Hauptunfallursache: Geschwindigkeit

Blitzmarathon Baden-Württemberg: Fast 13.000 Verstöße

Blick durch das Innere eines Polizeiblitzers beim Blitzmarathon. (Symbolbild)
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Europaweiter Speedmarathon der Polizei. Auch Baden-Württemberg war dabei (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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Jedes Jahr sterben Menschen in Baden-Württemberg im Straßenverkehr. Oft ist daran überhöhte Geschwindigkeit schuld. Deshalb gab es jetzt einen Blitz-Marathon.

„Verkehrssicherheit rettet Leben“ - unter diesem Motto fand an diesem Mittwoch, 21. April 2021, ein europaweiter „Speedmarathon“ statt. Auch Baden-Württemberg hat sich daran beteiligt und tatsächlich 12.748 Verstöße festgestellt. Wie echo24.de* berichtet, hagelte es in 287 Fällen sogar Fahrverbote. BaWü-Innenminister Thomas Strobl appelliert in diesem Zuge nochmals an alle Verkehrsteilnehmer: „Überhöhte Geschwindigkeit ist vermeidbar und schon gar kein Kavaliersdelikt“.

In einer Mitteilung der Landesregierung erklärte Strobl jetzt, die Verkehrssicherheit in Baden-Württemberg habe in den letzten Jahren ein sehr hohes Niveau erreicht. „Das macht uns stolz - nicht nur, weil wir die Wiege des Automobils sind, sondern auch eine der Regionen in Europa mit den zentralen Transitstellen für den Kraftfahrzeugverkehr.“ Damit werde, so Strobl, auch klar, dass eine gute Verkehrssicherheitsarbeit auch eine europäische Aufgabe sei.

Europaweiter Blitzmarathon: Erschreckende Bilanz bei Unfall-Toten

Laut Strobl ist im Straßenverkehr das oberste Ziel, Verletzte und Tote zu vermeiden. Man wolle die Zahl der Menschen, die sich schwer oder gar tödlich verletzen, auf ein Minimum senken, am besten auf null. Und genau dazu braucht es Aktionen wie den europaweiten Speedmarathon. Denn: „Noch immer stirbt alle 27 Stunden ein Mensch auf Baden-Württembergs Straßen“, sagte Strobl bei der Vorstellung der Blitzmarathon-Ergebnisse in Stuttgart.

Im letzten Jahr verloren 131 Menschen ihr Leben, Familien ihre Angehörigen – und das, weil ein Verkehrsteilnehmender zu schnell unterwegs war.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl

Erschreckend ist auch die Erkenntnis, dass jeder dritte tödliche Verkehrsunfall im vergangenen Jahr auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen ist. Laut der Statistik sind es sogar 40 Prozent. „Das lässt uns nicht kalt, sondern motiviert uns beim Thema Verkehrssicherheit nicht nachzulassen“, machte Strobl deutlich. Baden-Württemberg setze auf intelligente Verkehrsüberwachung. Dabei gehe es auf gar keinen Fall um Abzocke, sondern darum, Menschenleben im Straßenverkehr zu schützen. Deswegen ist Strobl auch besonders sauer, dass Teilnehmer der Querdenken-Demo am Karsamstag* in Stuttgart Blitzeranlagen beklebt und außer Gefecht gesetzt* haben.

Europaweiter Blitzmarathon: Baden-Württemberg fährt gegen Verkehrssünder schwere Geschütze auf

Jetzt am Mittwoch waren landesweit 1.200 Polizeibeamte im Einsatz und kontrollierten - verteilt über den gesamten Tag - 192.000 Fahrzeuge. Sie nahmen an rund 410 Messstellen Raser ins Visier. Außerdem geht Baden-Württemberg schon länger gegen Verkehrssünder vor und hat bereits im vergangenen Jahr in hochmoderne Verkehrsüberwachungstechnik investiert. Zum Inventar gehören deshalb mittlerweile elf sogenannte „Enforcement Trailer“. Das sind bewegliche Anhänger zur Geschwindigkeitsüberwachung - die auch beim Speedmarathon im Einsatz waren.

Baden-Württemberg beteiligt sich jährlich an insgesamt acht Kontrollwochen zu den Themen „Geschwindigkeit“, „mangelnde Verkehrstüchtigkeit“ - also Alkohol und Drogen am Steuer, „Ablenkung durchs Handy“, „Gurt“ und „gewerblicher Güter- und Personenverkehr“. Letztes Jahr hat der Südwesten dabei im Ländervergleich bei sechs von acht Kontrollwochen die meisten Verstöße verzeichnet. An den anderen beiden Kontrollterminen lag die Polizei BaWü auf dem zweiten Platz. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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