Auffrischung bereits fünf Monate nach Zweitimpfung?

Booster-Impfung in BW: Ab wann kann ich mich impfen lassen?

  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Es ist eins der wichtigsten Themen der letzten Tage: Die Drittimpfung gegen das Coronavirus. Doch wer darf sich bisher alles „boostern“ lassen?

Wer sich im Frühjahr gegen Corona impfen ließ, der ist mittlerweile überfällig. Die Rede ist hier von der sogenannten „Booster“-Impfung. Die soll die Antikörper gegen das Virus auffrischen und den Schutz vor der Pandemie erhöhen. Denn die Zahlen klettern aktuell wieder massiv in die Höhe. Auch in Baden-Württemberg gibt es jeden Tag mehr Neuinfektionen, die Intensivstationen füllen sich rasant. Deshalb ist auch bereits die Alarmstufe im Südwesten aktiv und diverse Anti-Corona-Maßnahmen greifen. Am Mittwoch (24. November) soll sogar eine noch strengere „Alarmstufe II“ in Kraft treten.

Weiterhin setzen Politik und Gesundheitsexperten dabei auf die Impfungen. Wer geimpft ist, muss weniger Einschränkungen in Kauf nehmen. Außerdem werden die Booster immer wichtiger. Denn schon wenige Monate nach der Zweitimpfung nehmen die Corona-Antikörper im Blut bei vielen drastisch ab - der Impfschutz verringert sich bei Biontech in den Monaten vier bis sechs nach der Zweitimpfung auf bis zu 47 Prozent. Ab dem siebten wurde in einer Studie sogar überhaupt keine Wirksamkeit mehr festgestellt. Deshalb ist die Drittimpfung mittlerweile für alle über 18-Jährigen von der Ständigen Impfkommission STIKO empfohlen.

Booster-Impfung in Baden-Württemberg: Wieso die Drittimpfung so wichtig ist

Immerhin verspricht der Booster wieder einen deutlich erhöhten Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf nach einer Corona-Infektion. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, haben Forscher aus Israel beispielsweise gezeigt, dass bei einem Booster mit dem Impfstoff von Biontech schnell wieder eine Wirksamkeit von 93 Prozent gegen Krankenhauseinweisungen erreicht werden kann. Doch wer darf sich eigentlich alles seine Drittimpfung abholen, und wo gibt es die begehrten Booster?

Wie das Baden-Württembergische Sozialministerium gegenüber echo24.de erklärt, sind tatsächlich alle Personen ab 18 Jahren dazu berechtigt, sich boostern zu lassen, sobald die letzte Impfstoffdosis zur Grundimmunisierung sechs Monate her ist. „Eine Verkürzung des Impfabstandes auf 5 Monate kann im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind, erwogen werden“, heißt es weiter vonseiten des Ministeriums. Am Ende sei dies aber die Entscheidung des impfenden Arztes vor Ort.

Booster-Impfung in Baden-Württemberg: Land stockt auf, um Impfnachfrage zu decken

Mittlerweile werden auch die Impfangebote wieder vielseitiger. Denn nachdem im September die Impfzentren der Stadt- und Landkreise geschlossen worden waren, hatte es in den vergangenen Wochen wieder vermehrt Schlangen bei mobilen Impfteams und ewige Wartelisten bei Hausärzten gegeben. Nicht selten müssen auch jetzt noch Impfwillige weggeschickt werden. Doch nun soll entzerrt werden.

Wie das Sozialministerium mitteilt, werden zusätzlich zu den 155 mobilen Impfteams, die auch schon jetzt zum Einsatz kommen, weitere fest installierte Impfstützpunkte vom Land Baden-Württemberg aufgebaut. Beispielsweise finden diese in Sporthallen, Gemeindezentren oder „wo immer die Kommunen vor Ort Möglichkeiten sehen“ Platz. Außerdem gibt es schon jetzt eine Übersicht über Impfmöglichkeiten.

Booster-Impfung in Baden-Württemberg: So komme ich an einen Termin zur Corona-Impfung

Laut Sozialministerium Baden-Württemberg sind beispielsweise auf www.dranbleiben-bw.de sowohl temporäre Aktionen, als auch dauerhafte Impfangebote auf einer Karte verzeichnet. Informationen und Kontaktmöglichkeiten findet man direkt auf der Map. Aber es kann sich - unabhängig von Alter und Abstand zur Zweitimpfung - in jedem Fall auch lohnen, sich beim eigenen Hausarzt um einen Termin zur Booster-Impfung zu bemühen. Immerhin kennen niedergelassene Ärzte ihre Patienten mit am besten und wissen Nutzen und möglichen Impf-Zeitpunkt am besten einzuschätzen.

Die Corona-Booster werden mit den mRNA-Vakzinen von Biontech und Moderna geimpft. (Symbolbild)

Wer beispielsweise seine erste Impfdosis mit Johnson & Johnson bekommen hat, oder eine schwere Immunschwäche besitzt, kann die Booster-Impfung bereits vier Wochen nach der Grundimmunisierung bekommen. Doch dieser Abstand sollte nicht die Regel sein. Denn Experten zufolge gibt es einen „immunologischen Grund“, wieso man einige Monate mit der Booster-Impfung wartet. Laut dem Impfstoffforscher Erik Leif Sander kann eine zu frühe Nachimpfung bestimmte Reifungsprozesse des Immunsystems unterbrechen.

Wie der Experte der Zeit erklärte, sollte man deshalb nicht sofort nachimpfen. Allerdings sei gar nicht so genau bekannt, wo genau beim Corona-Impfstoff die Grenze verlaufe. Deshalb lohnt es sich vermutlich bereits nach fünf Monaten, beim Hausarzt anzufragen, ob ein Impftermin frei ist - vorausgesetzt, man ist über 18 Jahre alt. Denn nur für bereits volljährige Personen hat die STIKO die Booster-Impfung bisher empfohlen.

Rubriklistenbild: © ROBIN UTRECHT

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