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Nach Übergriffen auf Polizei und Feuerwehr: Kommt jetzt das Böller-Verbot?

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Von: Juliane Reyle

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Nach aggressiven Angriffen auf Polizei- und Feuerwehrleute in der Silvesternacht fordert die Polizeigewerkschaft in Baden-Württemberg ein Verbot von selbst-gezündeten Feuerwerken.

Die Silvesternacht ist bekannt für ihre Tücken: Dieses Jahr gab es enorm viele Feuerwerks-Verletzungen. Die große Anzahl von Brandverletzungen belastet derzeit auch das Klinikum Stuttgart. Doch nachdem es an Silvester nicht nur zu vielen Bränden, Randale und Verletzten, sondern auch noch zu einigen Übergriffen auf Polizisten und Feuerwehrleute kam, drängt der Polizeigewerkschafter Ralf Kusterer jetzt auf ein Verbot von Raketen und Knallkörpern.

Aus Berlin berichten Polizei und der Feuerwehr von „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“. Dort kam es in der Nacht zum 1. Januar zu schweren, gewaltsamen Ausschreitungen. Doch auch in Baden-Württemberg gab es einige unschöne Böller-Szenen.

Kein Vorbei an Böller-Verbot: Stimmung äußerst aggressiv – respektloses Verhalten und Hantieren

Nach Polizeiangaben wurden in Mannheim und Kehl sowohl Polizei-, als auch Feuerwehrleute in der Nacht des Jahreswechsels gezielt mit Feuerwerkskörpern beschossen und dabei verletzt.

Auch die Polizei Stuttgart äußert, dass „die Stimmung an manchen Ecken äußerst aggressiv war“. Gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“ berichtete die Polizei unter anderem, dass es zu respektlosem Verhalten, wie dem Zündeln mit Feuerwerk direkt neben Einsatzkräften und zu „Hantieren an den Einsatzfahrzeugen“ kam.

„Man kommt an einem Böller-Verbot nicht vorbei“, sagte der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Baden-Württemberg am Montag gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“.

Keine „silvester-typischen“ Einsätze: Polizei- und Feuerwehrbeamte in Silvesternacht verletzt worden

Im Gegensatz zu Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl, spricht die Polizeigewerkschaft absolut nicht von „silvester-typischen“ Einsätzen. Gegenüber dem „SWR“ sagt Kusterer, dass er die „Formulierung nicht nachvollziehen“ kann, denn „wenn Polizei- und Feuerwehrbeamte verletzt werden, dann kann man nie von einem normalen Silvester reden, sondern ganz im Gegenteil“.

Mit Feuerwerkskörpern beschossen worden: Kein besseres Mittel gegen die Lage als ein Böller-Verbot

Ein besseres Mittel gegen die die angespannte Gesamtlage an Silvester, als ein Böller-Verbot, sieht Kusterer derzeit nicht. Ein zentral organisiertes Feuerwerk sei laut ihm in Ordnung. Er betonte jedoch ausdrücklich, dass nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden dürfe.

Nicht nur gegenüber Einsatzkräften der Polizei und Feuerwehr kam es zu gewaltvollen Angriffen. Auch untereinander verwendeten Menschen in der Silvesternacht die Feuerwerkskörper als Waffe und warfen andere, unter anderem ein vierjähriges Kind, damit ab.

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