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Blackout-Angst ist laut Kretschmann unbegründet – Experten sehen das anders

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Von: Lisa Klein

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Winfried Kretschmann
Kretschmann versucht die Bevölkerung zu beschwichtigen: Er sehe keinen Grund zur Sorge vor einem Blackout. © Marijan Murat/dpa

Die Sorge vor einem Blackout in Baden-Württemberg und ganz Deutschland ist laut Ministerpräsident Winfried Kretschmann unbegründet. Experten sehen das anders.

Trotz der Energiekrise ist Ministerpräsident Winfried Kretschmann positiv gestimmt und sieht keinen Grund zur Sorge vor Stromausfällen. „Die Bevölkerung muss keine Angst vor einem Blackout haben“, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag (18. Oktober) in Stuttgart. Mit Blick auf die Einigung der Bundesregierung auf den Weiterbetrieb der drei verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland schon gar nicht mehr. „Das kann man so gut wie ausschließen.“

Kretschmann wolle die Bevölkerung und die Wirtschaft beruhigen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. „Da ist wirklich optimal vorgesorgt, dass es dazu nicht kommen wird.“ Die Gasspeicher seien gefüllt. Kretschmann schürte Zuversicht, dass man ordentlich durch den Winter kommen werde. echo24.de berichtete bereits darüber, wie sicher Deutschlands Stromversorgung ist.

Infrastruktur droht bei Blackout zusammenzubrechen – mehr Aufklärung nötig

Doch auch wenn die Gefahr eines totalen Blackouts an sich gering ist, wird Kritik von Experten laut: Deutschland sei insgesamt eher schlecht vorbereitet auf einen flächendeckenden Stromausfall. Schlimmstenfalls droht die gesamte Infrastruktur zusammenzubrechen.

„Ein Blackout gehört aktuell zu den größten Risiken für unser Land“, warnte Wolfram Geier vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bereits Anfang des Jahres. Deutschlands Städte fordern daher, die Bevölkerung stärker über mögliche Folgen von Energieknappheit oder Sabotage zu informieren, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

„Ein Blackout ist ein realistisches Szenario“, und „wir müssen uns darauf einstellen, dass verschiedene Krisensituationen aufeinandertreffen“, warnte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, in der Süddeutschen Zeitung. „Eine funktionierende Notversorgung mit Wasser und Wärme ist nur über maximal 72 Stunden möglich.“ Zudem ist bei einem Blackout das Gesundheitssystem gefährdet, ebenso wie Lebensmittelversorgung. Auch Mobilität wird nur eingeschränkt möglich sein.

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