenbereich“, erklärt eine Konzernsprecherin gegenüber dem Handelsblatt.

Bosch/Stuttgart: Weltweit Aufträge in Milliardenhöhe

Im Kampf der Automobilzulieferer ist Bosch auf diesem Feld somit trotz der anhaltenden Krise* an Konkurrent Continental vorbeigezogen. Und das, obwohl die Hannoveraner den lukrativen Auftrag für Volkswagens Elektroauto ID.3 an Land ziehen konnten. Wer die Kunden von Bosch sind, verrät das Unternehmen aus der Nähe von Stuttgart nicht. Laut dem Handelsblatt handelt es sich dabei aber um mindestens zehn Großaufträge und das weltweit!

Für Bosch sind die Fahrzeugcomputer, die das Gehirn und Nervensystem des Autos bilden, aber kein Neuland. Bereits seit 2019 steuern diese Fahrassistenzsysteme oder Fahrzeugbewegungen von Serienfahrzeugen. Gemeinsam mit Daimler hat der Autozulieferer zudem ein autonomes Parksystem entwickelt*. Künftig kommen zudem weitere zentrale Rechner für die Karosserieelektronik sowie Cockpitfunktionen hinzu.

Bosch/Stuttgart: Fahrzeugcomputer werden für Autozulieferer immer wichtiger

Fahrzeugcomputer bergen für Bosch enormes Geschäftspotenzial“, sagt der Bosch-Geschäftsführer Harald Kröger gegenüber dem Handelsblatt. Schätzungen zufolge umfasst der Markt rund 20 Milliarden Euro und soll bis 2030 jährlich um etwa 15 Prozent wachsen. Mit diesem zentralen Fahrzeugelement möchte der Autozulieferer in Zukunft seine Rolle als Marktführer bei softwareintensiven Elektroniksystemen weiter ausbauen.

In modernen Autos steckt mehr Software und Elektronik als man denkt.

Wie echo24.de* berichtet, startet Bosch dazu im kommenden Jahr eine neue Einheit innerhalb des Unternehmens*. Der Geschäftsbereich „Cross-Domain Computing Solutions“ soll im Januar an den Start gehen und dabei helfen, den Markt besser zu erschließen.

Bosch/Stuttgart: Zahl der benötigten Computer im Auto wird geringer

Laut dem Handelsblatt nimmt sich Bosch dabei Tesla als Vorbild. Das Ziel des US-Unternehmens ist es, die Anzahl der benötigten Fahrzeugcomputer auf ein einziges Gerät zu reduzieren. Aus Sicht der Experten ist es aber wahrscheinlicher, dass es am Ende zwei oder drei Computer verbaut werden. Das sei vor allem aus Sicherheits- und Kostengründen sinnvoll, zudem sparen die kürzeren Kabelwege Gewicht.

Fahrzeugcomputer sind der Schlüssel, um die Komplexität von Elektroniksystemen zu reduzieren und so sicher wie möglich zu machen“, betont Kröger. Innerhalb von kürzester Zeit werden in diesen Zentralrechnern - mithilfe enormer Rechenleistung - große Datenmengen verarbeitet, wie sie beispielsweise für das autonome Fahren benötigt werden. Aber auch datenbasierte Dienste und dauerhafte Software-Updates sind datenintensive Prozesse, die in Zukunft immer wichtiger werden. Statt bislang rund 100 Steuergeräten werden dann aber nur noch einige wenige benötigt.

Bosch/Stuttgart: Autozulieferer will Kunden Komplettpaket liefern

Die Unternehmensberatung McKinsey geht davon aus das der Anteil der Software am Auto in den kommenden Jahren weiter steigen wird von derzeit zehn auf etwa 30 Prozent. Diese Entwicklung hat auch der Autozulieferer Bosch erkannt und entwickelt Zentralrechner für alle wichtigen Fahrzeugbereiche. Somit werden für alle zentralen Fahrzeugfunktionen nur noch wenige Zentralrechner benötigt.

„Mit Fahrzeugcomputern werden selbst hochkomplexe Fahrfunktionen beherrschbar, die über einzelne Fahrzeugdomänen hinausgehen“, erklärt Mathias Pillin der die neue Bosch-Einheit leiten wird. Unterm Strich möchte Bosch ein Baukastenprinzip entwickeln, das ein passendes Elektroniksystem für alle Anforderungen und Voraussetzungen bietet. Auf Kundenwunsch möchte der Autozulieferer für das gesamte Auto eine Software- und Systemarchitektur liefern können, bei der sämtliche Rechner, Sensoren und Steuergeräte aufeinander aufbauen und zusammenpassen.

Doch es bleibt abzuwarten, welche Automobilhersteller diese wichtige Komponente komplett vom Automobilzulieferer beziehen werden. Volkswagen hat bereits angekündigt, ein eigenes Betriebssystem zu entwickeln. Andere Automobilkonzerne kooperieren bereits mit Software- Unternehmen wie Microsoft oder Google. Daimler arbeitet beispielsweise zusammen mit Nvidia* am autonomen Fahren. Für Autozulieferer wie Bosch könnte die neue Konkurrenz in der Zukunft zu einem Problem werden. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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